Planung des Nordzulaufs

Lärmschutz im Fokus der Bahn-Anwohner in den Landkreisen um München und Trudering

Gesamtprojektleiter Matthias Neumaier und Dieter Müller beim Pressegespräch.
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Gesamtprojektleiter Matthias Neumaier und Dieter Müller beim Pressegespräch.

Die Bahn nimmt Fahrt auf. Für die Anwohner entlang der Bahnstrecke Großkarolinenfeld-Grafing-Trudering – und dies sind viele tausend Bürger – steht der Lärmschutz im Fokus.

München/Landkreis – Im Dialogforum, das im Rahmen des BBT-Nordzulaufs zwischen Bahn und Bürgern begonnen hat, befassen sich die Mitglieder mit den Fakten vor Ort. Als Anlieger am Dialogforum mit der Bahn, die den Bauherren, das Bundesverkehrsministerium (BMVI), vertritt, sind aktiv beteiligt die jeweiligen Bürgermeister und ein Bürger sowie Vertreter der Interessenverbände von Landwirtschaft, Handel und Gewerbe sowie Umwelt und Natur.

Im Dialogforum soll, wie die Bahn betonte, „gemeinsam ein objektives Beurteilungssystem erarbeitet werden. In einem Katalog werden Kriterien und messbare Indikatoren festgelegt. Sie zeigen die Erwartungen der Region an die Planung“, erläutert die Bahn.

Vereinfach gesagt erklärt aktuell die Bahn dem Bürger, was gebaut werden soll, und übermitteln dem Bundesverkehrsministerium, was der Bürger an Trassen und Lärmschutz haben möchte. Mit einzubeziehen ist die vom Bundestag beschlossene Bundesimmissionsschutzverordnung. Um einen wirklich guten Lärmschutz für die Bürger zu erreichen, muss Einklang zwischen dem Bundesverkehrsministerium als Auftraggeber der Baumaßnahme sowie den Bürgern hergestellt werden.

Wie aus einem Protokoll des Dialogforums hervorgeht, fragte ein Mitglied, „ob die S-Bahngleise nur für den S-Bahnbetrieb planfestgestellt sind und ob es rechtlich möglich ist, auf diesen Gleisen mit anderen Zügen zu fahren?“ Daraufhin habe Dieter Müller, Projektleiter bei der DB Netz AG für die Ausbaustrecke München-Trudering-Grafing und die Neubaustrecke Grafing-Großkarolinenfeld, erklärt, „dass wenn es aus der Kapazitätsuntersuchung das Ergebnis gebe, dass die S-Bahngleise genutzt werden, es ein neues Baurecht brauche. Der Lärmschutz werde in der Planung betrachtet“.

Der aktuelle Ausbau der Strecke steht im Bundesverkehrswegeplan, den der Bundestag diskutiert und beschlossen hat. Das BMVI hat der Bahn zunächst die Planung im gesetzlich vorgegebenen Rahmen übertragen. Wenn die Planung fertiggestellt sei, gingen die Ergebnisse an den Bundestag und es erfolge die parlamentarische Befassung, die mit der Zustimmung oder Ablehnung der Planung endet. Erst nach der Zustimmung beginne das Genehmigungsverfahren für die baulichen Maßnahmen. Die Eingangsprämisse der DB sei, dass die S-Bahn nicht beeinträchtigt werde, so die Bahnvertreter.

Rund ein Jahr später als geplant hat das Dialogforum begonnen. Jetzt scheinen die Termine im Monatsrhythmus und teils auch im Online-Chat stattzufinden. Am 20. und 21. Juli traf man sich in Grafing und Ebersberg. Danach fand ein Online-Chat statt und bereits in der zweiten August-Dekade ist ein weiteres Treffen vor Ort geplant. Bei ihren Treffen diskutieren die Dialogforumsmitglieder, welche Belange vor Ort zu berücksichtigen sind und wie die verschiedenen Kriterien gewichtet werden können.

„Wir fahren zweigleisig“, erklärte kürzlich der neue Gesamtprojektleiter Matthias Neumaier beim Pressegespräch in Ebersberg. Während in der Region Rosenheim das Planfeststellungsverfahren für die Bahntrasse für den Benner-Basis-Tunnel-Nordzulauf (BBT) abläuft, startet man in der Region Grafing bis Trudering den Dialog mit Kommunen, Betroffenen und den Bürgern. Ebenso neu beim Benner-Basis-Tunnel-Nordzulauf (BBT)-Team und zuständig für den Bereich Großkarolinenfeld bis Trudering ist Dieter Müller. Ihre erfolgreiche Zusammenarbeit haben sie bereits bei Bahn-Projekten im Allgäu bewiesen, lässt Bahnsprecher Franz Lindemair wissen.

Gesamtprojektleiter Matthias Neumaier gilt bei der Bahn als Mann, der seine Projekte in der Planungs- als auch in den Realisierungsphasen begleitet und vollendet. Neue Fakten für die in den Info-Flyern gerne blau gekennzeichnete Zone Großkarolinenfeld-Grafing-Trudering kann er nicht aufzeigen. Man sammelt Daten in nicht-öffentlich veranstalteten Dialog-Foren. Doch transparent werde man die Protokolle auf der Homepage des Benner-Basis-Tunnel-Nordzulauf veröffentlichen, so Neumaier. 

ar


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