P-Seminar will Corona trotzen und helfen

Neubiberg: Gymnasiasten können wegen Corona Partnerschule nicht besuchen 

An der One World Secondary School in Tansania werden die Schüler sowohl von tansanischen als auch von deutschen Lehrkräften unterrichtet.
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An der One World Secondary School in Tansania werden die Schüler sowohl von tansanischen als auch von deutschen Lehrkräften unterrichtet.

Das Gymnasium Neubiberg hat seit vergangenem Jahr eine neue Partnerschule in Tansania. Seitdem fieberten die Schüler des P-Seminars auf ein Treffen hin, um die im letzten halben Jahr konzipierten Projekte vor Ort umzusetzen.

Neubiberg – Seit mehreren Monaten hat die Corona-Krise das Leben vieler fest im Griff. Manchmal entstehen neue, solidarische Ideen und Taten, manchmal aber macht die Krise einen Strich durch die Rechnung. So auch den Schülern des Gymnasiums in Neubiberg.

Denn seit einem Jahr hat das Neubiberger Gymnasium eine Partnerschule in Tansania, die One World Secondary School Kilimandscharo (OWSK), die 2012 gebaut wurde. Die 15 Schüler des P-Seminars planten im vergangenen Schuljahr das Projekt „neubiberg4tanzania“. 

Ein halbes Jahr lang erarbeiteten die deutschen Teenager Projekte, planten die Reise und fieberten mit großer Vorfreude auf das Treffen mit den tansanischen Gleichaltrigen hin. Denn das Highlight des Seminars und des gesamten Schuljahres sollte darin bestehen, die Studienfahrt für einen zweiwöchigen Besuch der tansanischen Schule zu nutzen. 

„Unser P-Seminar wollte eigentlich am 26. Juni nach Tansania zum Kilimandscharo fliegen, um unsere Partnerschule zu besuchen und um dort die Projekte zu realisieren, die wir schon in Deutschland in unserem P-Seminar konzipiert haben“, erzählt die Elftklässlerin Madeleine Palzer. „Wir hätten direkt in der Schule übernachtet. Denn schon vor zwei Jahren hat unsere Schule ein Mädchen- und ein Jungenschlafzimmer gebaut. So hätten auch wir Mädchen und Jungs getrennt in den jeweiligen Schlafräumen übernachtet.“

Palzer erzählt, dass einige Lehrer bereits mit dem ehemaligen Schulleiter des Neubiberger Gymnasiums an der Schule in Tansania gewesen sein sollen. „Aber dieses Jahr wäre es das erste Mal gewesen, dass wir Schüler nach Afrika geflogen wären.“

Während der Stufenfahrt hätten die deutschen Gymnasiasten viel in Tansania vorgehabt. Unter anderem wollten sie einen Erste-Hilfe-Kurs für die Schüler der Partnerschule geben und die Jugendlichen über Menstruation und Verhütung aufklären. „Wir wollten auch über HIV sprechen, da das dort ja ein ziemlich großes Problem ist.“

Auf der To-do-Liste des P-Seminars stand außerdem der Bau von überdachten und sonnengeschützten Sitzgelegenheiten auf dem Pausenhof der tansanischen Schule, sodass dort Hausaufgaben oder Gruppenarbeiten erledigt werden können. 

Außerdem sollte die Sportausstattung verbessert werden: Die tansanischen Schüler sollten Tore mit Netzen, Sportleibchen, Tennisnetze und Bälle erhalten. „Wegen Corona ist jetzt leider alles ins Wasser gefallen und wir können unsere Partnerschule nicht mehr vor Ort mit diesen Projekten unterstützen“, beklagt Palzer.

Schon im April wurden alle Schulfahrten gestrichen. Jetzt versucht das P-Seminar, die Schule in Tansania mit Spenden zu unterstützen, „weil die nicht genug Geld haben, um die Projekte, die wir hier konzipiert haben, dort selbst zu verwirklichen.“

Das Ziel der Neubiberger Schule ist es, Jugendlichen aus Familien mit besonders niedrigem Einkommen und Waisenkindern eine gute Schulbildung und damit auch eine Chance auf ein gutes Leben zu ermöglichen. Die Zusammenarbeit der Partnerschule des Neubiberger Gymnasiums kam 2019 durch den ehemaligen Lehrer Schäfer zustande. Seit seinem Ruhestand arbeitet er ehrenamtlich für die One World Secondary School Kilimandscharo und das Gymnasium Neubiberg. 

Damit ist er erster Ansprechpartner und Vermittler beider Schulen. Die OWSK, die auch ein Internat ist, steht dabei unter der Schirmherrschaft der deutschen UNESCO-Kommission. Dementsprechend ist die OWSK eine tansanisch-deutsche Schule, an der sowohl tansanische als auch deutsche Lehrkräfte unterrichten. Deutsch wird nicht nur als Fremdsprache unterrichtet, die Schüler werden auch für das deutsche Sprachdiplom geprüft.

Wegen der Corona-Pandemie ist die Kollegstudienfahrt zum Bedauern aller Seminarteilnehmer zwar nun nicht mehr möglich, doch sollen die Planungen aus der Ferne dennoch weiter organisiert und realisiert werden. Das Gymnasium Neubiberg will dafür Spendenprojekte an den Start bringen, Geldboxen aufstellen und nach Sponsoren suchen.

Melanie Schröpfer

Wer das Projekt „Neubiberg4tanzania“ unterstützen möchte, erhält weitere Informationen rund um das Vorhaben und die Spendenmöglichkeit auf der Internetseite www.neubiberg4tanzania.de.

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