Lösung für Beheizung der Pfarrei in Sicht?

Gemeinderat in Höhenkirchen-Siegertsbrunn diskutiert über Holzhackschnitzelanlage

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Wer einen Kamin im Haus hat, weiß die angenehme Wärme durch das Holz zu schätzen. An der Brunnthaler Straße in Höhenkirchen könnte eine Holzhackschnitzelanlage zur Beheizung der ­Erich-Kästner-Schule und des Pfarrzentrums entstehen.

CO2 einsparen, Arbeitsplätze in der Region schaffen und keine ausländischen Großmächte durch den Kauf von Öl und Gas unterstützen – das alles sind Vorteile einer Holzhackschnitzelheiz­anlage. So erklärte es Sebastian Henghuber, Vorstand der in Irschenberg ansässigen MW Biomasse AG, in einer Sitzung des Gemeinderats. Er wurde von der Verwaltung eingeladen, die Möglichkeit einer solchen Anlage zur Beheizung des Bereichs am Ortsrand an der Brunnthaler Straße vorzustellen. Die Gemeine ist dort Eigentümerin der Erich-Kästner Grund- und Mittelschule, außerdem könnten das katholische Pfarrzentrum und private Grundstücksbesitzer sich daran anschließen. Ob auch die geplante Realschule durch die Anlage beheizt wird, kann die Gemeinde nicht beeinflussen, da der Schulzweckverband Eigentümer ist.

„Weil in dem Bereich derzeit ein Neubaugebiet entsteht, wäre es eine einmalige Chance, die Infrastruktur für eine Holzhackanlage aufzubauen“, erklärt Henghuber im Zuge seiner Präsentation. Das Holz, das zur Beheizung genutzt wird, soll aus der Region kommen. Außerdem werde lediglich der jährliche Holzzuwachs, also die durchschnittliche Mehrung des Forstbestands, aus den Wäldern genutzt. Zusätzlich sollen auf dem Dach des Gebäudes Solarthermiezellen verlegt werden, die ebenso mit einspeist werden können und als Puffer, etwa bei einem kurzzeitigen Ausfall, dienen sollen. „Was kommt denn dann aus dem Kamin raus?“, wollte Norbert Mayer (Unabhängige Bürger) vom Fachmann wissen, „nicht, dass die Anwohner dadurch gestört werden.“ Henghuber beruhigte: „Es werden zwei Filter eingesetzt, sodass kein Staub oder andere Partikel in die Luft kommen.“ Ziel wäre es, bereits in der übernächsten Heizperiode die Anlage nutzen zu können. „Die Versorgung des Pfarrzen­trums mit der Energie aus der Holzhackanlage hängt von der Schule und damit von der Gemeinde ab“, macht Henghuber deutlich. Nur wenn auch die Erich-Kästner-Schule damit beheizt wird, könne die Pfarrei daran angeschlossen werden.

Bürgermeisterin Ursula Mayer (CSU) erklärte, dass die Gasheizung in der Grund- und Mittelschule erst 2007 erbaut und 2012 generalsaniert wurde. Da sie derzeit einwandfrei laufe, sei kurzfristig keine Erneuerung geplant. Der Schulzweckverband habe zur Beheizung der Realschule noch keine Entscheidung getroffen, ebenso sei der private Eigentümer erst im kommenden Jahr mit der Detailplanung so weit.

Gemeinsame Anlage für Schule und Pfarrzentrum

Der katholische Pfarrverband hat bereits sein Interesse an einer gemeinsamen Heizanlage bekundet. Allerdings dränge bei ihm wegen des schlechten Zustands der derzeitigen Heizung die Zeit. „Pfarrer Wolf hat deutlich gemacht, dass er, wenn nicht zeitnah gehandelt wird, nach einer eigenen Lösung für das Pfarrheim suchen werde“, verdeutlichte Mayer. „Die Frage ist also, wie viel Geduld hat die Pfarrei?“, so Peter Guggenberger (CSU) im Gremium. Fachmann Henghuber erklärt den Ratsmitgliedern, dass seine Firma auch der Pfarrei eine Übergangslösung anbieten könnte, bis die Holzhackschnitzelanlage fertiggestellt wäre. „Es ist wichtig, hier ein positives Signal aus dem Gemeinderat zu senden und ich spüre auch eine positive Rückmeldung aus allen Fraktionen“, machte Otto Bußjäger von den Unabhängigen Bürgern deutlich. Die 2. Bürgermeisterin Mindy Konwitschny forderte, dass die Verwaltung zeitnah mit dem Pfarrverband und dem Zweckverband über diesen Vorschlag reden solle. Bürgermeisterin Mayer hob hervor, dass auf vorherigen Wunsch des Gemeinderats nach einem Antrag der Grünen zunächst die Energieagentur Ebersberg hinzugezogen werden muss. „Das ist nicht gerade prozessbeschleunigend“, machte sie deutlich. 

Wie die Energieagentur vorab erklärte, wäre eine Nahwärmelösung die sinnvollste Variante für die Beheizung in dem Gebiet. Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie wolle sie den Wärme- und Strombedarf sowie mögliche Synergieeffekte bei einer gemeinsamen Beheizung ermitteln und die Holzhackschnitzelanlage mit anderen Optionen wie Tiefengeothermie oder Pellets vergleichen. „Bis nach den Sommerferien könnte die Agentur schon Ergebnisse liefern“, erklärte die Bürgermeisterin. Die Verwaltung wolle das von der Energieagentur erarbeitete Konzept dem Zweckverband vorlegen, um es in die Beratungen zum Bau der Realschule einfließen lassen zu können. Alle Ratsmitglieder stimmten diesem Vorschlag zu.

Iris Janda

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