Schritt in die Mobilität der Zukunft

Landkreis München möchte „WasserstoffMobilitäts-Region“ werden

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Der Landkreis bewirbt sich bei einem Bundes-Förderprogramm für Wasserstoffmobilität.

Ein wesentlicher Teil des CO2-Ausstoßes wird durch Verkehr verursacht. Elektrisch angetriebene Fahrzeuge sind daher ein wichtiges Mittel, die CO2-Belastung zu reduzieren. Während batteriebetriebene Fahrzeuge im Straßenbild langsam sichtbarer werden, sind Brennstoffzellenfahrzeuge eher noch die Ausnahme.

Insbesondere für Nutzfahrzeuge bietet sich die Brennstoffzellentechnologie an. Aufgrund der benötigten Reichweiten, der täglichen Betriebszeiten sowie hoher Leistungsbedarfe sind Fahrzeuge wie Lkw oder Busse für den herkömmlichen Batteriebetrieb weniger geeignet. Die Wasserstofftechnologie bietet hier eine attraktive und emissionsfreie Alternative.

Die CSU-Fraktion im Landtag beantragte deshalb bereits im November 2018, ein Pilotprojekt zu starten, bei dem im Landkreis die Technologie getestet wird. (HALLO berichtete). Außerdem forderte sie, dass sich der Landkreis um eine Teilnahme am vom Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur (BMVI) initiierten Förderprogramm „HyLand – Wasserstoffregionen in Deutschland“ bewerbe.

Wie das Landratsamt mitteilt, hat der Landkreis München dies nun zusammen mit den Landkreisen Ebersberg und Landshut getan. Die Bewerbung der Verbundregion erfolgt in der Kategorie „HyPerformer“ und zielt auf einen vollständig geschlossenen, mit grünem, in der Region erzeugtem Strom betriebenen Wasserstoffkreislauf von der Erzeugung bis zum Verbrauch. Hierfür kommen insbesondere Bus- und Lkw-Verkehre, aber auch industrielle Logistik innerhalb eines Betriebs, zum Beispiel mittels Gabelstaplern, infrage.

20 Millionen Euro ­Förderung

In der Verbundregion wird ein Verbund aus Unternehmen einen geschlossenen Kreislauf aus erneuerbarer Energieerzeugung und Energienutzung mit Hilfe des Energieträgers Wasserstoff (H2) erproben und Perspektiven für eine breite dezentrale Nutzung von „grünem“ Wasserstoff aufzeigen. 

Der geschlossene Wasserstoff-Kreislauf beinhaltet die dezentrale Wasserstofferzeugung aus erneuerbaren Energien an einem oder mehreren Standorten in der Region, die Wasserstoffverteilung in der Region, die Wasserstoffbetankung an Tankstellen in der Region und den Betrieb von emissionsfreien Wasserstoff-Bussen, -Pkw und -Logistikfahrzeugen durch Unternehmen der Region. Mit insgesamt bis zu 20 Millionen Euro könnte das Projekt gefördert werden. Fördermittelempfänger wären neben den Landkreisen auch unmittelbar die am Projekt beteiligten Unternehmen.

„Das Vorhaben, mit dem wir als interkommunaler Verbund sowohl Forschung, Entwicklung als auch die Wirtschaft einbinden wollen, ist mehr als anspruchsvoll“, so Landrat Christoph Göbel. „Es würde aber einen weiteren wichtigen Schritt in die Mobilität der Zukunft bedeuten.“

Nach einstimmigen Beschlüssen von Mobilitäts- und Kreis­ausschuss hat am 23. September auch der Kreistag dem Vorhaben ohne Gegenstimme zugestimmt. Dann können sich die drei Landkreise auf den Weg machen und vielleicht als erste Wasserstoffregion zum Leuchtturmstandort für die Wasserstoffanwendung mit erneuerbarer Energie in Bayern werden.

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