Container-Module auf großem Grundstück

Gemeinde Ottobrunn sucht nach kurzfristigen Möglichkeiten für Kinderbetreuung

+
So könnte die Kita auf dem Grundstück an der Ecke Rosenheimer Landstraße/ Robert-Koch-Straße in Ottobrunn aussehen, wenn man diese mit Containern bebauen würde.

In Ottobrunn ist der Bau von zehn Drei-Zimmer-Wohnungen an der Ottostraße, 85 Wohneinheiten in dem zweiten Bauabschnitt der Josef-Seliger-Siedlung, 140 Wohneinheiten in der Caroline-Herrschel-Straße (Astyx) und weitere Projekte an der Robert-Koch-Straße sowie an der Einsteinstraße/ Albertus-Magnus-Weg mit insgesamt 45 Einheiten geplant. Was bedeutet, dass etwa 180 Neubürger im Kindesalter zuziehen, für die Betreuungsplätze geschaffen werden müssen. Obwohl im Neubauprojekt Astyx bereits 24 Krippenplätze entstehen und auch in der Kindertagesstätte St. Albertus Magnus erstmals zwölf Krippenplätze geplant sind, reichen die Plätze nicht aus.

Um zeitnah reagieren zu können, schlägt die Verwaltung vor, das ehemalige Grundstück der Johanniter an der Ecke Rosenheimer Landstraße/ Robert-Koch-Straße zu nutzen. Der Plan ist, dort nicht dauerhaft, aber für 25 Jahre als Zwischenlösung, in Containermodulbauweise eine Kinderbetreuungseinrichtung aufzustellen. Das Gelände ist 2.300 Quadratmeter groß und könnte zügig genutzt werden. Auch für den Fall, dass für die Bauphase der Kindertageseinrichtung St. Albertus-Magnus eine Zwischenlösung nötig wird. In der aktuellen Gemeinderatssitzung kritisierte Erika Aulenbach (BVO) insbesondere die Lage am Ortsrand. Ein dezentraler, sprengelorientierter Ort würde ihrer Meinung nach weniger Verkehrsbelastung durch den Bring- und Holverkehr verursachen. Auch Georg Weigert (CSU) möchte grundsätzlich die Sprengelstrategie nicht aus den Augen verlieren. Aber dieser ersten auch kurzfristig realisierbaren Alternative stimme er zu, wolle aber auch nach anderen Möglichkeiten Ausschau halte. Doris Popp (Grüne) mahnte, dass ihrer Ansicht nach der Bedarf anhalten werde. Man solle nicht auf 25 Jahre befristen, sondern länger planen: „Wir haben heute schon keine Flächen“, sagte sie und schlug unter anderem die Josef-Seliger-Siedlung als alternativen Standort für Kinderbetreuungseinrichtungen vor. Bürgermeister Thomas Loderer sieht aufgrund der derzeitigen Bauprojekte den Bedarf wesentlich im Sprengel drei, das heißt da wo das Johanniter-Grundstück ist. Der Verkehr sei seiner Ansicht nach kein Problem, die Bauleitplanung würde sich vorab mit dem Thema Bring- und Holverkehr beschäftigen. Auch sei das Grundstück groß genug, um darauf Kurzzeitparkplätze zu errichten. Man vergebe sich nichts, wenn man Module dort hinstelle oder „baue“. Die Gemeinde könne so in Ruhe noch andere Standorte für langfristige Planungen überlegen. „Als Einziges verzichten wir für die nächsten 25 Jahre an der Stelle auf den Wohnungsbau“, so Loderer. Ruth Markwart-Kunas (SPD) verwies darauf, dass die Gemeinde verpflichtet sei, Betreuungsmöglichkeiten zu schaffen. Auch wenn es sich hier um eine wertvolles Grundstück handele, dass eigentlich prädestiniert für den Wohnungsbau sei, halte sie den Bedarf im Sprengel drei ebenfalls für am Größten. „Eine Modulbauweise bietet uns die Möglichkeit, später dort anderes zu bauen“, so Markwart-Kunas. Was in 25 Jahren sei, wisse keiner. Die Verkehrssituation halte sie für beherrschbar. Konstantin Diederichs (SPD) wollte die Beschlussformel, dort einen Bebauungsplan „für die Errichtung von Räumlichkeiten für mindestens drei Kinderkrippen- und drei Kindergartengruppen noch um den Bau von Dienstwohnungen ergänzt“ wissen, was mit 23 zu vier Stimmen angenommen wurde.

cen

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Hohenbrunn: Sichturnen sollen das Friedhof-Erscheinungsbild auflockern
Hohenbrunn: Sichturnen sollen das Friedhof-Erscheinungsbild auflockern
Ottobrunn: Blaue Kreuz bietet Kindern aus Suchtfamilien ihre Hilfe an
Ottobrunn: Blaue Kreuz bietet Kindern aus Suchtfamilien ihre Hilfe an
Hohenbrunn: „Bürgerbegehren Tiefgarage“ sieht sich durch Ilse Aigner bestätigt
Hohenbrunn: „Bürgerbegehren Tiefgarage“ sieht sich durch Ilse Aigner bestätigt
Kein Bienenjahr gleicht dem anderen
Kein Bienenjahr gleicht dem anderen

Kommentare