Verkehrsthemen im Fokus

Neubiberg: Léon Bogner ist neuer CSU-Fraktionssprecher

Léon Bogner (CSU) ist neu im Neubiberger Gemeinderat.
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Léon Bogner (CSU) ist neu im Neubiberger Gemeinderat.

Als langjähriger Ortsvorsitzender der CSU und stellvertretender Kommandant der Feuerwehr ist Léon Bogner in Neubiberg kein Unbekannter. Bei den Kommunalwahlen im März wurde der 29-Jährige erstmals in den Gemeinderat gewählt und zugleich zum Fraktionsvorsitzenden ernannt.

Neubiberg – Notfallsanitäter, stellvertretender Kommandant bei der Freiwilligen Feuerwehr Neubiberg und kurz vor dem ersten Staatsexamen – eigentlich ist Léon Bogners Terminkalender ohnehin schon ziemlich voll. 

Als neu gewähltes Gemeinderatsmitglied und noch dazu Fraktionsvorsitzender der CSU kommt für den 29-Jährigen nun eine weitere ehrenamtliche Aufgabe hinzu. „2020 ist schon ein stressiges Jahr“, räumt der gebürtige Neubiberger beim Gesprächstermin in der HALLO-Redaktion ein. Dennoch fühlt er sich für sein neues kommunalpolitisches Amt gut gewappnet.

Schließlich ist das kein Neuland für ihn. Seit 2008 ist er Mitglied in der CSU, seit guten vier Jahren ihr Ortsvorsitzender. „Ich hab mich in der Schule schon für Politik interessiert und bin dann gleichzeitig mit der CSU auch bei der Jungen Union eingestiegen. Das hat Spaß gemacht, deshalb bin ich dabei geblieben“, erklärt Bogner seinen frühen Einstieg in die Kommunalpolitik. Nun folgte die Kandidatur für den Gemeinderat. Da er durch die langjährige Arbeit alle Gremiumsmitglieder und die Themen im Ort gut kennt, fiel die Wahl zum Fraktionsvorsitz auf ihn.

Nicht nur seine Erfahrung als Ortsvorsitzender sind eine gute Grundlage für den neuen Posten, auch die Kenntnisse aus seinem Jura-Studium zum Kommunalrecht können ihm nun weiterhelfen. Gerade was Detailfragen in den Ausschüssen betrifft, sei trotz allem intensive Einarbeitung in die Sitzungsunterlagen gefragt. „Das ist dann eine schöne Abendlektüre“, meint der Feuerwehrler lachend. 

Dem angehenden Juristen liegt die Gemeinde am Herzen. Er ist in Neubiberg aufgewachsen und zur Schule gegangen. Mit 14 Jahren fing er bei der Feuerwehr an, später machte er eine Ausbildung zum Notfallsanitäter und arbeitete als Notfallsanitäter, bevor er das Studium begann. Mit zwei Kollegen betreibt er mittlerweile außerdem eine Rettungsdienstschule.

Weil der 29-Jährige die Gemeinde so gut kennt, weiß er um die verkehrlichen Schwierigkeiten im Ort. „Die S-Bahn-Unterführung muss endlich kommen“, betont Bogner. Gerade als Feuerwehrler sei ihm das ein großes Anliegen, schließlich gehen an der Schranke wertvolle Minuten verloren. „Die Bahnschranke ist für uns echt eine Kata­strophe.“

 Genauso setzt er sich für die U5-Verlängerung und die Taktverdichtung bei der S7 ein. „Ich bin selbst die letzten Jahre täglich S-Bahn gefahren und weiß, dass sie öfter zu spät als pünktlich kommt“, meint er und sagt weiter: „Das sind alles überfällig Themen, die endlich angegangen werden müssen.“

Ebenso wichtig ist für den Fraktionsvorsitzenden, dass es wieder eine Busverbindung zwischen Neubiberg und Unterbiberg gibt. Nicht nur das würde dabei helfen, die beiden Ortsteile näher zusammenzubringen. 

Auch hier sieht Bogner einen großen Gewinn durch eine S-Bahn-Unterführung. „Ich weiß von vielen Unterbibergern, dass sie zum Einkaufen lieber nach Unterhaching oder Neuperlach fahren, weil sie nicht an der Schranke in der Hauptstraße stehen wollen“, erklärt er. So könnte durch eine Unterführung auch der Einzelhandel an der Hauptstraße gestärkt werden. 

Um die Attraktivität der Hauptstraße als Einkaufsstraße zu erhalten, ist Bogner dagegen, Parkplätze noch weiter zu reduzieren. „Man darf es den Bürgern nicht lästiger machen, dort mit dem Auto hinzufahren. Viele sind einfach auf das Fahrzeug angewiesen. Damit schadet man eher dem Einzelhandel, anstatt dass mehr Leute mit dem Fahrrad fahren“, stellt der Jurastudent klar. Daher gebe es auch Überlegungen für eine Fahrradstraße von der Waldkolonie beginnend bis nach Neuperlach Süd.

Genauso sieht er es beim Thema Verkehrswende. „Ich halte nichts davon, das Autofahren unattraktiver zu machen, sondern positive Anreize für den Umstieg auf die Öffentlichen oder das Fahrrad zu schaffen.“ Beispielsweise gäbe es die Idee, ein 1-Euro-Tagesticket anzubieten, dass sich Bürger im Rathaus abholen können.

Vielleicht liege die Lösung der Nahverkehrsprobleme auch in der Luft. „Gondellösungen wären gerade für die oftmals fehlenden Tangentialverbindungen grundsätzlich eine gute Idee“, meint Bogner. „Das ist in Südamerika weit verbreitet und wurde hier auch schon einmal im Kreistag diskutiert. Es ist viel günstiger als Bahnlinien zu bauen und Flächenversiegelung ist gering.“ Natürlich gäbe es aber auch hier Nachteile, die es zu berücksichtigen gilt.

Seine nähere politische Zukunft sieht Léon Bogner nun zunächst einmal im Neubiberger Gemeinderat. Aber auch ein Sitz im Kreistag könne er sich durchaus vorstellen. Bis dahin wolle er aber erst einmal sein Studium beenden und sehen, wie es beruflich weitergeht.

Iris Janda

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