Band-Projekt „Juwal“ präsentiert erste eigene CD in Ottobrunn

Fliegen lernt man nur durchs Fliegen

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Anfangs waren es Coversongs, irgendwann aber begannen die jungen Musiker von „Juwal“, ihre eigenen Lieder zu schreiben.

Gemeinsam kann man vieles stemmen. 23 junge Menschen machen in Ottobrunn bei der Freien evangelischen Gemeinde München-Südost Musik. Anfangs waren es Coversongs, die sie einstudierten und vorführten. Dann wagten sie es, einen Schritt weiterzugehen und selbst Lieder zu schreiben. Und warum sollten sie diese nicht in einem Studio auf CD aufnehmen? Wer wagt, gewinnt.

Wenn Adlerbabys das Fliegen lernen sollen, gehen ihre Eltern so vor: Sie werfen ihre Jungen einfach aus dem Nest. Keiner weiß, ob das Adlerjunge überhaupt fliegen kann. Es gibt kein langsames Heranführen an diesen großen Schritt. Ein Adler ist daher auch das Logo des jungen Musikprojekts „Juwal“. Der Vogel gilt ja ohnehin als Symbol für den Aufbruch. Und wie ein Adler, der plötzlich etwas Großes wagen soll, kamen sich die Musiker bei ihrem Projekt vor. 23 junge Menschen haben gemeinsam im Studio eine CD aufgenommen. Jetzt am Samstag, 23. Februar, stellen sie diese auf einer Release-Party bei der Freien evangelischen Gemeinde München-Südost an der Bahnhofstraße 2 in Otto- brunn vor. „Keiner von uns hatte Studio-Erfahrung. Wir hatten keine Sicherheit, dass das gut wird“, erzählt Projektleiter Lukas Preis. Mit 25 Jahren ist er der zweitälteste der Musiker. Die Jüngste ist 14 Jahre alt. „Fünf Tracks sind nun auf unserer CD“, so Preis. „Lieder, die eine Geschichte mit Musik dahinter erzählen.“ Von ihnen selbst geschrieben, obwohl sie keinen Profi in Sachen Musik unter sich haben. Manche gehen noch zur Schule, Preis hat gerade sein Studium der Luft- und Raumfahrttechnik abgeschlossen. Christian Klenk, mit dem Preis das Projekt zusammen leitet, hat in Elektrotechnik promoviert. „Wer bei uns mitmacht, wird mit hohem Risiko in seine Rolle geworfen, daraus entsteht aber auch die Dynamik unserer Arbeit“, sagt Preis.

Konzerte mit kirchlichen Liedern

Im Jahr 2013 startete das Projekt an der Freien evangelischen Gemeinde München- Südost. „Es formte sich eine Band, die sich wöchentlich traf, um Lieder einzustudieren, um regelmäßig Konzerte mit kirchlichen Liedern zu geben“, erzählt Preis, der damals 19 war. „Wir arbeiteten akribisch und hatten einfach den Anspruch, gut zu sein“. Preis selbst spielt Akustikgitarre und singt. Wobei er erzählt, dass im Laufe der Jahre und bei der Weiterentwicklung des Projekts jeder von ihnen verschiedene Instrumente ausprobiert hat: „Da setzt man sich auch mal ans Schlagzeug.“ Ihre Konzerte seien von Anfang an gut besucht gewesen. So trat man an sie mit der Frage heran, ob sie mit ihrer Musik ein neues Gottesdienst-Format gestalten wollen. „Wir bekamen ein halbes Jahr Zeit, das war eine wilde Zeit“, erinnert sich Preis. Viele neue Musiker, hauptsächlich Jugendliche, die sie aus der Jugendarbeit der Gemeinde kannten, seien hinzukommen. „Manche hatten ein bisschen Band-Erfahrung, andere fingen bei Null an und brachten sich erst mal bei, ein Instrument zu spielen. Aber es klappte, und bald hatten wir sogar drei Bands, die rotierend spielten.“ Sangen sie zunächst Coversongs auf Englisch, fingen sie nun an, ihre eigenen Lieder zu schreiben. „Mit den deutschen Texten hat sich für uns nochmal ein anderer Raum aufgetan. Und wir merkten schnell, dass wir beim Publikum einen anderen Nerv trafen.“ Klingen soll ihre Musik so wie Rock und Pop im Radio, nur eben sind ihre Lieder mit geistlichen und kirchlichen Inhalten gefüllt. So, dass die Songs Musikern wie Zuhörern aus der Seele sprechen. „Uns ist wichtig, dass die Menschen von Jesus hören und in eine Beziehung mit Gott treten“, sagt Preis. Klar, es geht den Musikern da- rum, Botschaften zu vermitteln. Aber ebenso wollen sie jungen Menschen eine Plattform geben. „Das ist uns ein großes Anliegen, junge Musiker zu fördern“, betont der Projektleiter. Ob „Juwal“ wie ein junger Adler fliegen kann, wird sich jetzt zeigen: „Es würde uns natürlich sehr ehren, wenn wir weitere Anfragen aus anderen Kirchen bekämen, um auch dort aufzutreten und unsere Lieder vorzustellen“, sagt Preis. „Konkrete Ideen haben wir noch nicht, aber im Herbst vervollständigen wir mit weiteren Liedern unser Album.“ 

Verena Rudolf

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