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Hohenbrunner Bebauungsplan tritt in Kraft

Das sind die Pläne der Gemeinde Hohenbrunn für den geplanten Supermarkt an der Putzbrunner Straße.
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Das sind die Pläne der Gemeinde Hohenbrunn für den geplanten Supermarkt an der Putzbrunner Straße.

Hohenbrunn – Es war eine Marathonsitzung, in der der Bebauungsplan für Wohnungsbau und Supermarkt beschlossen wurde. Das berichten die Grünen des Hohenbrunner Gemeinderates. Bürgermeister Stefan Straßmair, CSU und SPD haben für den Bau gestimmt. Die anderen Parteien dagegen. Mit sechs gegen fünf Stimmen wurde dennoch grünes Licht für den Supermarkt und Co. gegeben. Noch diesen Sommer soll mit den Arbeiten begonnen werden. 

„Es war der Wunsch der Bürger, dass die Bebauung möglich wird“, heißt es in einer Stellungnahme der CSU. Dieser Wunsch sei in öffentlichen Diskussionen und Bürger-Dialogen vorgetragen worden. Ziel sei es, mit dem Bau sowohl für neuen Wohnraum zu sorgen als auch die Nahversorgung für die Hohenbrunner zu verbessern. Das sieht auch die SPD so. „Wir haben uns in der ganzen Planungsphase sehr für diese Bebauung eingesetzt, weil wir immer der Meinung waren, dass es für Hohenbrunn sehr wichtig ist, auch günstigen Wohnraum zu schaffen. 

Auch der Supermarkt ist längst überfällig und so freuen wir uns, dass unsere Stimmen zum Gelingen des Projektes beigetragen haben“, heißt es in einer Pressmeldung. Die Grünen hingegen bedauern es, dass es nun zu dem Bau an der Putzbrunner Straße kommen wird. „Statt endlich ein zukunftsfähiges Gesamtkonzept für die Ortsentwicklung auf den Weg zu bringen, wurde hier hauptsächlich den Wünschen eines Investors entsprochen, der keinen Bezug zum Ort hat“, heißt es in einer E-Mail von Ortsverbands-Sprecher Wolfgang Schmidhuber. Seiner Meinung nach ist der Supermarkt überdimensioniert und gefährde den alteingesessenen Einzelhandel im Dorf. Zudem bringe er mehr Verkehr in den Ort. 

Weiter wird der „enorme Flächenverbrauch des einstöckigen Supermarktes mit seinem „riesigen Parkplatz“ und die mangelnde Berücksichtigung von Natur- und Artenschutz sowie die Gefährdung von Fußgängern und Radfahrern durch die aktuelle Verkehrsplanung moniert. „Was den Bürgern als Fortschritt für Hohenbrunn verkauft wird, ist in Wirklichkeit ein ,Weiter so‘ in Richtung einer zerstörerischen Ortsentwicklung, wie man sie in entvölkerten und vom Autoverkehr beherrschten Ortschaften landauf landab besichtigen kann“, so Schmidhuber. Dem kann sich die ÜWG-Freie-Wähler-Fraktion nur anschließen. Vor allem das Thema Sicherheit kommt ihnen bei dem Bau zu kurz. 

In der Nähe seien viele Kinder, die zum Fußballplatz wollen sowie Radfahrer. Darum forderte die ÜWG-FW seit drei Jahren ein Sicherheitskonzept. Auf diese Forderung sei ihrer Meinung nach aber nie eingegangen worden. „Neben ,Sicherheit‘ wollte Bürgermeister Straßmair auch das Thema „Nachhaltiges Bauen und Klimaschutz“ nicht verpflichtend in den Bebauungsplan aufnehmen“, heißt es außerdem in einer Pressemitteilung. Weiter monierte die ÜWG-FW den Zeitplan den Bürgermeister Stefan Straßmair vorgelegt hatte. So habe die Bauausschusssitzung, für die 45 Minuten eingeplant waren, dreieinhalb Stunden gedauert. 

Direkt im Anschluss wurde die Gemeinderatssitzung mit 21 Tagesordnungspunkten angesetzt. Diese begann um 22.30 Uhr. „Bürgermeister Straßmair hätte wissen müssen, dass dieser Zeitplan bei einer Vielzahl von Einwendungen nicht annähernd ausreichen kann“, glaubt die ÜWG-FW. 

lw

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