Mehr Rückenwind für die Uni-Tram

FDP-Kreisverband München-Land spricht sich für Straßenbahn-Pläne aus

+
Der FDP-Kreis-Vorsitzende Ralph Peter Rauchfuss bescheinigte dem Ottobrunner Bürgermeister Thomas Loderer „politisches Ausbremsen statt Gestalten“.

Nachdem sich der Neubiberger Gemeinderat einstimmig für einen Ausbau der Tramlinie 17 über den heutigen Endhaltepunkt am Giesinger Schwanseeplatz hinaus nach Süden und in den Landkreis hinein ausgesprochen hatte (HALLO berichtete), hat sich aktuell auch der FDP-Kreisverband München-Land hinter die innovative Projekt- idee gestellt.

Die Freien Demokraten folgten auf ihrer Kreisvorstandssitzung in Neubiberg dem Routenvorschlag Neubibergs für eine Tram-Trasse über die Stadtgrenze hinaus, über die Bundeswehruniversität Neubiberg, via Ottobrunn-West bis zum Ludwig-Bölkow-Campus auf Brunnthaler Flur. Scharfe Kritik äußerten die Freien Demokraten an Ottobrunns Bürger- meister Thomas Loderer (CSU). Der hatte derartige Pläne jüngst abgelehnt.

„Politisches Ausbremsen statt Gestalten“ bescheinigte der liberale Kreis-Vorsitzende Ralph Peter Rauchfuss dem Otto- brunner Rathauschef in einer Presseaussendung. Loderers Ausführungen, wonach die entsprechende Trasse nicht untersucht sei und auf Bausünden der Vergangenheit verlaufen solle, bezeichnete Rauchfuss als „Totschlagargument“. Auch die von Loderer ins Spiel gebrachte, laut FDP „schlanke Argumentation“ einer ablehnenden Haltung der Stadt in Sachen Tram-Ausbau lassen die Freien Demokraten nicht gelten. Durch den Beschluss im Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach pro Bahn sei dies Einschätzung bereits widerlegt worden.

In der Sache sei eine derartige Entlastung ohnehin überfällig. „Wir sehen den Bus 210 als deutlich überlastet und Ottobrunn West öffentlich schlecht angeschlossen“, betont die Kreis-FDP. Es sei „verwunderlich und fahrlässig, eine Idee ununtersucht im Keim zu ersticken und vorschnell aufzugeben“, die eine Entlastung verspreche. „Additiv“ sieht die FDP im Landkreis die Tramverlängerung zum — aus Sicht der Liberalen ebenfalls notwendigen — zweigleisigen Ausbau der S7 und der notwendigen Verlängerungen der U5. Besonders das in einer aktuellen Landkreisstudie prognostizierte Bevölkerungswachstum verstärke den Handlungsdruck auf allen politischen Ebenen. Neubibergs Politik schlägt bekanntlich in die gleiche Kerbe. „Man kann davon ausgehen, dass dieses gute Thema samt inhaltlicher Positionierung des Gemeinderates auch keine negativen finanziellen Folgen hat“, betonte auch Bürgermeister Günter Heyland (FW.N@U) seine Fürsprache für das „wichtige Zukunftsthema“ im öffentlichen Personennahverkehr. Der Argumentationsstrang der Neubiberger verläuft damit auf einem anderen Gleis als beim Nachbarn in Ottobrunn. Ob die ehrgeizig postulierte Tram aber wirklich kommt, steht noch in den Sternen.

Weitere Informationen zu dem Thema finden Sie hier

Harald Hettich

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Riemerling: 98-Jährige Schwester dient im Lore-Malsch-Haus
Riemerling: 98-Jährige Schwester dient im Lore-Malsch-Haus
Eine magische Nacht für die „Boogie Magic‘s“
Eine magische Nacht für die „Boogie Magic‘s“
Hohenbrunn: Qual der Wahl geht nicht an den Gemeinderatsmitgliedern vorbei
Hohenbrunn: Qual der Wahl geht nicht an den Gemeinderatsmitgliedern vorbei
Ottobrunn: Kleidertausch - Ein voller Erfolg
Ottobrunn: Kleidertausch - Ein voller Erfolg

Kommentare