Projekt auf die lange Bank geschoben

Gemeinderat in Höhenkirchen-Siegertsbrunn lässt Pläne für Fußgängerunterführung ruhen

Am Grenzweg und Haringstraße in Höhenkirchen-Siegertsbrunn sollte eigentlich eine Unterführung unter der S-Bahn gebaut werden. Diese Pläne sind nun stillgelegt.
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Bürger wünschen sich schon lange eine Unterführung unter der S-Bahn zwischen Am Grenzweg und Haringstraße in Höhenkirchen-Siegertsbrunn. Die Planung wurde vorerst gestoppt.

Die jahrelangen Pläne für eine Fußgängerunterführung in Höhenkirchen-Siegertsbrunn, sind erst mal auf Eis gelegt.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn - Seit elf Jahren schon gibt es in Höhenkirchen-Siegertsbrunn Pläne, eine Unterführung für Fußgänger und Radfahrer unter den Bahngleisen zwischen Am Grenzweg und Haring­straße zu bauen. In vier Jahren hätte das Projekt endlich umgesetzt werden können, doch nun wurden die Pläne vorerst pausiert.

Der Gemeinderat folgte in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich dem Willen des Bauauschusses, das Planfeststellungsverfahren für die Fußgänger-Unterführung noch nicht einzuleiten. Hintergrund ist ein noch viel dringlicher ersehntes Vorhaben: Der zweigleisige Ausbau der S7.

Denn der geplanten Tunnel liegt in dem Bereich, der bei der derzeit diskutierten Absenkung der S-Bahn-Führung umgestaltet werden würde. Die geplante Fußgängerunterführung müsste wieder abgerissen werden, sollte die Bahnführung verändert werden.

Die Planungen sehen eine drei Meter breite und zweieinhalb Meter hohe Unterführung vor, die über barrierefreie Rampen und eine Treppe erreichbar wäre. Diese Breite reiche für den Fußgängerverkehr aus, Radfahrer müssten in der Unterführung absteigen. Die Kosten für das Projekt würden bei einem Baubeginn im Jahr 2024 1,5 Millionen Euro kosten, zuzüglich Kosten für den Grunderwerb und Arbeiten an den Zubringerwegen.

Nicht jeder im Gemeinderat wollte der Empfehlung des Bauausschuss folgen. „Wir sollten nichts weiter verschieben, was den Verkehr an der Bahnhofstraße entzerren kann“, plädierte etwa Mathias Mooz (CSU). Parteikollege Leonhard Kahl wollte nicht mit der Unterführung warten, bis die Bahn etwas an der Trasse ändere: „Bis irgendwann mal der zweigleisige Ausbau kommt, haben wir die Unterführung schon zweimal saniert“, erklärte er.

Außerdem sei es dann Aufgabe der Bahn, die Kosten für die Unterführung auszugleichen. Dies stimme so nicht, verdeutlichte Bürgermeisterin Mindy Konwitschny (SPD). Wenn die Gemeinde den Bau veranlasst, werde nichts von der Bahn ersetzt.

Rupert Franke (SPD) und Manfred Eberhard (UB) bemängelten, dass die Unterführung nur für Fußgänger nützlich wäre. Das sei auch die Meinung des ADFC-Ortsvereins, erklärte Eberhard. Franke warnte vor der Gefährdung der Fußgänger, weil es wahrscheinlich sei, dass Radler nicht absteigen werden. Außerdem sei das Projekt preislich nicht verträglich, waren sich beide Ratsmitglieder einig.

Peter Guggenberger (CSU) gab zu Bedenken, dass die Gemeinde durch einreichen der Pläne bei der Bahn endlich eine Aussage zum zweigleisigen Ausbau von der Deutschen Bahn erzwingen könnte. Doch ein solches Statement waren dem Gremium keine 1,5 Millionen Euro wert, die womöglich in den Sand gesetzt werden. Mit sieben Gegenstimmen aus der CSU-Fraktion wurde zugestimmt, mit dem Projekt vorerst nicht weiter zu verfahren.

Iris Janda

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