Zum neuen Fair-Teiler-Regal in Neubiberg

Einer gibt's, der andere nimmt's

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Freuen sich über ihren Fair-Teiler (v.l.): Linda Sedelmayer, Gaby Vollmer, Sara D’Odorico, Ute Cox, Lukas Diehl und Robin Hertscheck vom Edeka-Markt am Bahnhof in Neubiberg.

Anfang des Jahres wurde in der Gemeinde Neubiberg die Ideenwerkstatt „Neubiberg for future“ gegründet. Vier Gruppen haben sich in den vergangenen Monaten gebildet und arbeiten an Projekten rund um die Themen Umwelt und Nachhaltigkeit. Die Gruppe „Tauschen, Teilen und Fairtrade“ hat sich als Erstes dem Thema „Foodsharing“ gewidmet.

Eingelegtes Gemüse mag nicht jeder. Aber warum sollte man das noch verschlossene Glas entsorgen, wenn es vom Haltbarkeitsdatum noch nicht abgelaufen ist? „Man kennt es, Lebensmittel will man nicht einfach so wegschmeißen“, sagt Ute Cox vom Amt für Kultur- und Gemeinschaftsförderung in Neubiberg. „Mir ging es eben so mit dem eingelegten Gemüse, das überhaupt nicht mein Fall war.“ Ein anderer indes isst das Gemüse vielleicht gerne und hat es sich daher aus dem „Fair-Teiler“ genommen, der neuerdings im Edeka-Markt in Neubiberg steht. In fast jedem Haushalt finden sich Lebensmittel, die nicht mehr verwendet werden. Diese sind vielleicht nicht mehr ganz frisch oder haben optische Mängel, sind aber noch gut genießbar und bedenkenlos zu verwenden. Diese überschüssigen Lebensmittel können Neubiberger künftig mit anderen teilen, indem sie diese in dem Holz-Regal im Supermarkt platzieren. „Da mag einer besonders viele Äpfel im Garten haben, die er alleine gar nicht essen kann“, so Cox. „Das Obst kann er nun in unseren ,Fair-Teiler‘ legen, ein anderer kommt vorbei und darf es sich nehmen.“ Der „Fair-Teiler“ ist das erste Projekt der neuen Gruppe „Tauschen, Teilen und Fairtrade“, die sich Anfang des Jahres in Neubiberg gegründet hat. „Ein Aufruf im ,Kaleidoskop‘ stieß mit den Themen Umwelt und Nachhaltigkeit auf fruchtbaren Boden“, erzählt die Gemeindemitarbeiterin. „Etwa 40 Bürger meldeten sich bei der Ideenwerkstatt ,Neubiberg for future‘, seit März 2019 gibt es vier verschiedenen Projektgruppen, jede hat einen Sprecher.“ Neben der Gruppe „Tauschen, Teilen und Fairtrade“ gibt es ein Team „SOS Natur“. Ebenso sind die Gruppen „Wie geht Klimaschutz?“ und „Einfälle für Abfälle“ heuer entstanden. „Wir wollten alle etwas anpacken, und zwar jetzt, ohne lange zu reden“, betont Cox. Und so freut sich ihre Gruppe auch, dass es ihren Fair-Teiler seit dem St.-Martins-Tag, der ja ohnehin im Zeichen des Teilens steht, in Neubiberg gibt. „In Robin Hertscheck vom Edeka-Markt haben wir einen großen Unterstützer für das Projekt gefunden“, so die Fairtrade-Beauftrage der Gemeinde Neubiberg. In dem Verkaufsraum seines Supermarktes durfte das Foodsharing- Regal, das aus alten Holz-Weinkisten gebaut wurde, platziert werden. Hertscheck stellte noch einen Kühlschrank dazu, in dem nun noch Lebensmittel, die gekühlt werden sollten, gelegt werden können. „Und Herr Hertscheck legt auch ab und zu Gemüse, das er nicht mehr verkaufen kann, aber das noch gut ist, in unser Regal“, sagt Cox. Der Fair-Teiler ist somit auch zu den Öffnungszeiten des Edeka-Marktes zugänglich, Montag bis Samstag jeweils von 8 bis 20 Uhr. Für Ordnung und Sauberkeit ist die Gruppe allerdings selbst verantwortlich. „Wir sind eine motivierte Gruppe von derzeit sieben Mitgliedern“, so Cox. „Viel Arbeit ist es ja nicht, aber einer von uns schaut jeweils vorbei, wischt die Regale kurz mit einem Lappen ab, es gibt einen kleinen Besen und ein Blick in den Kühlschrank werfen wir auch.“ Natürlich freut sich die Gruppe auch über weitere Mitarbeiter, die bei der Pflege des Fair-Teilers helfen können. Ute Cox ist unter Telefon 60 01 29 63 sowie per E-Mail an ute.cox@neubiberg.de zu erreichen. Eines ist der Gemeinde-Mitarbeiterin noch wichtig zu erwähnen. Ziel ihres Projekts ist es ja, der täglichen Verschwendung von Lebensmitteln entgegenzuwirken. So ist der Neubiberger Fair-Teiler für alle gedacht, die gerne etwas geben oder nehmen wollen. „Nicht nur für Bedürftige, jeder darf sich bedienen“, betont Cox.
Verena Rudolf

Die Abgabe erfolgt von privat zu privat. Am besten sollten Lebensmittel originalverpackt sein. Wenn sie noch gut sind, können Lebensmittel auch nach Ablauf des Mindeshaltbarkeitsdatums abgegeben werden. Bitte kein Fleisch, Selbstgebackenes oder alkoholische Getränke im Fair-Teiler platzieren. Gläser, Dosen und Kartons sollten noch ungeöffnet sein. Gekühlt zu lagernde Waren bitte in den Kühlschrank legen.

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