Ein Fest, aber Händlern ist nicht nach Feiern

Ärger rund ums Kreiselfest am Sonntag in Höhenkirchen-Siegertsbrunn

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Am Dienstag, 5. November, endet die Baustelle, die viele Leidtragenden hinterlassen hat.

Die zentrale Verkehrsader in Höhenkirchen wird am Dienstag, 5. November, wieder geöffnet. Am Sonntag, 3. November, will die Gemeine das Ende der Baustelle und den neuen Kreisel an der Kreuzung Friedenseiche mit einem Fest feiern. 

Höhenkirchen – Am kommenden Dienstag geht für viele Bürger aus Höhenkirchen-Siegertsbrunn ein langer Leidensweg zu Ende. Dann ist die Baustelle an der Friedens-

eiche endlich vorbei. Der neue Kreisel soll mit einem Straßenfest am Sonntag, 3. November, gebührend gefeiert werden. Die Gewerbetreibenden werden an diesem Tag aber wohl nicht so zahlreich erscheinen. Sie sind zum Teil verärgert über die Gemeinde und fühlen sich von Bürgermeisterin Ursula Mayer (CSU) alleine gelassen. Ein verkaufsoffener Sonntag am Festtag, das wäre der Wunsch der Geschäftsleute gewesen, die Idee platzte allerdings.

Durch die Sperrung der Hauptstraße mussten über einen Zeitraum von mehr als einem halben Jahr teilweise weite Umwege in Kauf genommen werden. Vor allem die Gewerbetreibenden in der Straße hatten darunter zu leiden, da ihnen so viele Kunden verloren gegangen sind. Von Lieferschwierigkeiten ganz zu schweigen. „Da musste auch mal spontan für einen halben Tag das Geschäft geschlossen werden, damit die Asphaltierarbeiten am Gehweg durchgeführt werden können“, sagt Natalie Meyer vom Salon Loitfelder. 

Sie ist die Vorsitzende des Gewerbeverbands und weiß auch, wie es ihren Kollegen an der Straße im vergangenen halben Jahr ging. Beim Fleischer musste Essen weggeschmissen werden und der Blumenladen musste seine Blumen wegwerfen, weil es plötzlich nicht mehr genug Abnehmer gab. Silvia Schreiber von Amazing Brautmoden traf es besonders hart. „Ich hatte erst im Dezember mein Geschäft eröffnet und habe nichts von den geplanten Bauarbeiten gewusst, bis ich dann plötzlich einen Zettel in meinem Briefkasten fand, dass die Straße gesperrt wird. Und das mitten in der Gründungsphase. Das war nicht schön.“

Hinzu kam, dass immer wieder andere Stellen gesperrt waren. Kaum hatten sich die Kunden einen Weg gemerkt, mussten sie schon wieder eine neue Strecke fahren. Über das Verhalten der Bürgermeisterin in dieser Zeit hat Schreiber sich geärgert. „In der ganzen Zeit hat sich Frau Mayer nicht einmal blicken lassen“, beklagt sie. Die Gewerbetreibenden hätten der Bürgermeisterin mehrfach geschrieben und Unterschriftenaktionen veranstaltet.

In einem Brief an das Rathaus schilderte Schreiber die Situation und dass den Geschäftsleuten nicht zum Feiern zumute sei, da einige nicht wüssten, ob sie das Jahr überhaupt überleben. Darum habe Schreiber darum gebeten, dass die Geschäfte beim Kreiselfest einen verkaufsoffenen Sonntag veranstalten dürfen. „Das wäre eine Idee gewesen, wie uns die Gemeinde ein bisschen entgegen kommen kann“, sagt sie. 

So könnte man feiern, dass die Geschäfte, die noch da sind, das Ganze überstanden haben. Darauf habe Schreiber allerdings nie eine Antwort erhalten. „Das hat mich schon sehr geärgert. Das geht einfach nicht. Wir sind hier auf der Hauptstraße. Höhenkirchen ist zurecht stolz auf seinen Einzelhandel und seine lebendige Geschäftszeile – und dann kommt von Gemeindeseite keinerlei Unterstützung.“ Auf das Kreiselfest am Sonntag hat sie daher nur noch wenig Lust.

Auf HALLO-Anfrage erklärte Bürgermeisterin Mayer, dass es schwierig geworden wäre, den verkaufsoffenen Sonntag beim Landratsamt durchzubekommen. Zum Einen wäre die Terminierung schwierig gewesen, da man ein halbes Jahr im Voraus schwer sagen kann, ob eine Baustelle wirklich zum errechneten Zeitpunkt endet oder ob unvorhergesehene Schwierigkeiten das Ganze hinauszögern. 

Zum Anderen gebe es eine gesetzliche Regelung, die besagt, dass verkaufsoffene Sonntage nur in Verbindung mit einem Markt stattfinden dürfen. Das sei beim Kreiselfest nicht gegeben. Es habe noch die Möglichkeit gegeben, das Fest am Samstag, 2. November, zu veranstalten, aber da an diesem Tag Allerseelen ist, kam das für die CSU-Frau nicht in Frage. Dennoch würde sie sich wünschen, dass auch die Gewerbetreibenden am Sonntag mit der gesamten Gemeinde mitfeiern. 

Lydia Wünsch

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