Amtsantritt mit gemischten Gefühlen

Mindy Konwitschny startet in Höhenkirchen-Siegertsbrunn unter erschwerten Bedingungen

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Mindy Konwitschny ist die neue Bürgermeisterin von Höhenkirchen-Siegertsbrunn. Ihr Amt tritt sie unter erschwerten Bedingungen an.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn – Keine Geschäftsleitung, vier weitere vakante Stellen und dazu noch die Auswirkung der Corona-Pandemie: Die Startbedingungen für Mindy Konwitschny als neue Bürgermeisterin von Höhenkirchen-Siegertsbrunn könnten sicherlich besser sein. Worauf es nun in der Gemeinde ankommt, erzählt sie im Interview.

Frau Konwitschny, mit welchem Gefühl treten Sie zu diesen Krisenzeiten Ihre neue Stelle als Bürgermeisterin an? 

Ich trete dieses Amt mit gemischten Gefühlen an. Einerseits freue ich mich darauf, viele Themen gemeinsam mit unseren neu beziehungsweise wiedergewählten Gemeinderätinnen und -räten anzupacken, andererseits können wir aufgrund der unsicheren finanziellen Situation nicht so durchstarten, wie wir uns das alle gewünscht haben. Umso mehr freut es mich, zu wissen, dass wir im Rathaus ein motiviertes Team haben, das sich gemeinsam mit mir diesen Herausforderungen stellt und mit vollem Elan die Probleme anpackt.

Inwieweit ist ein „normaler“ Rathausbetrieb derzeit überhaupt möglich? 

Auch im Rathaus spüren wir zusätzlich zu unseren nicht besetzten Stellen die Auswirkungen von Covid-19. So finden viele Besprechungen und auch Bewerbungsgespräche per Video- oder Telefonkonferenzen statt. Für den Publikumsverkehr war unser Rathaus gar zwei Wochen geschlossen. Seit dem 5. Mai können unsere Bürgerinnen und Bürgern nach telefonischer Terminabsprache ihre Angelegenheiten im Rathaus wieder persönlich erledigen. Im Rathaus bitten wir die Besucher einen Mund-Nasenschutz zu tragen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern haben in ihren Besprechungsräumen Plexiglastrennwände, sodass ein möglichst großer Schutz für alle gewährleistet werden kann. Es entstehen in schwierigen Zeiten aber auch Projekte, die unseren Bürgern langfristig zu Gute kommen. So wird es ab dem 11. Mai möglich sein, den eigenen Termin im Rathaus online zu buchen.

Das Gewerbe hatte bereits 2019 wegen der Sperrung der Ortsdurchfahrt mit starken finanziellen Einbußen zu kämpfen. Nun mit Corona der nächste Schock. Wie wollen Sie die Gewerbetreibenden unterstützen? 

Die Unterstützungsmöglichkeiten auf Gemeindeebene sind rechtlich sehr begrenzt. Jedoch haben die Bundesregierung und der Freistaat Bayern verschiedenste Hilfsprogramme ins Leben gerufen. Unsere Gemeinde erweitert hier seine Beratungs- und Unterstützungsangebot. Am meisten Unterstützung erhalten unsere Gewerbetreiben aber durch den Einkauf und die Beauftragung von Dienstleistungen vor Ort. Dies handhaben nicht nur wir als Gemeinde so, auch bei unseren Bürgern hat sich große Solidarität gegenüber unseren Gewerbetreibenden breit gemacht. Viele nutzen die kreativen Angebote unserer Geschäfte.

Welche Projekte in der Gemeinde könnten aufgrund der Krise erst später in Angriff genommen werden? 

Welche Projekte wir verschieben müssen, werden wir im Gemeinderat entscheiden. Hierzu benötigen wir erst einmal belastbare Zahlen über die finanziellen Auswirkungen von Covid-19 auf den Gemeindehaushalt. Bei diesen Entscheidungen werden wir deutlich Prioritäten setzen müssen, natürlich immer unter dem Grundsatz Pflicht vor Kür.

Was wollen Sie im Vergleich zu Ihrer Vorgängerin grundlegend anders machen? 

Zusammengefasst mehr überfraktionelle Zusammenarbeit und mehr Transparenz für die Bürger. Zum Beispiel soll in gemeinsamen Fraktionssprecher- und Bürgermeisterrunden soll vorberaten werden, welche Projekte wann und wie umgesetzt werden können. Die Zusammenarbeit mit den Arbeitskreisen der Zukunftswerkstatt wird deutlich intensiviert und soll auch in der Geschäftsordnung unserer Gemeinde verankert werden. Außerdem möchte ich unter anderem eine App einführen, mit der die Bürger selber abstimmen können, wie sie zu bestimmten Themen stehen. Die erste Änderung wird sein, dass alle öffentlichen Beschlussvorlagen und die damit verbundenen Informationen im Ratsinformationssystem für alle Bürgerinnen und Bürger abrufbar sein werden.

Interview: Iris Janda


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