Ruftaxi statt Rampe oder Lift

Gemeinderat Hohenbrunn beschließt Transportmöglichkeit zum barrierefreien Ottobrunner S-Bahnhof

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Hier geht es am S-Bahnhof in Hohenbrunn die Treppe hinunter zum Bahnsteig — ein unüberwindbares Hindernis für Menschen mit Gehbehinderung oder Familien mit Kinderwagen.

Seit Jahren schon gibt es Überlegungen, wie für Gehbehinderte und Menschen mit Kinderwagen ein Zugang zum S-Bahnhof in Hohenbrunn möglich gemacht werden könnte. Eine Treppe mit für sie unüberwindbaren Stufen ist dort der einzige Zugang zum Bahnsteig. Eine Rampe oder gar einen Lift gibt es dort nicht. Gespräche des Bürgermeisters Stefan Straßmair (CSU) mit der Bahn führten bisher zu keinem Ergebnis. Bündnis 90/Die Grünen stellten jetzt einen Antrag auf Einrichtung eines Ruftaxis, der vom Gemeinderat einstimmig angenommen wurde.

„Es muss jetzt eine Lösung her, um eine unhaltbare Situation zu überbrücken. Wir sprechen jetzt schon seit zehn Jahren darüber, den Zugang zum Bahnhof zu verbessern“, erläuterte Martina Kreder-Strugalla den Antrag der Grünen-Fraktion „auf Errichtung eines Ruftaxis vom Bahnhof Hohenbrunn zu den Bahnhöfen Wächterhof oder Ottobrunn für Hohenbrunner Bürgerinnen und Bürger, die nicht in der Lage sind, selbständig und ohne Gefährdung die Treppen des Bahnhofs Hohenbrunn zu bewältigen“. Auch der Senioren- und der Behindertenbeirat unterstützen den Antrag. Der Behindertenbeirat regte zudem an, Menschen mit Treppen-Gehbehinderung von zu Hause abholen zu lassen, um für diese den Mehraufwand, erst zum S-Bahnhof kommen zu müssen, gering zu halten.

Das Gremium einigte sich auf den Vorschlag der Verwaltung, die Menschen grundsätzlich nach Ottobrunn bringen zu lassen, da an der Station Wäch- terhof Schlaglöcher und eine hohe Kante Probleme beim Zugang verursachen könnten. Am S-Bahnhof Ottobrunn gibt es eine Rampe. Regina Wenzel (SPD) wies darauf hin, dass auch sie diesen Vorschlag bereits vor Jahren gemacht habe. Sie trage deshalb den Antrag mit. Auch Andreas Schlick (Bürgerforum) machte deutlich, dass er für die „derzeit bestmögliche Lösung“ sei: „Die Menschen haben hier seit 15 Jahren das Problem, die Treppen rauf und runter zu kommen“. Alfred Rietzler (Parteifrei) möchte die Benutzer durch eine Tafel am Bahnhof auf das „Ruf-Taxi“ hinweisen. Auch halte er es grundsätzlich für eine gute Idee, die Menschen von zu Hause abholen zulassen: „Die stehen sonst im Regen rum!“, so seine Befürchtung. Rolf Scherbauer (CSU) möchte den Kreis der Benutzer klar definiert sehen und den administrativen Aufwand möglichst gering halten, ist aber grundsätzlich auch dafür. Nach einem Jahr Probephase sollte noch einmal nach Optimierungsbedarf geschaut werden, so der Vorschlag von Martina Kreder-Strugalla.

Die Verwaltung steht bereits mit einem Taxiunternehmen im Gespräch, das auch Fahrgäste mit Rollator, Rollstuhl oder Kinderwagen transportieren könnte. Das Taxi müsste dann vom Fahrgast etwa zehn bis 20 Minuten vorab verständigt werden. Mit dem Taxi in Riemerling, das gerufen werden kann, wenn die S-Bahn nachts nicht mehr fährt, hat man bereits gute Erfahrungen gesammelt. Dieser Service schlägt für die Gemeinde mit 2000 bis 3000 Euro im Jahr zu Buche. Im Gegensatz dazu soll das „Ruf-Taxi“ von Personen, die die Treppen in Hohenbrunn zum S-Bahnhof nicht selbst bewältigen können, nur gerufen werden können, wenn die S-Bahn auch fährt. 

cen

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