Mehr Verantwortung übernehmen

Militärpfarrerin Dr. Hepp, Oberst Freitag, Landtagspräsident a.D. Glück, Landrätin Rumschöttel, Militärpfarrer Dr. Folz, Präsidentin Prof. Niehuss, Prof. Gantzer (MdL), Regierungspräsident Hillenbrand, Bürgermeister Heyland (v. li.). Foto: privat

Zahlreiche Gäste in Zivil und Uniform folgten in diesem Jahr dem Ruf von Militär- und Hochschulpfarrer Dr. Jochen Folz zum Neujahrsempfang der evangelischen und katholischen Militärseelsorge an der Universität der Bundeswehr München.

„Wenn die Kirche ruft, dann kommen sie alle“, stellte die Präsidentin Prof. Merith Niehuss in ihrem Grußwort fest. So gaben sich unter anderem Landrätin Johanna Rumschöttel sowie der Bürgermeister der Gemeinde Neubiberg Günter Heyland die Ehre. Sicherlich hatte aber auch der angesehene Gastredner seinen Anteil an der großen Beteiligung am Neujahrsempfang. Alois Glück verglich zu Beginn seiner Rede das Jahr 2011 mit dem spannungsreichen Jahr 1989. Er erklärte, die Ereignisfülle des vergangenen Jahres erinnere ihn an das Jahr des Mauerfalls und die Überführung der DDR in die soziale Marktwirtschaft. Genau wie damals habe man vor wichtigen Aufgaben gestanden, ohne dabei auf Erfahrungswerte zurückgreifen zu können. Als einschlägige Beispiele für 2011 nannte er den veränderten Anspruch der Bürger auf politische Teilhabe, aber auch die Querelen um die Euro-Rettung. Grundsatzentscheidungen Für das neue Jahr erwartet Glück weitere richtungweisende Grundsatzentscheidungen. Diese seien schon aufgrund der europäischen Schuldenkrise notwendig und würden daher in jedem Fall früher oder später auf die Bürgerinnen und Bürger zukommen. Er warnte zugleich davor, diese Reformdebatte nur auf ökonomische Gesichtspunkte zu reduzieren. Vielmehr müssten akute Probleme ganzheitlich diskutiert und die Frage gestellt werden, ob es nicht überfällig sei, tief greifende Veränderungen einzuleiten. Langfristiges Wirtschaften, mehr Lebensqualität – das sind für Alois Glück die Grundlagen einer zukunftsfähigen Gesellschaft. „Was ist uns etwas wert?“ fragte er provozierend in den Raum und deutete an, Wohlstand und Konsum seien für die Menschen heute mehr Bedrohung denn erstrebenswerte Ziele. Deutschland fehle es insgesamt an einer umfassenden Verständigung über gemeinsame Grundwerte. In einer erfolgreichen Gesellschaft stehe, so Glück, die Würde des Menschen und damit das Menschenbild im Mittelpunkt. Eliten müssten wieder vermehrt Verantwortung für ihre Mitmenschen übernehmen. Zwar sei der Sozialstaat ein kluger und wichtiger Stabilitätsanker, niemals könne dieser aber menschliche Nähe ersetzen. Sein Gesellschaftsideal erweitert deshalb den Begriff der Leistungselite um den der Verantwortungselite und beansprucht eine neue Balance zwischen Rechten und Pflichten. „Es ist Zeit zu diskutieren, was uns wirklich glücklich macht“, schloss Glück seinen Vortrag und ließ damit ein nachdenkliches Publikum zurück, das ihm durch ausgiebigen Applaus seinen Respekt zollte.

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