Antrag auf Fahrradschutzstreifen geht in die letzte Runde

In Faistenhaar wird‘s weniger eng

Ein Fahrradfahrer auf einem Fahrradschutzstreifen.
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Die Fahrradfahrer an der Ottobrunner Straße in Faistenhaar sollen künftig sicherer unterwegs sein.
  • vonMelanie Schröpfer
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Mit dem Ende des Jahres 2020 konnte auch der viel diskutierte Bürgerwunsch eines Fahrradschutzstreifens in Faistenhaar zu Ende gebracht werden – zum Wohlwollen der Faistenhaarer.

Brunnthal - Es war ein oft besprochener Punkt: Kommt ein Fahrradschutzstreifen an die Ottobrunner Straße nach Faistenhaar oder nicht? Sowohl in zwei Bürgerversammlungen als auch im Sommer im Gemeinderat wurde darüber diskutiert. Nun, zum Ende des letzten Jahres, wurde der Antrag zum Abschluss gebracht.

In der Bürgerversammlung, die im Herbst in Brunnthal stattfand, stellte Markus Bründl aus Faistenhaar den erneuten Antrag für einen Fahrradschutzstreifen (HALLO berichtete). Zugetragen hatte sich Folgendes: Während der Versammlung schilderte er die prekäre Lage der Ottobrunner Straße. Der sichere Schulweg der Kinder sei nicht mehr gewährleistet.

Ein Fahrradschutzstreifen könnte die Lösung sein, schlug der Bürger vor. Denn hinzu komme, dass die Ottobrunner Straße vollkommen zugeparkt sei – auch von Anwohnern, obwohl sie über Garagenstellplätze oder Carports verfügen. Dennoch würden sie sich auf die Straße stellen, was die Gefahr für Kinder, die mit dem Fahrrad unterwegs sind, erhöhe.

Derweil sollte von der Unteren Verkehrsbehörde der Antrag auf einen Probe-Radschutzstreifen geprüft werden. Dies lehnte die Behörde jedoch ab. Entweder solle ein dauerhafter Fahrradschutzstreifen nach Faistenhaar kommen oder gar keiner. Helmut Vorleitner Junior (CSU) glaubte noch immer nicht, dass der Radschutzstreifen das „Problem an der Wurzel packt.“ Doch sah er die Wichtigkeit, dem nachzukommen: „Wenn es nun schon zum dritten Mal der Bürgerwille ist“.

Gerda Handl (CSU) pflichtete ihrem Parteikollegen, ebenfalls wegen des dritten Bürgerwunsches, zu. Robert Huber (PWB) hingegen sah, wie schon in der Behandlung des Antrags im Sommer, das Problem an anderer Stelle: „Es geht ja nicht um den Fahrradschutzstreifen. Es geht darum, dass die Faistenhaarer nicht wollen, dass da geparkt wird.“

Weiter sagte er: „Was ich bis heute nicht verstehe: Warum kann die Gemeinde nicht für ein halbes Jahr ein Parkverbot in der Straße aussprechen? Es dauert eine halbe Stunde, die Tafeln aufzustellen. Es geht ja nur darum, dass die Straße frei ist und nicht darum, dass dort Fahrradfahrer fahren.“

Bürgermeister Kern allerdings sah die Signifikanz gegenüber der Fahrradfahrer: „Ich finde es schon wichtig, dass das Fahrradfahren dort sicherer wird. Selbst als Erwachsener wird dir Angst und Bange, wenn du an den Autos vorbeifährst und gezwungenermaßen in den Gegenverkehr fahren musst.“

Christine Zietsch (SPD) rief erneut zum Verkehrskonzept auf. Sie fordert alle Daten und Fakten des Verkehres, wobei auch der Fuß- und Radverkehr einbezogen werden soll - sowohl am Wochenende als auch bei Tag und Nacht.

Jürgen Gott (PWB) gab erneut zu bedenken, wie auch schon im Sommer, dass das Motorradgeschäft kaum sonstige Parkmöglichkeiten habe. „Wir drehen sonst dem Motorradgeschäft das Wasser ab.“

Hilde Miner (Grüne) sprach sich grundsätzlich für einen Fahrradschutzstreifen aus. „Ich finde es wünschenswert. So wird das Fahrradfahren sicherer gemacht. Aus welcher Motivation auch immer heraus der Fahrradschutzstreifen beantragt wurde, ist unerheblich. Für mich ist das der beste Weg, um den Fahrradverkehr sicherer zu machen – indem man das Fahrrad, den schwächeren Verkehrsteilnehmer fördert.“

Martin Rottenhuber (CSU) hegte die Befürchtung, dass durch die wegfallenden parkenden Autos deutlich schneller als 50 km/h gefahren werde und appellierte, mehr kommunale Blitzer einzusetzen.

Mit 15 zu fünf Stimmen soll von der Ottobrunner Straße zur Dürrnhaarer Straße dauerhaft der Fahrradschutzstreifen angsesetzt werden. Der Beschluss wird erneut an die Untere Verkehrsbehörde weitergeleitet.

Melanie Schröpfer

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