Potenzial wird bemessen

Landkreis: SWM untersuchen Gemeinden für Geothermie

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Mithilfe sogenannter Geophone und speziellen Fahrzeugen wird bis Ende März das Geothermie-Potenzial gemessen.

Wer derzeit durch den südöstlichen Landkreis fährt, dem dürften die Stab-Konstruktionen mit den vielen Kabeln an den Straßenrändern bereits aufgefallen sein. Info-Schilder verraten, worum es sich handelt: Geophone.

Die hochempfindlichen Geräten wurden von den Stadtwerken München (SWM) im Januar in Otto­brunn, Hohenbrunn, Höhenkirchen-Siegertsbrunn, Brunnthal und Sauerlach aufgestellt. Außerdem befinden sie sich an manchen Stellen in Aying, Taufkirchen, Neubiberg, Unterhaching, Putzbrunn und Grasbrunn. 

Die SWM wollen so das Erdwärme-Potenzial im Großraum München untersuchen. Das heiße Thermalwasser im tieferen Untergrund nutzen bereits die Geothermieanlagen in Kirchstochach, Dürrnhaar und Sauerlach. 

Nun möchten die Stadtwerke das tiefengeothermische Potenzial im Umfeld der Anlagen ausschöpfen und führen dazu bis Ende März auf einem zirka 177 Quadratkilometer großen Gebiet seismische Messungen durch.

Diese erfolgen mit dem umweltschonenden Vibroseismik-Verfahren. Spezielle Vibro-Fahrzeuge erzeugen Schallwellen, die im Untergrund im Grenzbereich verschiedener Gesteinsausbildungen reflektiert werden. 

Die hochempfindlichen Geophone an der Erdoberfläche messen die reflektierten Schallwellen. Aus den daraus hervorgehenden Daten werden im Anschluss 3D-Bilder des Untergrunds erstellt.

Entlang der Messlinien fahren Vibro-Fahrzeuge gleichzeitig zu verschiedenen Stellen im Messgebiet und senken an festgelegten Anregungspunkten eine Rüttelplatte auf den Boden ab. Von dort werden für 60 Sekunden Schwingungen in den Untergrund gesendet. 

Danach fährt das Fahrzeug zum 30 Meter entfernten nächsten Anregungspunkt. Da jeder Punkt nur einmalig befahren wird, sind nur kurz die Betriebsgeräusche des Fahrzeugs und die Vibrationen der Rüttelplatten wahrnehmbar.

Es kommt während der Messungen zu Geräuschentwicklung und kurzzeitiger Verkehrsbehinderungen. Die Vibrationen sind für den Menschen nur im engeren Umkreis zu den Fahrzeugen spürbar. Weitere Fragen werden unter seismik@swm.de beantwortet.

ija

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