Letzte Ruhestätte künftig auf Stelen

Hohenbrunn: Sichturnen sollen das Friedhof-Erscheinungsbild auflockern

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Wie auf dem Ottobrunner Friedhof sind Sichturnen nun auch in Hohenbrunn möglich.

Hohenbrunn – Eine Stimme, die vertraut war, schweigt. Für immer. Geliebte Menschen gehen zu lassen ist schwer. Die Hinterbliebenen beweinen den Toten. Doch geht die Sonne Tag für Tag wieder auf. Das eigene Leben geht weiter. Es muss weitergehen. Seelentröster ist es manchmal, zu Ereignissen, an denen Verstorbene Teil gewesen wäre, die Grabstätte zu besuchen. Ein Anker für Betroffene.

Die letzte Reise, die der Entschlafende vor sich hat, soll in dem Rahmen geschehen, wie es derjenige sich gewünscht hätte. In einem Sarg finden immer weniger den Weg in die ewige Ruhe. Laut einer Umfrage der Verbraucherinitiative Bestattungskultur „Aeternitas e.V.“, wurden im Jahr 2018 in Deutschland 73 Prozent der Abgelebten eingeäschert. 

In Hohenbrunn stand dieses Thema in der jüngsten Gemeinderatssitzung auf der Agenda. Das Besondere: Auf dem Hohenbrunner Gemeindefriedhof sollen künftig Sichturnen Platz finden. Der Vorschlag der Verwaltung war, die Sichturnen bei den Urnengräbern zu verorten. 

Anton Fritzmaier warf ein, dass es diese Sichturnen bereits in Ottobrunn gebe. Doch warum die Sichturnen nur bei den Urnengräbern errichten? Wenn Urnen schon im Familiengrab sind, sollte es möglich sein, die Stele zu integrieren. „Vielleicht lockert das auch das Erscheinungsbild auf“, so das CSU-Mitglied. 

Martina Kreder-Strugalla von den Grünen hielt es ebenfalls für wünschenswert, die Stelenlösung zu realisieren. „Ich würde sagen, wenn keine technischen Gründe dagegen sprechen, sollten die Stelen auch in anderen Gebieten des Friedhofs aufgestellt werden dürfen. 

Allerdings war Kreder-Strugalla dafür, die 20 cm Grünfläche um die Stele herum wegzulassen. Sie war dafür, Stele an Stele zu setzen, doch Bürgermeister Stefan Straßmair sagte: „Den Leuten ist es schon wichtig, wenigstens ein Blümchen an das Grab der Verstorbenen zu pflanzen. 

Bürgermeisterkandidatin Pauline Miller (ÜWG/ Freie Wähler – Bürgerforum) meinte, wenn sich Bürger, die bereits in einem bestehenden Familiengrab eine Urne begraben haben, ebenfalls eine Sichturne wünschen, könnte es schwierig werden. Denn die Familien sollten nicht auseinandergerissen werden.

Seitens der Gemeinde wäre es daher möglich, anstelle eines Grabsteins dann die Stele aufzustellen. Es wäre dann die Entscheidung der Familie, ob sie sich nachträglich für einen klassischen Grabstein oder eine Stele entscheiden. Peter Berger (ÜWG /Freie Wähler - Bürgerforum) schloss sich der Überlegung an und brachte seinen Einfall ein, die Sichturne doch einfach auf den Grabstein zu stellen. 

Bürgermeister Straßmair war angetan: „Wenn die zulässige Grabsteinhöhe nicht überschritten wird, ist das in Ordnung“. Die Flexibilität ist erlaubt. Sowohl in Bezug auf die Urnenfelder für die Stelen, als auch für bestehende Gräber und Grabsteine. Mit nur einer Gegenstimme wurde das Votum abgegeben. 

Gleichzeitig hielt der Gemeinderat folgendes fest: Wird ein bestehendes Grab wegen eines Grabstättenwechsels aufgelöst, muss der Beitrag nicht doppelt gezahlt werden. Es kann ein Antrag auf die zu viel entrichtete Grabnutzungsgebühr des vorherigen Grabes gestellt werden, sodass jedes noch verbleibende volle Nutzungsjahr mit den neuen Grabgebühren verrechnet werden kann. Dies ist aber nur bei einem Grabstättenwechsel innerhalb des Gemeindefriedhofes möglich.

Melanie Schröpfer

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