Gemeinde will Raser künftig mehr einbremsen

Kommunale Verkehrsüberwachung in Brunnthal beschlossen

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Raser künftig besser einbremsen will die Gemeinde Brunnthal wie hier im Zentrum von Hofolding. Am 1. Juli soll es los gehen mit der Kommunalen Verkehrsüberwachung.

Ab dem 1. Juli will die Gemeinde Brunnthal Raser verstärkt abblitzen lassen. Gegen nur eine Stimme votierte der Gemeinderat am Mittwoch für einen Beitritt zum Zweckverband Kommunale Verkehrs- überwachung Oberland.

Mit der Neuregelung hofft der Gemeinderat, die besonders neuralgischen Punkte in der Flächengemeinde künftig besser in den Griff zu bekommen. Allein auf die begrenzten Kapazitäten der Polizei will man sich künftig offenbar nicht mehr verlassen. Unfallschwerpunkte und Orte häufiger Geschwindigkeitsübertretungen sollen regelmäßig kontrolliert werden. Zudem soll geprüft werden, ob die kommunale Verkehrsüberwachung auch auf den ruhenden Verkehr ausgedehnt werde, um die Parksituation vor Ort zu verbessern. „Donnerwetter, jetzt blitzt es“! Mit Hinweisbannern wie diesem verweist die Gemeinde derzeit bereits auf die anstehende „Blitzverdichtung“. Wie Bürgermeister Stefan Kern (CSU) im Gemeinderat verdeutlichte, solle aber „keine Abzocke der Bürger“ stattfinden. Wo genau bald wann geblitzt werde, wisse man natürlich selbst nicht. Besonders relevante Kontrollpunkte wurden im Gemeinderat aufgelistet. In den Gemeindeteilen sind vorrangig zehn Gefahrenpunkte ausgewiesen. Neben dem Brunnthaler Zentrum an der Münchner Straße oder an der westlichen Ortszufahrt der Otterloher Straße sowie in Kirchstockach sind besonders Faistenhaar und Hofolding mit sechs Kontrollpunkten vorwiegend an der Staatsstraße im Fokus. Nachvollziehbar: Viele Pendler nutzen das verkehrsintensive Geflecht entlang der Sauerlacher-, Faistenhaarer- und Ayinger Straße in der Binnenlage zwischen Bundesautobahn und Staatsstraße 2078 Richtung Rosenheim. „Über 10.000 Fahrzeugbewegungen“ hat die Gemeinde allein Tag für Tag durch Hofolding und Faistenhaar vorgerechnet. Häufig werde dabei viel zu schnell gefahren, so der Rats-Tenor.

Der Zweckverband hatte bei der Präsentation seiner umfangreichen Maßnahmen bereits vor einigen Monaten im Gemeinderat überzeugen können (wir berichteten). Am Mittwoch war die Entscheidung nur Formsache. Auch die Brunnthaler Nachbarn Hohenbrunn, Höhenkirchen-Siegertsbrunn, Aying und Sauerlach kooperieren bereits mit dem Zweckverband. Von Sauerlach möge man sich zudem „sinnvolles abschauen“, forderte Ernst Portenlänger (SPD) eine Ausweitung auf den ruhenden Verkehr. „In Sauerlach bekommst Du plötzlich in der Ortsmitte und vor den Wirtshäusern wieder Parkplätze, seit hier die kommunale Verkehrsüberwachung regelmäßig Billets ausstellt.“ Bei höherem Kontroll-Aufkommen hielten sich die Leute wieder an die Parkzeiten. Einsicht über den eigenen Geldbeutel quasi. Brunnthal brauche eine solche Kontrolle — gerade mit Blick auf die neue Ortsmitte. Im Rat herrschte grundsätzliches Einverständnis. Allerdings soll zunächst die Kostenfrage ausgelotet werden.

Harald Hettich 

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