Mehr Platz und nach Turnierstandards

ETC Siegertsbrunn bekommt 500.000 Euro Zuschuss für neue Tennisplätze

Ein Mann will einen Tennisball schlagen, der kurz vor dem Boden ist.
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Drei der sieben Tennisplätze des ETC Siegertsbrunn sollen neu errichtet werden.
  • VonIris Janda
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Der ETC Siegertsbrunn möchte seine drei ältesten Tennisplätze sanieren und an die gültigen Turnierstandards anpassen. Nach der Vorstellung des Vorhabens in der Juli-Sitzung gab der Gemeinderat nun grünes Licht für eine halbe Million Euro Zuschuss.

Die Mitgliederzahl hat sich seit 2015 mehr als verdoppelt und die Anzahl der Jugendlichen sogar verdreifacht – der ETC Siegertsbrunn kann auf eine überaus erfolgreiche Entwicklung in den vergangenen sechs Jahren zurückblicken. Nun sollen die Sportanlagen dem enormen Mitgliederzuwachs auch Rechnung tragen.

Denn die Tennisanlagen stoßen an ihre Belastungsgrenzen, wie der Vereinsvorsitzende Martin Loidl dem Gemeinderat in Höhenkirchen-Siegertsbrunn bereits im Juli erklärte. Der Bayerische Tennis Verband (BTV) empfiehlt 35 bis 45 Mitglieder pro Platz, beim Siegertsbrunner Verein sind es zirka 65.

Die Plätze eins bis drei bestehen seit der Vereinsgründung 1966, die Plätze vier bis sieben kamen Ende der 1970er-Jahre hinzu. In der Regel haben Tennissandplätze lediglich eine Lebensdauer von 25 bis 35 Jahren. „Das hängt mit der Pflege zusammen. Es wird noch ein bisschen gehen, aber die Qualität lässt deutlich nach“, verdeutlichte Loidl.

Der Verein plant nun, die drei ältesten Plätze abzureißen und stattdessen vier neue Allwetterplätze zu errichten. Nicht nur wegen des Alters, sondern vor allem auch wegen der Ausrichtung. Diese entsprechen wegen ihrer West/Ost-Ausrichtung nicht den Tunierstandardvorgaben des BTV und können deshalb derzeit nur als Trainingsplätze genutzt werden. Die vier neuen Plätze sollen in Nord/Süd-Ausrichtung analog zu den anderen vier Plätzen errichtet werden.

Neue Ausrichtung und Flutlicht

In der Mitte der neuen Plätze soll ein Flutlichtmast installiert werden, der einen längeren Spielbetrieb ermöglicht. Ein Mast reiche aus, um eine effiziente Ausleuchtung zu erreichen, aber Lichtverschmutzung zu begrenzen und die Kosten im Rahmen zu halten. Eislauf und Eishockey sollen auch nach der Sanierung im Winter möglich sein.

Loidl, der bereits viel Vorarbeit geleistet hat und dem Gemeinderat das Projekt anhand einer professionellen Präsentation vorstellte, rechnet mit Baukosten in Höhe von insgesamt 615.000 Euro. Der Kapitalbedarf liege bei 505.000 Euro, die übrigen Kosten möchte der Verein über Eigenkapital und Eigenleistungen stemmen.

„Wir brauchen einen Fingerzeig, was wir von der Gemeinde bekommen können“, verdeutlichte der ETC-Vorsitzende. Er machte im Gegenzug auch das Angebot, für 20 Jahre auf die jährlichen Zuschüsse der Gemeinde zu verzichten, was insgesamt 74.000 Euro ausmachen würde.

Andrea Hanisch (UB) lobte den gelungenen Vortrag. Sie wollte wissen, inwiefern sich För­dergelder auf die Finanzierung auswirken. Das Thema Förderung sei sehr komplex, da es deutliche Unterschiede gebe, ob ein Verein oder eine Kommune Förderung beantragt, erklärte Loidl. Zumindest bei der Flutlichtanlage könne mit einer Förderung von bis zu 20 Prozent durch den BLSV und bis zu 35 Prozent durch das Bundesumweltamt gerechnet werden. „Den Großteil werden wir nicht gefördert bekommen. Es gibt keinen großen Fördertopf, den wir anzapfen können“, stellte Bürgermeisterin Mindy Konwitschny (SPD) klar.

„Die Verwaltung begrüßt die Sanierung sehr. Es sollte auch eine Gleichbehandlung gegenüber der Sanierung beim TC Höhenkirchen geben“, erklärte die Rathauschefin. „Ich stehe dem Projekt sehr wohlwollend gegenüber“, meinte Andrea Hanisch. „Es ist ein schlagkräftiges Argument, dass die drei Plätze nicht mehr dem BTV-Standard entsprechen.“ Außerdem habe der ETC über alle die Jahre vieles in Eigenleistung übernommen. Dem schloss sich Peter Guggenberger (CSU) an und lobte Loidls Vorarbeit: „Ich bin froh, dass wir da einen starken Verein mit einem starken Vorstand haben.“

Eine halbe Million Euro Zuschuss

Wie hoch genau die Zuschüsse der Gemeinde ausfallen werden, war bei der Sitzung im Juli noch nicht klar. In der Septembersitzung lagen nun die genauen Zahlen vor: Der Gemeinderat sprach sich einstimmig dafür aus, die Sanierung mit 505.000 Euro zu bezuschussen. Andrea Hanisch regte außerdem an, ein einheitliches Finanzierungsmodell für die Vereine zu entwickeln, etwa was den Unterstützungsverzicht angehe. Sie plädierte dafür, diesen auf zehn Jahre zu senken.

Wenn es nach dem ETC geht, könnte dank des Beschlusses bereits in diesem Herbst mit vorbereitenden Maßnahmen begonnen werden. Der Neubau der Plätze soll dann im Frühjahr oder Herbst 2022 erfolgen.

Iris Janda

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