Konzept neues Rathaus in Neubiberg

Konzept für Rathaus-Ausbau steht fest

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Aktuell werden im Haus der Weiterbildung (rechts) Räume von der Neubiberger Verwaltung genutzt. Künftig soll das alte Rathaus saniert und durch einen Erweiterungsbau ergänzt werden.

Das Rathaus Neubiberg platzt aus allen Nähten, die Räumlichkeiten reichen nicht aus und sind teilweise nicht mehr zeitgemäß. Die Gemeinde will nun einen Anbau für das alte Rathaus bauen. Auch das Haus der Weiterbildung bedarf einer Sanierung. Dazu tagte nun der „Sonderausschuss Verwaltungsgebäude“.

Die Räume für die Verwaltung im Rathaus Neubiberg reichen nicht mehr aus. Einige der Mitarbeiter nutzen derzeit sogar Zimmer im Haus der Weiterbildung neben dem Rathaus. Deshalb denken die Gemeinderäte bereits seit längerer Zeit über einen Erweiterungsbau nach.

Nach Workshops und Arbeitsgruppen zum Thema, an denen auch die Bürger beteiligt wurden, wurde ein „Sonderausschuss Verwaltungsgebäude“ ins Leben gerufen, der nun erstmals tagte. Bei der Realisierung des ehrgeizigen Projekts denkt die Gemeinde zwar im Fünfjahrestakt, mit einer Fertigstellung rechnen alle aber erst um 2020.

Dennoch kamen die Räte auf Basis eines von der Verwaltung ausgearbeiteten Vorbereitungspapier in den Grundzügen voran. Erste Detailausrichtungen wurden in Beschlüssen festgehalten.

Die Verwaltung solle künftig unter einem größeren Dach vereint werden. Knapp 2000 Quadratmeter an notwendiger Nutzfläche haben die Neubiberger bislang errechnet. Rund 7,7 Millionen Euro teuer könnte das Projekt sein. Als Standort einigte man sich auf eine freie Fläche direkt neben dem alten Rathaus. In einem modernen Bau will man die fehlenden 1200 Quadratmeter für die Mitarbeiter bereitstellen.

Einen kompletten Neubau an anderer Stelle verwarfen die Räte angesichts fehlender Alternativflächen und einer weit höheren Kostenerwartung von zirka 11,2 Millionen Euro. Einigkeit bestand bei der Entscheidung für einen parallelen Bauverlauf: Um Zeit zu sparen soll zeitgleich das Bestandsgebäude saniert und der Neubau errichtet werden. Im Vorfeld soll die technische Sanierung des Hauses für Weiterbildung erfolgen – auch weil gravierende Mängel einen zeitnahen Eingriff notwendig machen.

Eine Schwierigkeit bei dem Projekt ist allerdings, die notwendige Auslagerung der Mitarbeiter. Hier will Neubiberg auf neu entstehende Büroflächen am Bahnhof zurückgreifen. Diese sollen für fünf Jahre vom örtlichen Investor „TenBrinke“ gemietet werden. Erste Verhandlungen laufen bereits. Dort sollen die Mitarbeiter des Rathauses während der Sanierungen untergebracht werden.

Als Mietzins für eine Mindestmietdauer von fünf Jahren veranschlagte Bauamtsleiter Christian Einzmann gut 1,24 Millionen Euro. Etwas teurer als eine alternative Containerlösung am Rathausplatz selbst. Doch die kam für die Räte nicht in Frage. „Verschandelung des Ortsbildes, wegfallende Parkplätze, räumliche Enge und eine nicht hinnehmbare Belastung für Anwohner und Mitarbeiter“ ließen den Rat von einer solchen Überlegung rasch abrücken. Diskussionsbedarf gab es während der ersten Sitzung im Sonderausschuss dagegen bei der Entscheidung über Pro und Kontra eines Architektenwettbewerbs. 

Während Hartmut Lilge (CSU) vor allem aufgrund der Kostenerwartung von einem städtebaulichen Wettbewerb abriet, beurteilte dies die klare Ratsmehrheit konträr. Sie schloss sich dem Rat Einzmanns an, der in einem solchen Wettbewerb mit zehn bis fünfzehn arrivierten Teilnehmern die Chance sah, viele Planungsideen für relativ wenig Preisgeld einzufahren. „Es ist das Königsbauwerk der Gemeinde, da sollte man nicht am falschen Ende sparen“, lautete die Meinung der Mehrheit. Wie passend, dass sich die Beschlüsse des Ausschusses auch mit der eigens angeforderten Stellungnahme des Rathaus-Personalrates deckten. Das laut Bürgermeister Günter Heyland „Mammut-Projekt Rathaus-Ausbau“ hat noch eine weite Wegstrecke vor sich. Doch das Projekt kommt gut voran.

Harald Hettich

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