Hereinspaziert in die Stube

Zwergerl in Höhenkirchen feiern am Freitag Tag der offenen Tür

Die neuen Räume der Zwergerlstube sind bunt und gemütlich gestaltet.
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Die neuen Räume der Zwergerlstube sind bunt und gemütlich gestaltet.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn – Ganz klar – Stühle gehören ans Fenster und nicht an den Tisch. Zumindest im Spielkreis der Zwergerlstube ist das so. „Die stehen dort immer, weil die Kinder aus dem Fenster schauen wollen“, erklärt Britta Werhahn, Leitern des Spielkreises, mit einem Lächeln. Die letzten fünf Jahre mussten die Kinder aber auf diese hölzerne Aussichtsplattform verzichten. Zur Erinnerung: Die Zwergerl- stube, die 1977 von einigen neu zugezogenen Müttern in Höhenkirchen-Siegertsbrunn gegründet wurde, war viele Jahre in der Alten Apotheke an der Bahnhofstraße untergebracht.

Vor sechs Jahren ging es in die Räumlichkeiten in der Angerstraße, weil die Alte Apotheke aus Brandschutzgründe saniert werden musste. Weil der dort ebenfalls untergebrachte Kindergarten Farbenkiste Bedarf für die Bewegungsräume anmeldete, musste im Sommer letzten Jahres schnell eine Lösung für die Zwergerl her. Im Juni kam erstmals der Vorschlag mit dem Gemeindegebäude Am Hart 6 auf. Eine sinnvolle Alternative dazu gab es nicht. Mitte November folgte der Umzug. „Das war ein sehr arbeitsintensives Wochenende. Der Bauhof hat die Möbel umgezogen, für alles andere hatten wir ganz viele Helfer, die uns dabei unterstützt haben“, ist Werhahn für das freiwillige Engagement sehr dankbar. 

Mit der jetzigen Lösung seien sie sehr glücklich, erzählt die Betreuerin: „Es ist wirklich gemütlich und schön geworden.“ Vor allem den Hauptpersonen – den Kindern – gefalle es sehr gut: „Die Kinder haben es unheimlich gut aufgenommen. Die kleinere Raumaufteilung gefällt ihnen total gut.“ Und auch am Fenster wird nun wieder mehr geboten. „Es gibt für sie natürlich nicht so viel zu sehen wie an der Bahnhofstraße, aber jetzt können sie wenigstens wieder raus schauen. „Das ging an der Angerstraße nicht, weil wir dort im Keller waren“, verdeutlicht Werhahn. 

Ein paar Wermutstropfen gibt es am neuen Standort trotzdem: Besonders die abseitige Lage und die Parksituation bereiten Schwierigkeiten. Viele Mütter müssten vorne am Gewerbegebiet parken und die rund 300 Meter zu Fuß laufen. Das klingt im ersten Moment nicht sonderlich weit, aber Werhahn weiß: „Hochschwanger oder mit Maxi-Cosi im Arm ist das sehr anstrengend.“ Viele kämen mit dem Fahrrad, da sei die Anbindung gut, aber „jetzt im Winter ist der Weg doch sehr matschig.“ Dennoch: Abgesprungen sei ihr wegen der Lage noch niemand. Denn dieses Defizit macht die Zwergerlstube mit hellen, liebevoll gestalteten Räumen wieder wett. 

Von außen ist das kaum zu vermuten. Aber innen sorgen kräftige Grün- und Gelbtöne an den Wänden ebenso wie bunte Symbole an den Fenstern für farbliche Akzente. Dadurch wirken die Räume sehr heimelig und laden zum Spielen ein. Der große Pilzkreis auf dem Boden des Spielzimmers hat eine besondere Bedeutung: Beim gemeinschaftlichen Singen am Mittag soll sich jedes Kind auf einen Pilz setzen, um so einen Kreis zu formen.

 „Das ist sehr hilfreich, weil Kinder in dem Alter noch nicht wissen, wie ein Kreis aussieht“, erklärt Werhahn. Ihre liebste Zeit ist allerdings morgens die gemeinsame Brotzeit: „Das ist eigentlich das schönste, das zusammensitzen und frühstücken. Es ist sehr gemütlich und die Kinder genießen es auch total“, schwärmt die Betreuerin. Die Zwergerl sind sehr stolz auf das, was aus den Räumen geworden ist und wollen das nun auch allen Interessierten, Unterstützern und Zwergerlfamilien zeigen. Dazu veranstalten sie am kommenden Freitag, 24. Januar, von 15 bis 18 Uhr einen Tag der offenen Tür. „Uns ist es wichtig, auch einmal ,Danke‘ zu sagen, besonders auch an den Gemeinderat. 

Dass sie sehen, dass wir nicht immer nur dastehen und fordern oder meckern, sondern froh sind über das, was hier geschaffen wurde“, betont Werhahn. Auch für das Programm ist gesorgt. Im Garten gibt es Pavillons mit Glühwein, Punsch und Keksen. Drinnen sorgt die Höhenkirchner Sängerin Eva Claus für Unterhaltung. Unter anderem wird sie mit den Kindern Musikinstrumente basteln. Im Raum der Spielgruppe können die Kindern Buttons mit dem Zwergerl-Zwerg gestalten. Außerdem kommt eine Mitarbeiterin der Awo, bei der sich Eltern Informationen einholen können. 

Obwohl die Zwergerl mit den neuen Räumen sehr zufrieden seien, wie Werhahn betont, hoffen sie nach der Sanierung wieder in die Alte Apotheke zu können. Die Sanierungsarchitekten zeigten sich optimistisch, dass das in zwei Jahren möglich ist, erzählt die Betreuerin. Bis dahin stehe aber zunächst einmal im Frühjahr das Herrichten des Gartens im Vordergrund, meint Werhahn freudig: „Es ist schön, wenn wir dann mit den Kindern wieder nach draußen können!“ 

Iris Janda

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