Opposition startet Vorwahlkampf

Gemeinsamer Kandidat gegen amtierenden Bürgermeister in Brunnthal möglich

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Anouchka Andres, SPD-Gemeinderatsmitglied in Brunnthal, wünscht sich „frischen Wind und mehr Dynamik beim künftigen Bürgermeister“.

Die Kommunalwahlen im kommenden Frühjahr werfen auch in Brunnthal bereits ihre Schatten voraus. Dabei kommt der Parteifreien Wählergruppe Brunnthal (PWB) offenbar eine gewisse Schlüsselrolle zu. Auf Anfrage bestätigte PWB-Gemeinderat Siegfried Hauser, seine Gruppierung strebe für den Urnengang im März einen gemeinsamen Kandidaten aller derzeit im Rat vertretenen Oppositionsparteien an. Entsprechende Gespräche mit der UBW, der SPD und den Grünen bestätigte Hauser. Diese sollen bereits in Kürze konkretisiert werden. Auch bestätigte Hauser, die PWB habe bereits einen geeigneten Kandidaten im Visier. Einen Namen mochte Hauser nicht nennen. Er selbst stehe aber für eine Kandidatur nicht zur Verfügung. Dafür schuf die PWB auch im aktuellen Gemeinderat jetzt neue Fakten und vollzog einen Wechsel an der Fraktionsspitze. Der bisherige Fraktionssprecher Christian Schleich zieht sich von seinem Amt zurück und macht den Weg für Hauser frei. Hauser betonte, im anstehenden Wahlkampf gelte es, an der Fraktionsspitze jemanden zu positionieren, der „über genügend Distanz“ zum Brunnthaler Bürgermeister Stefan Kern (CSU) verfüge. Schleich fungiert bekanntlich seit elf Jahren auch als Dritter Bürgermeister und damit einer der beiden Stellvertreter Kerns. Eine gewisse Nähe zum Rathauschef lasse sich da nicht vermeiden, so Hauser. Bereits im vergangenen Jahr war Schleich bereits vom Posten des PWB-Vorsitzenden zurückgetreten. Hauser war als Zweiter Vorstand neben dem aktuellen Vorsitzenden Manfred Pantschur nachgerückt. Die nötige Distanz zum aktuellen Rathauschef bringt Hauser mit Blick auf die Diskussionen zu Ortsmitte oder Straßenerschließungskosten wohl mit. Noch in den kommenden Wochen soll nun eine klare Trennungslinie zwischen CSU und Opposition im Rathaus auch durch einen potentiellen, gemeinsamen Bürgermeister-Kandidaten gezogen werden. „Nur auf diesem Weg haben wir bei den Wahlen wohl eine Chance“, so Hauser.

Gemeinsamer Kandidat der Opposition?

Im Boot eines gemeinsamen Gegenkandidaten für Kern soll dann auch die Brunnthaler SPD mitrudern. Auch die erregte jüngst einiges Aufsehen in der Gemeindepolitik. Ernst Portenlänger war in der vergangenen Woche aus der Zwei-Räte-Fraktion ausgetreten und firmiert künftig parteifrei für den Rest der Amtsperiode. „Wir haben keine Feindschaft“, betonte Portenlänger auf Nachfrage und mit Blick auf seine bisherige Fraktionskollegin Anouchka Andres. „Aber der Zustand, dass wir bei Abstimmungen in der jüngeren Vergangenheit sehr häufig gegenteilig abgestimmt haben, ist nicht gesund und vermittelt kein gutes Bild nach draußen“, begründete Portenlänger seinen Schritt. Vor allem bei den Sachabstimmungen zur neuen Ortsmitte war dies zuletzt deutlich geworden. Während Andres vorwiegend mit den Gegnern stimmte, hielt Portenlänger eine zustimmende Linie bei Ausschreibungen und Vergaben. „Bei der Ortsmitte ist die Entscheidung im Rat längst gefallen. Da macht es keinen Sinn gegen jedes Kunststofffenster zu stimmen und dann die Holzfenster auch abzulehnen“, richtete Portenlänger seine Kritik gegen die regelmäßige Ablehnungshaltung im Rat. „Nachvollziehbare Gründe für ihr Tun konnten mir die Gegner auch nicht nennen.“ Der Schritt aus der Fraktion sei da auch logische Folge. Allzu groß ist er nicht. „Schließlich bin ich ja quasi schon nach Kriegsende aus der SPD ausgetreten“, schmunzelte Portenlänger. Zuletzt saß er nur noch für die SPD im Rat, längst nicht mehr als deren Mitglied. Jetzt hat sich Portenlänger ganz losgesagt. Sachpolitik sei im Gemeinderat oberstes Gebot, befindet er. Im nahenden Kommunalwahlkampf muss man davon nicht immer zwingend ausgehen.

Harald Hettich

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