„Wichtig ist, immer hungrig zu bleiben“

Der junge Badminton-Spieler Shaunak Kulkarni vom TSV Neubiberg im Gespräch

+
Mit viel Spielwitz und Ehrgeiz glänzt der 13-jährige Shaunak im Badminton.

Bei den Ehrungen anlässlich des Neujahrsempfangs in Neubiberg stand der 13-jährige Shaunak Kulkarni im Mittelpunkt. Schlagfertig zeigt sich der junge Mann nicht nur seit Jahren auf dem Badminton-Court, wo er mit seinen Teamkollegen der U15 des TSV Neubiberg im vergangenen Jahr nicht nur die Bayerische Mannschaftsmeisterschaft gewann und bei Ranglistenturnieren im Freistaat sowohl in Einzel wie Doppel tolle Platzierungen schaffte. Zusammen mit seinem Partner Luis Pongratz verbuchte er 2018 bei den Deutschen Nachwuchsmeisterschaften mit dem Titel im Doppel der Altersklasse U13 den bislang größten seiner zahlreichen Erfolge. Auch rhetorisch ist der Schüler des Gymnasiums Unterhaching, dessen Eltern 1998 aus Indien in den Münchner Landkreis umsiedelten, nicht auf den Mund gefallen. Auf die Frage von Bürgermeister Günter Heyland, ob die Schule neben dem Leistungssport auch klappt, entgegnete Shaunak trocken: „Bald wird auch die Schule gut!“ Die Lacher im Saal hatte der Racketkünstler auf seiner Seite. HALLO hat mit Shaunak und seinem Vater Vivek gesprochen.

HALLO: Seit wann spielst du Badminton und wie entstand die Leidenschaft dafür? 

Ich spiele seit 2011 Badminton. Da Mama und Papa hobbymäßig Badminton spielen, hat sich auch bei mir diese Leidenschaft entwickelt.

Welche Trainingsaufwand betreibst Du? 

Das ist unterschiedlich. Von Ausdauertraining, bis zu Teameinheiten auf dem Court. Insgesamt trainiere ich viermal pro Woche. Dreimal trainiere ich beim Heimverein TSV Neubiberg und einmal beim oberbayrischen Stützpunkt in München. Dazu bin ich mehrmals im Jahr beim Trainingsstützpunkt des Bayerischen Landesverbandes. Plus ein bis zwei Turniere pro Monat.

Was fasziniert dich an dem Sport? 

Bei dieser Antwort hilft Vivek Kulkarni (VK): Badminton ist der schnellste Schlägersport der Welt — auch als körperliches Schachspiel bekannt. Körperliches Schach bezieht sich auf das Schachspiel mit dem Dreiklang der Kräfte des Körpers, der Konzentration und der Geschicklichkeit. Shaunak mag es gern, Taktiken auszutüfteln, um mehr kreative Schläge und Platzierungen zu spielen. Seine Stärken liegen in seiner überaus guten Schlagtechnik und seinem tollen Ballgefühl. Er ist ein talentierter Spieler — mit Spielwitz und einer großen Portion an Ehrgeiz.

Wo liegen die sportlichen Ziele von Shaunak? 

S+VK: Wie in jedem Sport steigt der Schwierigkeitsgrad mit dem Alter. Daher ist sein kurzfristiges Ziel das Beste in der aktuellen Altersgruppe zu erreichen. Seit letztem Jahr spielt er in internationalen Turnieren wie dem Refrath Cup und dem Hofsteig Cup. Dies wird sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen. Sein langfristiges Ziel ist es, Deutschland in internationalen Turnieren zu vertreten.

Wie gut aufgehoben fühlt man sich beim TSV Neubiberg? 

VK: Der TSV Neubiberg ist einer der besten Badmintonvereine in München. Shaunak hat im Alter von sieben Jahren hier angefangen. Seine Trainerin Tanja Eberl ist sehr erfahren. Da profitiert Shaunak stark. Übrigens auch von den anderen Trainern.

Shaunak hatte ja beim Neujahrsempfang die Lacher auf seiner Seite. Wie sieht es aus mit der Symbiose von Leistungssport und Schule? 

VK: Mal im Ernst. Shaunak ist auch ein sehr ordentlicher Schüler. Da achten meine Frau und ich darauf. Vom Badminton kann man schließlich nicht leben.

Und jetzt die „entscheidende“ Frage wer spielt besser Badminton – Vater oder Sohn? 

VK: Längst schon Shaunak. 

SK: Natürlich ich (lacht.)

Noch ein Blick auf die Sportler-Eltern: Welchen Aufwand bedeutet Shaunaks Pensum im Sport für Papa und Mama? 

VK: Wir genießen sein Engagement im Badminton, obwohl wir oft unsere Familienzeit für diesen Sport opfern. Wir sind der Meinung, dass er neugierig und hungrig bleiben sollte, mehr zu lernen, hart zu arbeiten und sich zu verbessern. Am Ende geht es nicht ums gewinnen oder zu verlieren, vor allem sollte er genießen, was er tut. Das ist alles, was wir wollen.

Interview: Harald Hettich

Auch interessant:

Meistgelesen

Ein ausgeglichenes Geben und Nehmen
Ein ausgeglichenes Geben und Nehmen
Realschule in Höhenkirchen-Siegertsbrunn soll neben Grund- und Mittelschule gebaut werden
Realschule in Höhenkirchen-Siegertsbrunn soll neben Grund- und Mittelschule gebaut werden
Brunnthaler Haushalt für 2019 birgt Konfliktpotenzial
Brunnthaler Haushalt für 2019 birgt Konfliktpotenzial
In Ottobrunn wird der katholische Pfarrverband vergrößert
In Ottobrunn wird der katholische Pfarrverband vergrößert

Kommentare