Bücher lesen und an andere weitergeben

Ingeburg Schröder organisiert seit 15 Jahren in Neubiberg einen Bücherbasar

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Bei schönem Wetter werden die Bücher beim Basar in Neubiberg auch draußen ausgelegt.

Seit 15 Jahren schon organisieren Inge und Otto Schröder in Neubiberg einen Bücherbasar in der Corneliuskirche. Er findet immer zwei Mal im Jahr statt: einmal im Frühjahr und einmal im Herbst. Für viele Leseratten ein fester Termin im Kalender. HALLO sprach zum Jubiläum mit Inge Schröder.

Wie funktioniert so ein Bücherbasar eigentlich? 

Inge Schröder: Als Erstes braucht man ganz viele Kisten. Wir müssen die Bücher ja irgendwie transportieren und auch präsentieren. Da fange ich bereits, wenn der Basar gerade vorbei ist, wieder mit dem Sammeln an. Hauptsächlich in den Läden, wenn ich einkaufe. So 200 bis 300 Kisten habe ich dann meist zusammen, wenn es losgeht.

Und was geschieht dann? 

Wir haben etwa 15 bis 20 Helfer, die uns beim Sortieren helfen. Zunächst müssen wir schauen, ob die Bücher überhaupt noch in Ordnung sind und keine Stockflecken oder Schimmel haben. Oder ob der Einband völlig zerrissen ist. Manchmal schleichen sich da so Exemplare dazwischen. Dann werden die Bücher nach Rubriken sortiert: Kinderbücher, Romane, Krimis oder Geschichte, Reise oder Kunst.

Wer bringt denn die Bücher? 

Das sind alles Privatleute, die ihre Bücher nicht mehr brauchen, weil sie sie schon gelesen haben oder weil sie vielleicht festgestellt haben, dass sie diese nicht mehr lesen werden. Früher haben wir auch Nachlässe genommen, aber wir haben leider nicht ausreichend Lagermöglichkeiten.

Was geschieht nach Ende des Basars mit den Büchern und an wen geht der Erlös? 

Da wir kein Lager haben, holt ein Großsammler die restlichen Bücher ab. Der Erlös kommt sozialen und kirchlichen Zwecken zugute wie der Kinder- und Jugendarbeit oder Projekten vom „Grünen Gockel“, das sind Maßnahmen zum Umwelt- und Klimaschutz in der Kirchengemeinde. Auch für die Senio- renarbeit und den Raum für Begegnung haben wir Geld gegeben. Oder für die Orgelinstandhaltung.

Und wer sind die Käufer? 

Es ist Wahnsinn, wo die überall herkommen. Neben Neubiberg auch aus Unterhaching, Taufkirchen, Ottobrunn, Waldperlach und selbst aus Haar. Ich würde sagen, so aus einem Umkreis von 15 bis 20 Kilometern. Alle Altersstufen sind vertreten: Da suchen Kinder oder Eltern nach Kinder- und Jugendbüchern, aber auch Roman-, Sciencefiction- oder Krimifans finden bei uns immer was. Oder Kochbücher und Kunst- und Reisebände, da bekommen wir auch immer viele.

Welche Bücher kaufen die Leute? 

Manche kommen einfach so, um zu schauen. Aber es gibt auch Leser, die ganz bestimmte Bücher oder Bücher zu speziellen Themen suchen. So gibt es beispielsweise jemanden, der mal alle Karl-May-Bände gekauft hat, weil er die sammelt. Oder Geschichts- bücher über die Wittelsbacher oder Habsburger, die werden auch oft gekauft. Viele Bücher werden ja nicht wieder neu aufgelegt und das ist eine gute Möglichkeit, vielleicht einen ganz bestimmten Roman doch noch zu finden.

Gab es mal einen ganz speziellen Verkauf? 

Wir hatten mal von einer bestimmten Jules-Verne-Serie viele Bände. Da hat sich eine ältere Dame extra mein Handy ausgeliehen, um ihren Sohn oder Enkel anzurufen. Der kam dann ganz schnell vorbei und hat alle gekauft, weil er die Serie damit komplett hatte. Der hat sich gefreut!

Interview: Claudia Engmann

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