Verkehr bewegt die Einwohner

Neubiberg: Bürgerversammlung mit Verkehrsthemen im Fokus

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Neubibergs Bürgermeister Günter Heyland stellte die aktuellen Daten und Fakten aus der Gemeinde vor.

Neubiberg – Was in Hohenbrunn durch das neue Format vermieden werden sollte, konnten die Neubiberger am vergangenen Donnerstag miterleben. Dort spielte sich die Bürgerversammlung in der Aula der Grundschule in gewohnter Form ab. Schon das Bürgerinteresse war deutlich geringer als in Hohenbrunn. In vielen Reihen herrschte in Neubiberg gähnende Leere. Immerhin hielt davon aber – anders als in Hohenbrunn – der Großteil der Zuhörer bis zum Ende durch.

Und Ausdauer war wirklich gefragt: Nach dem Beginn um 19 Uhr dauerte es rund drei Stunden, bis die Bürger Raum für ihre Anfragen hatten. Zuvor gab es nach Vorträgen von Vertretern von Zweckverband, Freiwilliger Feuerwehr, Bundeswehr-Uni und Polizei den Bericht des Bürgermeisters Günter Heyland (FW.N@U). Außerdem stellte Landrat Christoph Göbel einige Daten des Landkreises vor.

Viel ging es an diesem Abend um Verkehrsthemen. Ein Bürger wollte wissen, ob sich derselbe Dienstleister wie vergangenes Jahr um den Winterdienst kümmern werde. Die Zustände im letzten Winter seien katastrophal gewesen. Heyland bestätigte die Schwierigkeiten und erklärte, dass es in diesem Jahr einen neuen Dienstleister geben werde, der mit dem Bauhof zusammenarbeiten wird.

Ein weiterer Vorschlag betraf den Tunnel an der Staatsstraße. Ein Anwohner, der Auf der Heid lebt, konnte nicht nachvollziehen, warum vor der Tunneleinfahrt aus südlicher Richtung kommend ein Tempo 70 Schild angebracht ist, wo doch rund 100 Meter weiter direkt am Tunnelende das Ortsschild stehe. „Viele sehen das als Möglichkeit, im Tunnel nochmal ordentlich zu beschleunigen“, erklärte der Anwohner. Noch dazu sei das Ortsschild schwer zu sehen. Er wollte wissen, ob es möglich sei, das Ortsschild zu verschieben oder zumindest schon vor dem Tunnel Tempo 50 einzuführen. Der Rathauschef sagte zu, den Vorschlag zu prüfen. Außerdem führe die Gemeinde regelmäßig Radarkontrollen an der Stelle durch.

Überrascht war Heyland über die Aussage mehrerer Bürger, dass die Busse in der Gemeinde auf den Fahrradstreifen an der Hauptstraße und teilweise auch auf Bürgersteige keine Rücksicht nehmen. „Da werden wir uns mit dem Busunternehmen in Verbindung setzen“, versprach Heyland.

Eine im Vorfeld gestellte Anfrage beschäftigte sich mit der E-Lade-Struktur in der Gemeinde. Dazu hatte der Bürgermeister eine kurze Präsentation mit dem geplanten Vorhaben vorbereitet. Die Gemeinde wolle mit den Orten in der Umgebung ein E-Lade-System mit backends etablieren. Das bedeutet, dass die Stationen mit einem zentralen Abrechnungssystem verbunden sind. 

Derzeit seien sieben Ladesäulen in Neubiberg geplant, unter anderem am Bahnhof, bei der Universität und bei Infineon. Aktuell liege das Konzept bei der Bewilligungsbehörde, mit dem Aufstellen der Säulen soll es im kommenden Jahr losgehen. Die Kosten werden sich aus Stromnutzungs- und Parkgebühren zusammensetzen. „Damit niemand die zentralen Stellen als Parkplätze zweckentfremdet“, betonte Heyland.

Kurios war eine Anfrage zum Halteverbot östlich der Hauptstraße. Ein Anwohner wollte wissen, wieso dort ein absolutes und kein eingeschränktes Halteverbot herrsche. „Wenn dort irgendwo ein Auto parkt, funktioniert der Begegnungsverkehr nicht“, verdeutlichte Heyland. Der Anwohner argumentierte, dass damit sein Grundstück nicht mehr erschlossen sei. 

Schließlich müsse er auf der Straße kurz halten, um das Garagentor zu öffnen. Das brachte Heyland zum Schmunzeln: „Ich bin mir sicher, dass das für die Kürze der Zeit kein Problem ist“, meinte er – und ließ sich dies zur Beruhigung des Bürgers vom anwesenden Kommissar Robert Fritsch auch bestätigen.

Iris Janda

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