Die Hackschnitzel sind angerichtet

Heizanlage an der Brunnthaler Straße in Höhenkirchen auf den Weg gebracht

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An der Brunnthaler Straße in Höhenkirchen soll eine Holzhackschnitzelanlage entstehen, an die sowohl die Erich-Kästner-Schule aus auch die Pfarrei angeschlossen werden sollen.

Bereits Ende Juni stellte Sebastian Henghuber von der MW Biomasse AG dem Gemeinderat die Möglichkeit einer gemeinsamen Beheizung von Erich-Kästner-Schule, katholischem Pfarrverband und privaten Hausbesitzern mit einer Holzhackschnitzelanlage vor (HALLO berichtete). Nun trug der Fachmann dem Gremium erneut seine Präsentation vor. Diesmal ginge es um eine Grundsatzentscheidung, wie Bürgermeisterin Ursula Mayer eingangs erklärte.

Vor Henghuber kam Michael Strunz von der unabhängigen Energieagentur München-Ebersberg zu Wort. Denn in der letzten Sitzung verblieben die Ratsmitglieder damit, dass auf Antrag der Grünen das Angebot und mögliche Alternativen von der Agentur geprüft werden. Die Ergebnisse präsentierte Strunz nun in der Sitzung. Demnach sei eine Nahwärmelösung mit Hackschnitzeln derzeit die sinnvollste Variante. So sind die Hackschnitzel preiswerter als Pellets und sie hätten keine regionale, sondern eine örtliche Wertschöpfungskette. Und Solarthermie ist anders als das Holz nur saisonal verfügbar. Bezüglich des Anschlusses an die Geothermie habe Strunz von den Stadtwerken München die Rückmeldung bekommen, dass es noch keine Planung für den Anschluss der Gemeinde an ein Fernwärmenetz gebe. Damit sei diese Lösung in weiter Ferne. Nicht zuletzt seien Hackschnitzel preisstabil und die Gemeinde könnte damit ihrer Vorbildfunktion nachkommen.

Henghuber ging daraufhin in seiner Präsentation auch auf die konkreten Kosten für die Gemeinde ein. Diese würden sich nur für die Beheizung der Schule jährlich auf rund 48.700 Euro belaufen. Geplant könne nur mit der Schule, der Pfarrei und den Grundstückseigentümern werden, erklärt die Rathaus-Chefin. Die Realschule werden bei den Überlegungen nicht berücksichtigt. „Es gibt noch nicht einmal eine Genehmigung von der Regierung Oberbayerns, dass die Realschule überhaupt kommt“, verdeutlicht Mayer. Auf Nachfrage betonte Henghuber aber, dass die Heizanlage mit so viel Spielraum gebaut werden würde, dass ein späterer Anschluss der Realschule daran immer noch möglich sei. Außerdem wies die Bürgermeisterin das Gremium darauf hin, dass mit der derzeitigen Gasheizung für die Schule rund 25.000 Euro jährlich anfallen. Damit würden sich die Kosten fast verdoppeln.

Dennoch zeigte sich das Gremium überaus positiv gegenüber dem Projekt. Eine wichtige Frage war, wann der Bau starte. Schließlich hatte Pfarrer Wolf wegen der mangelhaften Heizung in der Pfarrei eine schnelle Lösung gefordert. Henghuber beruhigte: so haben die Ingenieure der Pfarrei erklärt, dass durch den Zusammenschluss zweier Heizkessel eine sinnvolle Übergangslösung gefunden wurde.

Wie preisstabil die Hackschnitzel seien, wollte das Gremium außerdem wissen. Während Strunz von fallenden Preisen ausging, sah das Fachmann Henghuber etwas anders: „Weiter fallen können sie nicht mehr.“ Allerdings wies er darauf hin, dass der größte Teil der Summe Fixkosten seien, die vertraglich festgeschrieben sind. Schwankungen im Holzhackpreis machten sich daher nur wenig bemerkbar.

Der CSU-Fraktionsvorsitzende Peter Guggenberger stehe mit seiner Partei voll hinter dem Projekt. „So unterstützen wir die Wertschöpfung in der Region und verbauen damit nicht die Zukunft. Für mich ist das der zukunftsträchtigere Weg, deshalb ist der Kostensprung vom Gas auch vertretbar“, meint der CSUler. Ebenso sahen es die Vertreter der anderen Fraktionen: Ohne Gegenstimme sprachen sie sich für den Bau der Hackschnitzelanlage und den Anschluss der Schule daran aus.

Iris Janda

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