Hitzige Diskussionen über kalte Luft

Neubiberger Bebauungspläne sorgen für Ärger

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Die Stadt München heizt sich auf. Eigentlich kommt frische Luft von den Alpen, doch Neubiberger Baupläne könnten das gefährden.

Die Bebauungspläne der Neubiberger bringen sowohl Bürger als auch die Nachbargemeinde Unterhaching auf die Barrikaden. Denn das „Strukturkonzept Hachinger Tal“ hätte massive Auswirkungen auf die frische Luft in München.

Neubiberg — Die Gemeinde Neubiberg will auf dem Infineon Areal an der A8 Wohn- und Gewerbebebauung realisieren. Gegen diese Pläne regt sich allerdings massiver Widerstand der Nachbargemeinde Unterhaching sowie von Seiten der Neubiberger selbst. Sogar eine Bürgerinitiative hat sich gegründet. Der Grund: Neubiberg würde mit der Bebauung massiv in den Grünzug eingreifen. Schon als im Jahr 2001 damit begonnen wurde, das heutigen Infineon Areal zu bauen, gab es im Planungsverband Diskussionen darüber, dass die Frischluftzufuhr nach München nicht gefährdet sein darf. Infineon bekam daraufhin genaue Vorgaben für die Gebäude, damit der Kaltluftstrom aus dem Alpenvorland weiter durchziehen kann. Zudem sollten die freien Fläche rund um den Gebäudekomplex als Grünzug erhalten bleiben. Genau das scheint nun mit der geplanten Bebauung in Gefahr zu sein. Denn sie soll ausgerechnete auf dem schützenswerten Grünzug stattfinden — im Ortsteil Unterbiberg nördlich und östlich von Infineon und südlich der Forschungsbrauerei. Es sind bis zu 2300 zusätzliche Einwohner vorgesehen sowie 17,7 Hektar für Gewerbe.

Als Reaktion auf das sogenannte „Strukturkonzept Hachinger Tal“ hat sich im August die „Bürgerinitiative Frischluftzufuhr München“ gegründet. Ihr Ziel ist es, die Frischluftschneise im Hachinger Tal von der Bebauung freizuhalten. Auch aus der Nachbargemeinde Unterhaching regt sich Widerstand. In der vergangenen Gemeinderatssitzung stand das Strukturkonzept Hachinger Tal auf der Tagesordnung. Dort erzählte Bauamtsleiter Stefan Lauszat von seinem Gespräch mit dem Neubibergs Bauamtsleiter. Denn Unterhaching möchte als direkter Nachbar in die Pläne mit eingebunden werden. Schließlich habe die Bebauung auch Auswirkungen auf Unterhaching. Dabei gehe es um Hochwasserschutz, aber auch um die frische Luft für Unterhaching.

Neubiberg wiegelt derweil ab. Es gebe schließlich noch kein formelles Bauleitverfahren. Allerdings werden auf den Flächen bereits Bodenproben genommen, diese Flächen befinden sich zum größten Teil im Besitz des Familienkonglomerats Finck und Winterstein. Die Gemeinden sind sich mittlerweile einig, dass Neubiberg die Gemeinde Unterhaching frühzeitig über die Pläne informiert. Allerdings soll dass unter Ausschluss der Öffentlichkeit geschehen. Die Stadt München scheint mittlerweile auf den Widerstand aus der Bevölkerung zu reagieren. Eigentlich sollte der Planungsausschuss der Stadt im September das Thema behandeln, doch der Tagesordnungspunkt wurde abgesetzt, da zusätzlicher Klärungsbedarf bestehe.

Lydia Wünsch

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