Asyl-Sondersitzung des Putzbrunner Gemeinderats

Zahlen ändern sich – nach oben

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Putzbrunns Bürgermeister Edwin Klostermeier.

Außerordentliche Zeiten bedürfen außerordentlicher Maßnahmen – daher würde jüngst eine außerordentliche Sitzung des Putzbrunner Gemeinderats mit dem „Bericht zum Thema Asyl“ anberaumt.

Sehr gut besucht war der Sitzungssaal im Bürgerhaus, als Bürgermeister Edwin Klostermeier nach nur kurzer Einleitung das Thema des Abends zur Sprache brachte. Fest steht demnach, dass Putzbrunn in naher Zukunft weitere 100 Asylbewerber zugewiesen bekommt. Klostermeier betonte, dass sich die Anzahl der aufzunehmenden Personen immer an der jeweiligen Einwohnerzahl einer Gemeinde orientiere. Vor zwei Wochen nahm er an einem Treffen im Landratsamt teil und berichtete über das Hauptproblem: Die Zuweisungen änderten sich täglich, nämlich nach oben.

Noch im März 2015 kamen „nur“ 3100 Asylsuchende in den Landkreis (Putzbrunn hatte somit 62 aufzunehmen), im Juli waren es bereits 3800 (Putzbrunn 74), am 18. September stand fest: 9000 insgesamt, auf Putzbrunn kommen somit 176 Menschen. Aktuell leben in der Gemeinde 75 Asylbewerber in der zunächst nicht von allen Einheimischen gut geheißenen Gemeinschaftsunterkunft an der Waldkolonie. Dass die prognostizierten Zahlen bezüglich der Neuankömmlinge nicht garantiert werden können, sei ganz klar von Landrat Christoph Göbel eingeräumt worden, so Klostermeier weiter. Der Bürgermeister lobte die hervorragende Arbeit des Helferkreises, wodurch die gemeindliche Verwaltung bezüglich Arbeitsaufwand bei den Flüchtlingen erheblich entlastet werde. Er persönlich sei öfter vor Ort, treffe sich auch mit Helferkreis-Mitgliedern, um mögliche Probleme respektive deren Lösungen zu besprechen. Noch sei die Lage in Putzbrunn überschaubar, wie lange dies so bleiben werde, darüber wollte der Sitzungsleiter in seinem Bericht nicht spekulieren. Das allergrößte Problem werde aber in Zukunft sicherlich die Bereitstellung von Wohnraum für anerkannte Flüchtlinge. Dieser ist ja generell knapp, nun kämen eben die Flüchtlinge als Wohnungssuchende noch hinzu.

Mögliche Abhilfe könnten leerstehende Räume im Gewerbegebiet schaffen. Über die Tauglichkeit entscheide nicht die Gemeinde, sondern das Landratsamt, so Klostermeier. Insgesamt seien Putzbrunn und die anderen Gemeinden im Landkreis noch „absolut Herr der Lage“. Diesbezüglich hob der Redner erneut das große Engagement der Einheimischen hervor; ohne Unterlass würden sich viele als Freiwillige und Helfer melden.

Oliver Oswald

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