Gesichtsschutz aus dem 3D-Drucker

Neubiberg: Studenten helfen in Corona-Krise

Alexander Genzel ist Student an der Neubiberger Bundeswehr-Uni.
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Alexander Genzel ist Student an der Neubiberger Bundeswehr-Uni.

Neubiberg – Ihr Wissen aus dem Studium zur praktischen Anwendung bringen, das ist für alle Studierenden irgendwann das Ziel. In einer Krisensituation wie es gerade der Fall ist, kommt es für einige von ihnen aber schneller dazu als gedacht. Während der Corona- Pandemie formierte sich an der Universität der Bundeswehr München eine Arbeitsgruppe, die ihren Beitrag zur Eindämmung des Virus leisten will.

Die Studenten haben es sich zur Aufgabe gemacht, ihr wissenschaftliches sowie praktisches Know-how aus dem 3D-Druckbereich anzuwenden, um aktuell benötigte Verbrauchsgüter für medizinische Einrichtungen aus Kunststoffen zu drucken und an Bedarfsträger wie Kliniken, Pflegeheime oder Polizei zu verteilen.

Die Maske soll vor Tröpfchen schützen Die Studenten sind seit Ende vergangenen Jahres im Bereich des 3D-Drucks in Industriekooperationen für Anwendungen aus der Luft- und Raumfahrttechnik aktiv. Nun in der Corona-Krise stellen sie einen Großteil ihrer Kapazitäten in den Dienst der Eindämmung des Corona- Virus. Da Schutzmasken und andere Ausstattung derzeit überall knappe Güter sind, wird in vielen Bereichen nach Alternativen und neuen Herstellungsverfahren gesucht. 

Die studentische Arbeitsgruppe, bestehend aus derzeit etwa 15 Studierenden aus verschiedenen Ingenieurstudiengängen, hat aktuell bereits über 40 sogenannte Face­shields gefertigt. Diese durch unterschiedliche Kunststoffdruckverfahren hergestellten Vorrichtungen bieten als Stirnhalterung für transparente Gesichtsab- deckungen Schutz gegen Infektionen. Neben der bereits erfolgten Ausgabe an Krankenhäuser in der Umgebung äußerten auch zahlreiche Einrichtungen aus dem medizinischen Bereich großen Bedarf an den 3D-gedruckten Produkten.

Derzeit wird auch am Entwurf von wiederverwendbaren Gesichtsmasken gearbeitet. Außerdem wird das Portfolio der Gruppe durch Erweiterungen für Türklinken ergänzt, die es ermöglichen, Türen ohne Handeinsatz zu öffnen. Sie könnten im Universitätsbereich sowie in sanitätsdienstlichen Einrichtungen angebracht werden. 

Neben der Bereitstellung von dringend benötigtem Material für den medizinischen Bereich hat die Gruppe aber auch weitere Ziele. Alexander Genzel, Leiter der Initiative an der Universität, sieht in der Krise wichtige Signale für die Zukunft der digitalen Wirtschaft und Industrie weltweit: „Zum einen möchten wir als Studierende ein Zeichen setzen, dass jeder in dieser Krise durch Eigeninitiative und Kreativität einen persönlichen Beitrag leisten kann. 

Aus der Not heraus wird momentan eine ganze Reihe von disruptiven Innovationen im technologischen Bereich geboren. Wir möchten, dass die Industrie und Forschung sich aber auch nach Corona noch dran erinnert, dass moderne, hoch digitalisierte Fertigungsverfahren wie das Additive Manufacturing branchenübergreifend eine höhere Priorität verdienen und von großem Wert sein können wenn herkömmliche Verfahren versagen.“

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