Carsharing-Genossenschaftsprojekt

„Man darf den Fortschritt nicht aufhalten“

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Sind überzeugt vom Sinn des Carsharing-Projekts „immer mobil eG“, das im März in Ottobrunn und Neubiberg Fahrt aufnehmen will (v.l.): Marcel Prasser (Initiator immer mobil eG), Christian Gusic (Lautlos durch Deutschland), Günter Heyland (Bürgermeister Neubiberg), Thomas Loderer

„Immer mobil“ soll man in Ottobrunn, Neubiberg und Hohenbrunn ab Anfang März auch ohne eigenes Auto sein können. Die neue Carsharing-Initiative „immer mobil eG“ startet als eingetragene Genossenschaft mit drei Fahrzeugen.

Seit gut einem Jahr kümmert sich Jean Marcel Prasser aus Überzeugung um den Aufbau eines Carsharing-Systems im südöstlichen Landkreis. „Da Carsharing nicht als gemeinnützig anerkannt ist, gibt es im Genossenschaftsmodell mehr Klarheit und Regelungen zu Mitgliedsanteilen, Einflussnahme und Steuerung“, erklärt Prasser, warum er keinen Verein, sondern eine „eingetragenen Genossenschaft“ gründen will. Prasser selbst, Jürgen Gott vom gleichnamigen Autohaus, der Neubiberger Umweltreferent Jürgen Knopp und drei weitere sind schon vom Genossenschaftsmodell überzeugt.

Erweiterung nicht ausgeschlossen

Es braucht noch zwei Gründungsmitglieder und weitere Mitmacher. Über die Zeit will das Wirtschaftsunternehmen „immer mobil eG“ Gewinn erzielen, um in Erweiterung des Fuhrparks, Ausbau der Standorte und weitere Angebote zu investieren. Auch soll es eines Tages Arbeitsplätze anbieten. Prasser betont, dass „immer mobil eG“ keine Konkurrenz zum öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sein soll, sondern Bequemlichkeit und Mobilität zu einem vernünftigen Preis ermöglichen will, auch wenn es teurer als dieser ist. „Aber es ist bequemer und ich kann mehr transportieren.

Gegenüber allen anderen motorisierten Verkehrsmitteln ist Carsharing aber deutlich günstiger“, plädiert Prasser für seine Initiative. Wer Autos mit anderen teilen will, ob als Genossenschaftler oder Test-Nutzer, muss eine Einmaleinlage zahlen und einen Monatsbeitrag, mit dem unter anderem die laufenden Kosten gedeckt werden. Die Ausleihe eines Wagens kostet eine Grundmietgebühr pro Stunde (geplant sind 2,90 Euro/Stunde) zuzüglich Kosten pro gefahrenen Kilometer (geplant 0,29 Euro/Kilometer). Wie bei anderen Carsharing-Möglichkeiten kann man sich Autos im Voraus reservieren; beispielsweise am Montag schon für das übernächste Wochenende. Zunächst wird mit drei Autos gestartet. Die zwei Benziner, ein leiser Auris-Hybrid und ein Toyota Aygo, stellt das Autohaus Gott aus Riemerling, dessen Geschäftsführer Jürgen Gott vom Konzept überzeugt ist: „Man darf den Fortschritt nicht aufhalten. Wir haben den Vaterstettener Auto-Teiler Verein unterstützt, dann tun wir das hier auch. Schließlich nutzen viele Personen Carsharing als Zweitauto und lernen so unsere Autos kennen.“

Mehrere Standorte

Zweiter im Bunde ist „Lautlos durch Deutschland“ aus Hohenbrunn, der das Elektroauto stellt. Dieses soll seinen Standplatz am Neubiberger Rathausplatz bekommen, wofür Neubibergs Bürgermeister Günter Heyland (FW N@U) die gemeindliche Stromtankstelle vom Floriansanger an den Rathausplatz umlegen will. Er denkt auch daran, für den Carsharing-Pool Gemeindefahrzeuge in den Stunden zu stellen, zu denen die Verwaltung sie nicht braucht. „Carsharing ist Teil des Neubiberger Klimaschutzkonzepts“, so Heyland. Darüber muss noch detailliert nachgedacht und entschieden werden. Ebenso darüber, ob die Gemeinde Genossenschaftlerin wird. Ganz grundlegende Überlegungen stehen auch für Ottobrunns Bürgermeister Thomas Loderer (CSU) zur Debatte, „da Carsharing immer mehr kommt“. Ein zukünftiger Standplatz eines weiteren Autos wäre an der Ottosäule denkbar. Zunächst muss aber einer in Nähe des S-Bahnhofs Ottobrunn gefunden werden.

Das Projekt ist noch am Entstehen, aber an einen Beginn im März glauben alle. Infos zur neuen Carsharing-Genossenschaft gibt es bald unter www.immermobil.info oder aktuell bei Jean Marcel Prasser unter Telefon 0176/81628569.

ola

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