Von Höhenkirchen nach Glonn und zurück: Mitfahrbankerl im Test

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Annette Ganssmüller-Maluche ist Landratskandidatin der SPD

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Notizen aus dem Brunnthaler Gemeinderat 

Flüchtlinge und Gewerbeprobleme

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Bezahlt aber zumindest von den Gemeinderäten noch nicht besichtigt: das ehemalige Gasthaus Lutterschmid im Brunnthaler Zentrum.

Die Frage der Unterbringung von Asylbewerbern in Brunnthal beschäftigte erneut den Gemeinderat. Immer konkreter wird derweil die Unterbringung von elf Flüchtlingen im Brunnthaler Pfarrhaus. Doch auch ein anderes Thema beschäftigte den Rat: 

Die Planung für ein Gewerbegebiet nahe des Ganser-Geländes in Kirchstockach kommt nicht so recht voran.


Bei der geplanten Unterbringung von Flüchtlingen in Brunnthal scheint derzeit etwas Druck vom Kessel genommen zu sein. Zumindest elf Flüchtlinge werden in Kürze im Pfarrhaus direkt neben der Brunnthaler Kirche einziehen. Dagegen bleibt hinter der viel diskutierten Unterbringung weiterer Asylbewerber im ehemaligen, mittlerweile von der Gemeinde erworbenen Gasthof Lutterschmid offenbar ein dickes Fragezeichen. Wie Brunnthals Bürgermeister Stefan Kern am Mittwoch im Gemeinderat ausführte, werde die tatsächliche Inbesitznahme der 1912 erbauten Immobilie duch die Gemeinde etwa Anfang Dezember erfolgen. „Mit dem Eigentum wird es noch dauern – schließlich müssen wir den Kaufpreis noch bezahlen und im Grundbuch eingetragen werden.“ Kerns Vorschlag, der Gemeinderat solle sich am 7. Dezember vor Ort einen genauen Eindruck vom Zustand der Immobilie machen, nahm das Gremium an. Gleichwohl wurde aus Teilen des Gemeinderates erneut Kritik laut. „Wir haben als Gemeinde doch mit dem Kauf alle Pflichten übernommen, dann müssen wir doch jetzt auch ein paar Rechte haben und die Immobilie endlich besichtigen können“, wunderte sich SPD-Gemeinderat Ernst Portenlänger. Sylvester Schsuter (UBW) ätzte in Richtung des Rathauschefs: „Ein normaler Käufer schaut sich die Immobilie vor dem Kauf an – wir können uns erst nach dem Kauf einen Überblick über den tatsächlichen Zustand verschaffen. Ein Unding!“

Auf HALLO-Nachfrage räumte Kern ein, das Anwesen im kleinen Kreis natürlich vorab besichtigt zu haben. „Ich kann doch dort nicht mit dem ganzen Gemeinderat auftauchen, wenn der Alteigentümer gerade seine Sachen herausräumt“, verteidigte er sein Vorgehen. „Weite Teile wie etwa der alte Gastraum mit teilweise neuwertigem Mobiliar sind in gutem Zustand“, versicherte Kern. Das Problem liege vielmehr unter dem Dach. Dort sei nach Beschädigungen durch herausgebrochene Ziegel Feuchtigkeit eingedrungen. „Da modert es“, so der Rathauschef plastisch. 

Loch in der Gemeindekasse

Möglichst bald will die Gemeinde deshalb mit Experten über das weitere Vorgehen beraten. Einen kompletten Abriss und Neubau will man aber unbedingt verhindern. Wohl auch, weil die kolportierte Kaufsumme von rund 1,25 Millionen Euro bereits ein beträchtliches Loch in die nicht gerade prall gefüllte Gemeindekasse gerissen hat. Erst einmal stehe jetzt eine genaue Untersuchung der Bausubstanz an – um einen verbesserten Brandschutz und eine neue Beheizung komme man sicher nicht herum. „Mindestens ein Jahr dürfte auch eine Renovierung dauern“, so der Rathauschef. 

Auch der Landkreis müsse sich bei der geplanten Flüchtlingsunterbringung dann eben gedulden. Schließlich liege man mit avisierten 11 Asylbewerbern bereits über der Quote anderer Gemeinden. „Natürlich müssen wir unser Soll erfüllen, können aber nicht alleine die Welt verbessern“, meinte Kern. Eine vom Landkreis avisierte „kurzfristige Unterbringung“ bis zum Bau eigener Anwesen zog Kern erneut in Zweifel. „Wenn der Landkreis bauen muss, dauert das Jahre –von kurzfristiger Unterbringung kann dann keine Rede mehr sein“. Die Gemeinde sei dann schon aufgrund begleitender Infrastrukturkosten überfordert. Zudem bleibe man bei der Ausrichtung, den Lutterschmid mittelfristig wieder als gastronomischen Ortsmittelpunkt zu reaktivieren. Interessenten aus Hotellerie und Gastronomie gebe es ausreichend – viele Flüchtlinge aber auch. 

Schlechte Karten für Gewerbe in Kirchstockach

Für die Erschließung eines Flächenstücks zwischen dem Firmenareal der Ganser-Gruppe und der Rosenheimer Landstraße östlich von Kirchstockach stehen die Zeichen schlecht. Das wurde jetzt im Brunnthaler Gemeinderat bekannt. Es hakt bei dem Projekt offenbar vor allem an der schwierigen verkehrlichen Erschließung des engen Flächengevierts südlich der Taufkirchner Straße. 

Wie berichtet, hatte die Firma Ganser ein Verkehrskonzept in Auftrag gegeben, das die Erschließung eines künftigen Gewerbeareals von Süden her über den Knotenpunkt Höhenkirchen durch Bannwaldgelände sicherstellen sollte. Doch wie Brunnthals Bürgermeister Stefan Kern (CSU) auf Anfrage von Gemeinderat Helmut Vorleitner (UBW) ausführte, versage der Sachbearbeiter des für das Waldgebiet zuständigen Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Ebersberg eine Trassenführung durch den Bannwald aus Gründen des Umweltschutzes seine Zustimmung und verlangt aus die Abwägung von Alternativlösungen. Unternehmer Günter Ganser hatte geplant, dort einen bestehenden Forstweg verbreitern und als Straße für den LKW-Verkehr erschließen zu lassen. „Doch einer möglichen Alternativlösung versagt seinerseits das Straßenbauamt die Zustimmung“, so Kern zur erweiterten Verkehrsproblematik. Diese Alternative sähe vor, abseits des Bannwalds rund 750 Meter südlich der Taufkirchner Straße von der Rosenheimer Landstraße eine Einschleifung zum geplanten Gewerbegebiet zu realisieren. „Doch hier befürchtet das Straßenbauamt bei stetig steigenden Verkehrszahlen ein weiteres Staurisiko und lehnt diese Planung ab“, so Kern. Wegen der Anwohner sei eine Direktanbindung über die Taufkirchner Straße zudem zumindest so lange tabu, bis geeignete Lärmschutzaufbauten etwa entlang der Staatsstraße 2078 errichtet seien. „Das wird aber noch einige Jahre dauern“, so Kern weiter. In Bürgerversammlungen hatten Anwohner in der Vergangenheit regelmäßig gegen eine solche Direktanbindung über die Taufkirchner Straße protestiert. 

Gemeinderat Vorleitner wiederum warf dem Rathauschef im Gemeinderat vor, die Planung fahrlässig schleifen zu lassen, nicht ausreichend Alternativen geprüft und Gansers intensive Vorarbeiten nicht ausreichend unterstützt zu haben. „Die Erschließung eines Gewerbegebietes hätte uns auf Jahrzehnte sichere Gewerbesteuereinnahmen garantiert – da müsste sich ein Bürgermeister doch voll dahinterklemmen“, wetterte Vorleitner. Der Angesprochene freilich verwies auf die verkehrlichen Zwänge und hatte eine  überraschende Zukunftsperspektive im Köcher: Der jetzige verantwortliche Sachbearbeiter beim Forstamt stehe kurz vor der Pensionierung und wolle keine neuen Fakten mehr schaffen, glaubt Kern Gesprächen mit dem Behördenvertreter entnommen zu haben. „Da müssen wir eben mit dem Nachfolger neu verhandeln!“ So lange müsse man eben warten. Auch eine Alternative. Harald Hettich

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