Von Bienen, Bier und blühenden Wiesen

Gemeinde Aying setzt sich für den Schutz von Bienen ein

+
Der Imker und seine Schützlinge: Serviceleiter Karl-Heinz Haverland mit einem Teil der Neu- Ayinger.

Es brummt. Und es soll noch mehr brummen und summen im Ayinger Gemeindegebiet. Dafür sorgt unter anderem die Gemeinde selbst. Sie hat sich eine Förderung des Landkreises München sichern können, um eine attraktive Fläche für Wildbienen mit entsprechendem, sehr hochwertigem Saatgut zu versehen.

Bienen schützen — das ist derzeit ein wichtiges und viel diskutiertes Thema. Auch in Aying. Zum Schutz der fleißigen Honigmacher will die Gemeinde eine attraktive Fläche für Wildbienen gestalten. Dies berichtete Bauamtsleiter Martin Schildmann dem Gemeinderat in der jüngsten Sitzung. Aying wird die Fläche rund um das alte Wasserhäusl zwischen Aying und Peiß verwenden. Dort wurden im vergangenen Jahr schon Randflächen für Wildbienen bepflanzt. Dummerweise gerade in einer massiven Trockenperiode, so dass der Erfolg eher mäßig ausfiel. Jetzt sollen immerhin 2000 Quadratmeter besät werden. Bürgermeister Hans Eichler (PWH) berichtete von der Bürgermeisterdienstbesprechung. Dabei wurde den Rathauschefs berichtet, dass Landwirte das Kontingent des Landkreises bereits zur Gänze ausgeschöpft haben. Landrat Christoph Göbel (CSU) zeigte sich dabei sehr pragmatisch: „Er hat einfach das Budget erhöht, so dass auch Kommunen in den Genuss dieser Möglichkeit kommen.“ Schildmann erinnerte den Gemeinderat daran, dass eine weitere Wildbienenfläche nördlich des Ayinger Sportgeländes bereits vorhanden sei. Dort möchte die Gemeinde noch eine entsprechende Beschilderung vornehmen, damit Radler und Fußgänger auch wüssten, was vor Ort passiert. Auf Anfrage von Bert Nauschütz (SPD), ob denn die Wildbienen auch wüssten, wo sie die besonders gute Nahrung bekommen, erwiderte Schildmann: „Wir werden fachlich begleitet und es konnte uns bestätigt werden, dass das Nahrungsangebot angenommen wird.“ Aus dem Publikum gab Walter Fürsicht den Hinweis, dass auch die Ayinger Siedler an ihrer Vereinshütte am Siegertsbrunner Weg Saatgut durch den Landkreis München gesponsert bekommen haben.

Der Landkreis München gehört zu den wachstumsstärksten und am dichtesten besiedelten Regionen Bayerns. Nicht zuletzt aufgrund des Siedlungswachstums und des Strukturwandels in der Landwirtschaft ist seit Jahren auch hier ein merklicher Rückgang an Arten und ihren Lebensräumen festzustellen. Der Umwelt- ausschuss des Landkreises München hatte bereits im vergangenen Jahr beschlossen, dass Gegenmaßnahmen eingeleitet werden sollen. Dazu wird in diesem Jahr zunächst ein Konzept erarbeitet. Es soll den Handlungsrahmen vorgeben und unterschiedliche Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. Um möglichst schnell erste Erfolge erzielen und erste Erfahrungen sammeln zu können, soll mit der Aktion „Blühende Äcker und Feldraine“ gestartet werden. Viele Insektenarten kommen nur in bestimmen Ökosystemen vor und haben ganz spezielle Nahrungsansprüche. Finden sie ihre Nahrungspflanzen nicht mehr vor, verschwinden sie. Aber auch wenig wählerische Arten gehen allgemein zurück. Durch die Aussaat artenreicher Blühmischungen aus alteingesessenen, also an Ort und Stelle entstandenen Pflanzenarten (so genannte autochtone Arten) auf stillgelegten Äckern, an Ackerrändern und auf Feldrainen sollen Wildbienen gezielt gefördert werden. Dazu stellt der Landkreis München zunächst versuchsweise das Saatgut zur Verfügung.

Die Honigbienen fliegen ihren Bienenstock an. Etwa 870.000 Bienenvölker gibt es in Deutschland, die 25.000 Tonnen Honig produzieren. Von einst 560 Bienenarten in Deutschland ist heute die Hälfte bedroht oder ausgestorben.

Es summt aber auch im Brauereigasthof Hotel Aying: Der Mitarbeiter-Stab ist in den vergangenen Wochen quasi um 70.000 Fachkräfte gewachsen. Die Rede ist von den ersten eigenen Bienenvölkern, die die regionale Produktpalette in dem Traditionsunternehmen erweitern. Betreut werden die Bienen von Karl-Heinz Haverland, Serviceleiter und Imker in Personalunion. Zwei Bienenvölker á 35.000 Bienen – Tendenz steigend – sind seit einigen Wochen direkt hinter dem Gemüsebeet des Brau- ereigasthofs beheimatet. Der Leiter des Restaurants „August und Maria“ im Brauereigasthof Hotel Aying und passionierter Imker Karl-Heinz Haverland betreut die fleißigen Mitarbeiter: „Im August und Maria geht es manchmal natürlich auch recht hektisch zu. Bei der Arbeit mit den Bienen brauche ich Ruhe und Geduld — ein perfekter Ausgleich.“ Die erste Ernte konnte auch schon eingefahren werden: 30 Kilo Honig hat Haverland aus den Waben geschleudert. Das freut nicht nur ihn, sondern auch die Gäste: Denn die kommen nun in den Genuss des ersten eigenen Honigs in der Geschichte des Brauereigasthofs. Zunächst auf dem Frühstücksbuffet, bei steigendem Ertrag wird auch die Brigade des „August und Maria“ den Honig verarbeiten. Durch die eigene Honigherstellung ist der Brauereigasthof Hotel Aying um ein weiteres regionales Produkt gewachsen. Und ist mit dem Gemüse aus dem eigenen Garten und den Ayinger Bierspezialitäten in bester Gesellschaft. Gleichzeitig wird auch ein Beitrag zur ökologischen Nachhaltigkeit geleistet. „Mit unseren aktuell zwei Völkern sind wir von einer Trendwende zwar noch weit entfernt, aber immerhin“, sagt Haverland. Wenn sich die Bienen in Aying weiter so wohl fühlen, wird die Population auch weiterwachsen. „Fleißige Mitarbeiter sind bei uns jederzeit willkommen!“

wjr

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Adventskranz-Basteln des Eine-Welt-Kreises St. Magdalena in Ottobrunn
Adventskranz-Basteln des Eine-Welt-Kreises St. Magdalena in Ottobrunn
Abschlussbesprechung im Gemeinderat über Bürgerdialog Hohenbrunn
Abschlussbesprechung im Gemeinderat über Bürgerdialog Hohenbrunn

Kommentare