„Ein guter Beitrag, um Fakten zu schaffen“

Hohenbrunn beteiligt sich an Machbarkeitsstudie für Autobahnparallele

Vielbefahrene Autobahn
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Hohenbrunn will sich an einer Machbarkeitsstudie zu einer Autobahnparallele an der A99 finanziell beteiligen.
  • vonIris Janda
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Der Hohenbrunner Gemeinderat hat beschlossen, sich an den Kosten für eine Machbarkeitsstudie zur Autobahnparallele zu beteiligen. Doch einige Räte hatten Sorge, sich damit zugleich für den Bau einer solchen auszusprechen.

„Heute ist der Tag der Rechnungslegung“ – erklärte Hohenbrunns Bürgermeister Stefan Straßmair, als es in der Februar-Sitzung des Gemeinderats zum Thema Autobahnparallele kam. Um zu untersuchen, inwieweit eine solche Parallele entlang der A99 die stark vom Fern- und Schwerlastverkehr befahrene B471 entlasten könnte, soll eine Machbarkeitsstudie erstellt werden. Bereits seit 2017 gibt es entsprechende Pläne des Kreisausschusses. Nun ist die Kostenschätzung für eine solche Untersuchung da und die Gemeinden werden zur Kasse gebeten. In Hohenbrunn waren sich die Gemeinderäte allerdings uneins, ob sich eine solche Investition lohnt.

Die Gesamtkosten der Machbarkeitsstudie werden auf zirka 400.000 Euro geschätzt. Die Hälfte davon übernimmt der Landkreis, die übrigen 200.000 Euro werden unter den direkt im Umgriff liegenden Gemeinden Kirchheim, Feldkirchen, Haar, Grasbrunn, Putzbrunn und Hohenbrunn anhand der Anzahl der Einwohner und Arbeitsplätze aufgeteilt. Auf die Gemeinde Hohenbrunn würde für eine Beteiligung an der Machbarkeitsstudie Kosten in Höhe von knapp 25.000 Euro zukommen. Für die Studie wird noch keine konkrete Trasse festgeschrieben, aber am Verlauf parallel zur A99 wird festgehalten.

Rathauschef Straßmair sprach sich für eine finanzielle Beteiligung an der Studie aus. „Ich will wissen: Geht es oder geht es nicht.“ Wenn sich die Parallele als umsetzbar erweist, könnte immer noch offen diskutiert werden, ob Hohenbrunn diese möchte oder nicht. Parteikollege Josef Maier sah das anders. „Wenn ich der Machbarkeitsstudie zustimme, zeige ich die Überlegung, dass ich dem grundsätzlich zustimme“, argumentierte der CSU-Rat. Seiner Ansicht nach gebe es sehr viele Argumente gegen eine Parallele. „Wir zerschneiden dadurch Hohenbrunn und Riemerling nochmal und müssten für die S-Bahn eine riesige Überführung bauen“, erklärte Maier weiter.

Grünen-Rat Wolfgang Schmidhuber schloss sich dem an. Bei der Frage um die Studie drehe es sich automatisch auch darum, ob sie eine Parallele wollen. Er sei weiter gegen diese zusätzliche Straße, weil jede Straße Verkehr anziehe. „Die Autobahn ist die Straße, sie muss den Verkehr tragen“, verdeutlichte er. „Die Praxis zeigt etwas ganz anderes“, entgegnete Peter Berger (ÜWG/FW). Ein Lärmgutachten würde zeigen, dass die Parallele nicht mehr Lärm schaffen würde, weil sie von dem der Autobahn übertönt werden würde. Eine Studie würde außerdem zeigen, dass 35 bis 40 Prozent des Verkehrs durch eine Parallele aus dem Ort herausgehalten werden könnten.

Manfred Haucke (ÜWG/FW) wollte wissen, was es für das Mitspracherecht der Gemeinde bedeute, wenn sie sich nicht finanziell an der Machbarkeitsstudie beteilige. „Es könnte passieren, dass die Parallele genau nach Putzbrunn endet“, gab Straßmair zu bedenken, und ergänzte „Ich kann aber auch nicht in die Zukunft schauen.“ Bei allem, was über Hohenbrunner Flur gehe, hätten sie immer Mitspracherecht, auch ohne Beteiligung an der Machbarkeitsstudie. „Wenn die Parallele aber vor unserer Flur endet, haben wir nichts zu sagen“, warnte der Rathauschef.

Karlheinz Vogelgesang (ÜWG/FW) befürwortete die Beteiligung an der Studie ebenso wie Regina Wenzel (SPD). „Wenn wir der Studie nicht zustimmen, haben wir keine Chance mehr, da irgendwie mitzureden. Dann sind wir raus aus dem Ganzen“, erklärte die dritte Bürgermeisterin. Peter Berger wünschte sich wie der Bürgermeister durch die Studie Klarheit. Keiner wisse etwas Genaues, so würde eine ewige Diskussion über Jahre entstehen. „Die Machbarkeitsstudie ist ein guter Beitrag, um mal wieder Fakten zu schaffen“, erklärte Berger.

Dem schloss sich Fraktionskollegin Pauline Miller an. Es müsste sich weiter über alle Varianten eine Parallele ausgetauscht werden können. „Für mich bleibt heute nur, dieser Studie zuzustimmen“, stellte sie klar. Das sah die Mehrheit des Gemeinderates auch so. Mit zwölf zu acht Stimmen wurde der finanziellen Beteiligung an der Machbarkeitsstudie zugestimmt.

Haar zahlt für die Studie mit 63.000 Euro den höchsten Anteil, gefolgt von Kirchheim mit 41.000 Euro, Feldkirchen mit 29.000 Euro und Grasbrunn mit 22.000 Euro sowie Putzbrunn mit 20.000 Euro.

Iris Janda

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