Rufbus soll die Unterbiberger wieder besser anbinden

Neubiberg: Antrag für On-Demand-Bus

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Stephanie Konopac (FW.N@U) hat den Anstoß für einen Rufbus-Dienst nach Unterbiberg gegeben.

Einer der Verlierer der MVG-Tarifreform ist Unterbiberg: Dort gibt es seit der Umstellung keine Direktverbindung mehr nach Neubiberg. Der Gemeinderat hat sich nun einstimmig für einen Antrag auf ein Rufbus-System ausgesprochen. Bis zur Umsetzung soll es zusätzliche Verstärker geben.

Neubiberg/Unterbiberg – Wer den Neubiberger Gemeinderat kennt, weiß, dass es dort selten ohne große Diskussion zugeht. „Ausnahmsweise einmal Einigkeit“, forderte der scheidende Bürgermeister Günter Heyland (FW.N@U) in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Es ging ihm dabei um den Antrag aller Gemeinderatsfraktion an den Landkreis, stellvertretend ausgeführt durch die Freien Wähler, auf ein Rufbus-System zwischen Neubiberg und Unterbiberg.

Grund für den Antrag ist, dass mit dem MVG-Fahrplanwechsel am 15. Dezember der Linienbusverkehr mit dem 211er-Bus nach Unterbiberg eingestellt wurde. Wer nun von Neubiberg nach Unterbiberg und umgekehrt möchte, muss zunächst nach Neuperlach Süd fahren und dort umsteigen. Lediglich dreimal täglich verkehren Verstärkerbusse auf direkter Strecke. Gerade für die Schulkinder sei das bedenklich erklärt Stephanie Konopac, Gemeinderätin und Koordinatorin der Schulweghelfer Unterbiberg, auf deren Initiative hin der Antrag gestellt wurde:

„Mit Umstellung des Fahrplanes des 211er müssten die Grundschüler in Neuperlach Süd umsteigen, um nach Unterbiberg beziehungsweise zurück nach Neubiberg zu gelangen. Dies bedeutet eine deutliche Verlängerung der Fahrt und Unsicherheit beim selbständigen Umsteigen im sehr stark frequentierten Neuperlach Süd. Die drei für den Schülerverkehr eingesetzten ,Verstärkerlinien‘ zwischen Unterbiberg und den weiterführenden Schulen in Neubiberg morgens, mittags und nachmittags decken den Bedarf nicht mit ab und lassen den Freizeitverkehr von Schülern zwischen Unterbiberg und Neubiberg am Nachmittag oder Abend gänzlich außen vor.“

Konkret verlängert sich die Fahrtzeit von acht auf 20 Minuten. Eine unkomplizierte, direkte Busverbindung würde es unter anderem für Eltern von Kindern der Straße Auf der Heid weiterhin attraktiv machen, Gastschulanträge für die Grundschule Unterbiberg zu stellen. Dadurch könne dort die Mindestanzahl von Schülern zur Bildung von Ganztagsklassen ermöglicht werden. Genauso wie Heyland hält es Konopac für sinnvoll, den Antrag gemeinsam an den Landkreis zu stellen, der das Projekt finanzieren soll.

Allgemein regte sich in der Sitzung Unmut darüber, dass der 211er-Bus nun nicht mehr nach Unterbiberg führt. Heyland betonte: „Die Lösung wie jetzt war nie von irgendjemand so gewünscht.“ 

Der MVV sei der Meinung gewesen, die Verbindung nicht mehr wie bisher weiter erhalten zu können. Dafür entstünden Vorteile für die Bürger im Osten Neubibergs, die nun schneller nach Neuperlach Süd kommen, da der 217er gestärkt wurde.

Grünen-Bürgermeisterkandidat Kilian Körner hielt die On-Demand-Buslösung grundsätzlich für eine gute Idee. Allerdings sei diese nicht kurzfristig umsetzbar, womöglich frühestens ab Herbst. Daher forderte er per Dringlichkeitsantrag, dass der Bedarf für Schulbusse zwischen beiden Ortsteilen abgefragt werden soll und beim Landratsamt eine schnell realisierbare Lösung eingefordert werden müsse. Ihm schwebten da weitere Verstärkerlinien vor.

Tobias Thalhammer (CSU) ging das nicht weit genug. Schließlich gehe es nicht nur um die Schüler, sondern auch um alle Bürger. Daher sprach er sich, ebenso wie sein Parteikollege Thomas Pardeller, dafür aus, den Antrag um die Forderung nach einem regelmäßigen Linienverkehr zu erweitern. Für ihn sei die Rufbus-Lösung nur ein „Trostpflaster“. Dennoch stimme er dem Antrag zu, denn: „Jede Verbesserung ist gut.“

Mit den Ergänzungen zum Rufbus – der Forderung nach weiteren Verstärkern und der Prüfung einer langfristigen Linie – wurde der Antrag ohne Gegenstimme angenommen. Bürgermeister Heyland konnte so viel Einstimmigkeit selbst gar nicht glauben: „Ein gemeinsamer Beschluss, das ist ja sensationell.“

Iris Janda

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