Der versteckte Baggersee als kleine versteckte Oase

Die Lieblingsorte der HALLO-Redaktion im Münchner Osten und Südosten

Im Westteil des Landschaftsparks Hachinger Tal ragen Holzstege über den renaturierten Hachinger Bach.
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Im Westteil des Landschaftsparks Hachinger Tal ragen Holzstege über den renaturierten Hachinger Bach.

Landkreis – Heuer verreist corona- bedingt nicht jeder. So mancher denkt sich vielmehr: Warum bis zur Abreise bangen, ob das Ziel zum Risikogebiet erklärt wird? In und um München gibt es ja sowieso viel zu entdecken. Da mag man gebürtiger Münchner sein, doch so manchen See, Biergarten oder Park hat man ehrlich gesagt noch nie besucht. Höchste Zeit also, den Münchner Osten und Südosten zu entdecken. Vielleicht auf den Spuren der HALLO-Redaktion, die ihre Lieblingsorte verrät.

Der Fidsche im Münchner Nordosten

Badetasche packen, zur Fidsche gehen und einen Tag wie in der Südsee genießen. Am Heimstettener See kommt Urlaubsfeeling zu Hause auf. Er ist immer Ziel für einen Sommerferientag. Doch nicht nur das erfrischende Nass lockt, man kann die Seele baumeln lassen oder der Sehnsucht nach Idylle nachhängen. Auf dem Programm steht auch Buddeln, Klettern, Spaß haben am neuen Spielplatz, eine Partie Tischtennis spielen oder einfach in der Sonne dösen. Entstanden ist der Heimstettener See übrigens in den Jahren 1937/1938 durch die Kiesentnahme der Deutschen Reichsbahn. Der Erholungsflächenverein hat den Großteil des Erholungsgebiets von der Deutschen Bundesbahn gepachtet und 1969 mit den Ausbaumaßnahmen begonnen. Dafür, warum der Heimstettner See auch „Fidsche“ genannt wird, gibt es viele Erklärungen. Laut der Gemeinde Kirchheim hat der See seinen Spitznamen vom ehemaligen Bahnwärter Velaska, der dort wohnte. Der Name hat sich demnach mit der Zeit erst zu „Valatschka“ und dann zu „Fidsche“ gewandelt. 

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Der Trimm-dich-Pfad in Höhenkirchen-Siegertsbrunn

Wer eine Auszeit vom Alltagsstress braucht und durch Bewegung seinen Körper und Geist fit halten will, ist beim Trimm-dich-Pfad in Höhenkirchen-Siegertsbrunn genau richtig. Die rund drei Kilometer naturbelassene Laufstrecke bietet insgesamt 19 verschiedene Stationen, um sich unter freiem Himmel in Form zu halten. Von einfachen Mobilitäts- und Streckübungen bis hin zu Klimmstangen ist für jeden Sportfreund was dabei — unabhängig vom körperlichen Leistungsstand. Dabei sind die ausschließlichen Wald- und Wiesenwege sehr angenehm zu laufen und die wohltuende Waldluft spendet die notwendige Menge an Sauerstoff frei von Abgasen des Stadtverkehrs. Der Beginn des Trimm-dich-Pfades befindet sich an der Sportplatzstraße in Höhenkirchen gegenüber des umzäunten Fußballfeldes an der Waldkante. Von dort aus folgt man der guten Beschilderung von Station zu Station ehe man wieder den Sportplatz erreicht.

Jens Verhey

Der Hachinger Bach am Landschaftspark

Entlang des 44 Kilometer langen Hachinger Bachs gibt es viel zu entdecken. Mal führt eine Brücke über ihn, mal taucht der Bach ab ins Unterirdische. Wer in Oberhaching, Tauf- kirchen, Unterhaching oder Perlach wohnt, ist ihm schon mal begegnet. Meine Familie und ich, die eher im Zentrum der Stadt München wohnen, sind dem Gewässer in Unterhaching im Westteil des Landschaftsparks nähergekommen. Wegen der Landebahn des ehemaligen Flugplatzes Neubiberg und Unterhaching musste der Bach an dieser Stelle vor langer Zeit verlegt und begradigt werden. Doch Anfang des Jahrtausends entstand nach und nach der Landschaftspark Hachinger Tal. In Zuge dessen wurde der Bach renaturiert und naturnah gestaltet. Auf beiden Seiten des Baches gelangt man nun auf Steinstufen oder Holzstegen in Wassernähe. Wunderbar kann man dort verweilen, lesen oder Brotzeit machen. Und wer Schatten mag, findet diesen im Auwald. Natürlich verlockt es, weiterzuziehen und von den Hügeln den Blick über die ehemalige Landebahn schweifen zu lassen. Doch uns, die oft die Theresienwiese als großen Sportplatz nutzen, gefällt der Bach am besten — auf einem Steg mit den baumelnden Füßen im Wasser. 

Verena Rudolf

Der See im Riemer Park

Warum an den Ammersee oder Starnberger See fahren, wenn der Riemer See mit dem angrenzenden Riemer Park so viel zu bieten hat? Gut gelegen zwischen den Ortseilgrenzen von Salmdorf, Gronsdorf und der Messestadt ist er von allen Seiten erreichbar — und somit ein tolles Naherholungsgebiete für die Menschen im Münchner Osten. Je nach Geschmack machen die einen es sich eher auf der Seeseite mit den Stufen und die anderen etwa am Steinstrand gemütlich. Letzteres ist mein persönlicher Lieblingsort im Sommer. Wenn man an diesem Strandabschnitt liegt und die Stand-Up-Paddler auf der glitzernden Wasseroberfläche beobachtet, fühlt man sich wie am Gardasee. Nur, dass man dafür nicht nach Italien reisen muss. Für den kleinen Hunger zwischendurch kann man dann am angrenzenden Kiosk vorbeischlendern. Und wem das Herumliegen zu langweilig wird, der kann entlang der alten Flugschneise im Schatten der Bäume einen Spaziergang machen und die Häuserpromenade mit ihren kleinen Gärten bewundern. Am Ende der Schneise kommt man zum Kopfbau des alten Flughafens. Dieser Kopfbau soll nun endlich restauriert werden. Wer oder was dann dort dauerhaft einziehen soll, ist noch nicht klar, aber ein Restaurant mit Biergarten etwa könnte für den perfekten Ausklang eines schönen Urlaubstages am See sorgen. 

Lydia Wünsch

Das grüne Herz des Münchner Ostens

Zwischen Heinrich-Wieland- Straße und Quiddestraße gelegen, gibt es im Ostpark eine Insel der Ruhe. Und von Perlach kommend kann man schon beim Weg in den Park die idyllische Stimmung am Hachinger Bach entlang genießen. Im Vergleich zu seinem Pendant im Münchner Westen ist der Ostpark weniger überlaufen und genau der richtige Ort für eine Auszeit von der Hektik der Stadt. Von den Brücken am Parksee können Enten und Gänse beobachtet werden. Zahlreiche Bänke am Wegesrand laden zum Verweilen ein. Wer genau schaut, entdeckt auch das eine oder andere verstecktere Bankerl zwischen den Bäumen. Jogger nutzen die vielfach beschatteten Wege, um ihre Runden zu drehen und können anschließend an den Geräten am Fitness-Parcours ihre Muskeln trainieren. Wer nach Geselligkeit sucht, wird im Michaeligarten fündig. Auf den Weg dorthin sollten Parkbesucher aber noch durch die anliegenden, üppig bepflanzten Blumenbeete flanieren. Vom Biergarten aus dann haben Besucher einen herrlichen Blick auf den See. Mit der Ochsensemmel – wie es sie für gewöhnlich in der Ochsenbraterei auf dem Oktoberfest gibt – kommt da sogar Wiesn-Stimmung auf.

Iris Janda

Kleine Oase zwischen Perlach und Trudering

Das Stückchen Wald zwischen Neuperlach, Neubiberg und Trudering wird zwar Truderinger Wald genannt, gehört aber genau genommen zum Stadtbezirk Ramersdorf-Perlach. Und weil es so zwischen den Stadtteilen und Gemeinden liegt, ist das Wäldchen auch Begegnungsort. Immer kühl und auch vergleichsweise ruhig lädt der Truderinger Wald zum Spazieren ein. Wer sich auf etwa halben Wege zwischen Trudering und Neuperlach fragt, wohin manch einer zwischen den Gebüschen verschwindet, kann sich ruhig trauen, nachzugehen. Denn dort versteckt sich eine kleine Oase: Die stillgelegte Kies- grube Roth. Im Grunde genommen nur ein sehr großes Loch aus Kies. Durch die Natur, die sich die Grube im Wald wiedererobert hat, ist der „Baggersee“ (nicht zum Schwimmen, nur zum Anschauen!), der sich in der Mitte durch aufsteigendes Grundwasser gebildet hat, ein echtes Plätzchen zum Entspannen. Wer Lust auf Bewegung hat, versucht, die steilen Kieshänge zum See hoch- und runterzukommen. Die anderen können sich einfach hinsetzen und den Ausblick genießen.

Pia Getzin

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