In der Klemme

Lindenburschen: Sonnwendfest abgesagt

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Heuer vom Pech verfolgt – stolz führten die Lindenburschen noch im vergangenen Jahr den großen Festumzug anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens an.

Die Lindenburschen Neubiberg werden heuer kein Sonnwendfest feiern. Auf dem Festplatz steht eine Traglufthalle für Flüchtlinge, ein geeigneter Alternativort ist nicht zu finden. Dazu kommt, dass jetzt auch noch der Maibaum umgelegt werden muss, weil er Faulstellen aufweist. Pech und Ärger für die Lindenburschen, denen wesentliche Einnahmen entgehen.

„Quo vadis Tradition“, fragte Simon Huff, der Vorsitzende des Burschenvereins, als die Traglufthalle stand und er mit den anderen Burschen und der Gemeinde nach Alternativstandorten für das Sonnwendfeuer suchte. Auf dem Floriansanger nahe der Burschenhütte sind inzwischen naturgeschützte Eidechsen umgesiedelt, die ein großes Fest verhindern. Alternativ wurde die Wiese an der Lilienthalstraße in Unterbiberg geprüft, auf der jedes Jahr das Winterfeuer der Unterbiberger Feuerwehr stattfindet. Doch sie ist zu klein, bietet nur 2500 Personen Platz statt 4000 bis 5000 Besuchern. Auch sind die Auflagen enorm und finanziell nicht zu erfüllen, sagen die Lindenburschen. Selbst wenn sie die logistischen Herausforderungen stemmen könnten. Sie sagten das Sonnwendfeuer 2016 ab.

„Ich kann nur hoffen, dass wir 2017 wieder auf unseren Festplatz zurückkehren können, wie es uns Bürgermeister und Landrat hoch und heilig versprochen haben“, hofft Altbursche Christian Wehrenpfennig. „Festplatz weg und dann noch mehr Auflagen bei viel weniger Gästen? Mit dem richtigen Willen hätte man das auch besser lösen können“, wird er deutlich; mit Blick auf die umgesiedelten geschützten Eidechsen, für die man im Umweltgarten oder Landschaftpark „bestimmt auch a Platzerl“ hätte finden können. Gefeiert werden soll trotzdem. Die Lindenburschen laden am 16. Juli zum „Angerfest“ in den Floriansanger ein, zu zünftiger bayrischer Musik, Gegrilltem und kühlem Bier. S

ie hoffen, dass „zumindest a bissl was hängen bleibt“ (Wehrenpfennig), weil der Kassier schon eine Ausgabensperre verhängen musste und die Einnahmen aus dem Sonnwendfeuer wegfallen. Doch damit nicht genug. Auch der „Maibaum-TÜV“ hatte noch eine ungute Überraschung im Gepäck: Die jüngste Kontrolle ergab, dass der 2013 aufgestellte Maibaum einen Querriss im Bereich der größten Biegemomente auf Höhe der Halteklammer aufweist. Außerdem sind durch Pilzbefall die äußeren sechs bis acht Zentimeter des Stammes (Durchmesser rund 30 Zentimeter) morsch. Damit ist die Standfestigkeit nicht mehr gewährleistet und der Maibaum muss entfernt werden. Ein Termin für das Umlegen steht noch nicht fest.

Die Burschen werden aus dem Maibaum Bierbänke, bemalte Baumscheiben und andere Dinge fertigen, die sie am Angerfest am 16. Juli versteigern. „Ein neuer Maibaum wird erst am 1. Mai 2018 aufgestellt, damit die traditionelle Fünf-Jahres-Phase eingehalten wird“, teilen die Burschen mit. Verhehlen aber nicht, dass der Maibaum ihrer Meinung und Erfahrung nach noch gut ein Jahr standfest gewesen wäre. Nähere Infos unter www.bv-neubiberg.de.

ola

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