Tempolimit kommt – aber anders als gefordert

Innenministerium genehmigt zum Lärmschutz Geschwindigkeitsbeschränkungen auf A995 und A8

Innenminister Joachim Herrmann mit Verkehrsministerin Kerstin Schreyer.
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Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und Verkehrs­minis­terin Kerstin Schreyer geben grünes Licht für Lärmschutzmaßnahmen an A995 und A8.

An fünf Autobahnabschnitten in München sollen Tempolimits zum Schutz der lärmgeplagten Anwohner verschärft oder erweitert werden. Auch die A995 bei Unterhaching und Taufkirchen sowie die A8 bei Neubiberg sind davon betroffen.

Landkreis - Im Juli diesen Jahres wurde die Lärmschutz-Petition aus Unterhaching und Taufkirchen für ein Tempolimit von 80 km/h auf den Autobahnen A995 und A8 im Bayerischen Landtag abgelehnt. Nun gibt es grünes Licht aus dem Innenministerium für Lärmschutzmaßnahmen an fünf Autobahnen in München. Allerdings entspricht das bei weitem nicht dem, was Bürger und Rathauschefs mit ihrer Petition forderten.

So soll auf der A995 von der Anschlussstelle München-Giesing bis Taufkirchen eine ergänzende Geschwindigkeitsbeschränkung in Fahrtrichtung Salzburg tagsüber auf 120 km/h erfolgen. Die A8 Ost erhält zwischen München-Perlach und Neubiberg eine ergänzende Geschwindigkeitsbeschränkung auf 100 km/h tagsüber. Die Tempolimits sollen noch in diesem Jahr in Kraft treten.

„Ich habe zugestimmt, dass die zuständige Autobahn­direktion Südbayern noch in diesem Jahr an fünf Autobahnabschnitten die entsprechenden Geschwindigkeitsbeschränkungen umsetzt“, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zum Beschluss. Hintergrund sind Untersuchungen aus Anlass des „Lärmaktionsplans für das Umfeld der Bundesautobahnen in der Landeshauptstadt München“. In einer Gesamtbetrachtung aller Bundesautobahnen im Umfeld der Landeshauptstadt München wurden fünf Autobahnabschnitte identifiziert, auf denen eine Verschärfung beziehungsweise Erweiterung der Tempolimits zum Schutz der Anwohner wegen der starken Lärmbelastung geboten ist.

„In den vergangenen Jahrzehnten hat der Verkehr deutlich zugenommen und damit auch die Lärmbelastung für Anwohner. Wo für Lärmschutzwände kein Platz ist und schon lärm­arme Fahrbahnbeläge vorhanden sind, können wir im städtischen Gebiet versuchen, die Situation mit Geschwindigkeitsbeschränkungen weiter zu verbessern“, erklärte Verkehrsministerin Kerstin Schreyer. Dabei müsse allerdings mit Augenmaß vorgegangen werden. Die Maßnahmen dürften nicht dazu führen, dass am Ende in Wohngebieten mehr Lärm durch Ausweichverkehre entstehe.

Herrmann ergänzt: „Lärmschutz für die Anwohner ist wichtig. Lärmschutz durch Geschwindigkeitsbeschränkungen bedeutet aber auch, dass gleichzeitig die Verkehrsteilnehmer belastet werden. Eine sorgfältige Auswertung und Bewertung ist deshalb unerlässlich.“ Dazu gehöre auch, die bundesgesetzlichen Spielregeln hierzu und die Anforderungen der Rechtsprechung, wie sie jüngst in der A94-Entscheidung des Verwaltungsgerichts München ergingen, zu beachten. „Ich bin sicher, dass wir mit den Maßnahmen eine für alle ausgewogene Regelung erreichen können“, so Herrmann weiter.

Bei den zugrundeliegenden Untersuchungen wurden für die Bundesautobahnen im Umfeld von München verschiedene Kriterien wie die Überschreitung der straßenbaulichen oder verkehrsrechtlichen Lärmgrenzwerte, die Dichte der Wohnbebauung, die Zahl der Betroffenen, die Möglichkeit baulicher Lärmschutzmaßnahmen oder eine Harmonisierung des Geschwindigkeitsniveaus und vieles weitere beleuchtet.

Demnach kommen an fünf Stellen innerhalb des Autobahnrings A 99 verschärfte oder ergänzende Geschwindigkeitsbeschränkungen infrage. An diesen Stellen werden die schon vorhandenen Geschwindigkeitsbeschränkungen in der Regel um 20 km/h verschärft oder erweitert. Neben den Beschränkungen an A995 und A8 sind drei weitere Autobahnen betroffen:

Betroffene Autobahnen

A 9, Anschlussstelle (AS) München-Frankfurter Ring bis AS München-Schwabing: durchgehende Geschwindigkeitsbeschränkung auf 60 km/h

A 95, AS München-Kreuzhof bis Schloss Fürstenried: durchgehende Geschwindigkeitsbeschränkung auf 60 km/h

A 96, AS München-Sendling bis AS München-Blumenau: durchgehende Geschwindigkeitsbeschränkung auf 60 km/h

ija

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