Hochbetagter Pflegeheim-Bewohner in Ismaning verstorben

Erster Corona-Todesfall im Landkreis München

In Ismaning gab es in einem Pflegeheim den ersten Corona-Todesfall im Landkreis München.
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In Ismaning gab es in einem Pflegeheim den ersten Corona-Todesfall im Landkreis München.

Landkreis/Ismaning – Im Landkreis München gibt es einen ersten Todesfall infolge einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus. Eine hochbetagte Person aus der Bewohnerschaft eines Pflegeheims in Ismaning ist in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag verstorben. Sie wurde zuletzt palliativ im Heim versorgt.

Im selben Heim sind aktuell noch neun weitere Fälle einer Infektion mit dem Coronavirus unter den Heimbewohnern bestätigt. Die Station, auf der die infizierten Senioren untergebracht sind, umfasst insgesamt 24 Personen. Es handelt sich dabei um eine beschützende Station, die derzeit in ihrer Gesamtheit unter Quarantäne gestellt ist. Daneben wurden acht Pflegekräfte positiv auf das Virus getestet. Für sie wurde umgehend häusliche Isolation angeordnet.

Auch ein weiteres Pflegeheim im Landkreis München ist betroffen. Hier ist Stand heute ein Bewohner mit dem Coronavirus infiziert, drei weitere Personen aus der Bewohnerschaft werden als Verdachtsfälle behandelt. Das Landratsamt unterstützt die beiden Heime nach Kräften. Im erstgenannten Pflegeheim werden bereits umfassende Abstriche bei sämtlichen Bewohnern und Mitarbeitern durchgeführt.

„Ich bin tief betroffen, dass die Pandemie nun offenbar auch im Landkreis München ein erstes Todesopfer gefordert hat. Mein aufrichtiges Mitgefühl gilt den Angehörigen der Verstorbenen“, so Landrat Christoph Göbel. „Das Vordringen der Infektion in Pflegeeinrichtungen bereitet mir persönlich die größten Sorgen, schließlich haben wir es hier mit der höchsten Risikogruppe, meist hochbetagten und oft vorerkrankten Seniorinnen und Senioren, zu tun. Im Landratsamt sind wir deshalb in höchster Alarmbereitschaft und versuchen alles zu tun, um die Einrichtungen bestmöglich zu unterstützen“, so Göbel weiter.

„Die Nachricht rührt mich persönlich sehr“, sagt Ismanings Erster Bürgermeister Alexander Greulich. „Der Familie und den Angehörigen gilt meine aufrichtige Anteilnahme, ebenso wie die der Gemeinde. Wir arbeiten mit großen Einsatz, viel Energie und Engagement daran, dass die Pandemie-Kurve abflachen wird“, so Greulich weiter. „Allen voran setzt sich dafür vorbildlich unsere Freiwillige Feuerwehr zusammen mit den Ismaninger Ärzten ein. Durch frühzeitige und umfangreiche Tests wollen wir für den Ort und die Betroffenen Klarheit schaffen und die notwendigen Maßnahmen ergreifen.“

Zahl der Infizierten steigt weiter an

Im Landkreis München wurden seit dem gestrigen Mittwoch 56 weitere Fälle einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus bestätigt. Damit gibt es im Landkreis München aktuell 429 bestätigte Erkrankungsfälle (Stand: 26.03.2020, 11.50 Uhr). 

Seit dem letzten Wochenende wird das Gesundheitsamt bei der Ermittlung von Kontaktpersonen durch die 29 kreisangehörigen Kommunen unterstützt. Als Beauftragte des Gesundheitsamts ermitteln die Kommunen alle Kontaktpersonen der Infizierten und versorgen diese, sofern sie keine ausgeprägteren Beschwerden haben, mit Hinweisen und Informationen zum Verhalten.

23 Kommunen haben darüber hinaus – teils in interkommunaler Kooperation – bereits dezentrale Teststationen eingerichtet, in denen in der Regel niedergelassene Ärzte bei Verdachtsfällen schnell und unkompliziert Abstriche durchführen können.

Auch das mittlerweile sieben Tage die Woche unter 6221-1234 erreichbare Bürgertelefon, für das sich das Landratsamt Verstärkung von extern geholt hat, hat nun ausreichende Kapazitäten, so dass die allermeisten Anrufe beim ersten Versuch angenommen werden können.

„Die fachliche Zuarbeit der Kommunen und auch die Auslagerung des Bürgertelefons sind für uns eine großartige Unterstützung“, zeigte sich der Leiter des Gesundheitsamts, Dr. Gerhard Schmid, dankbar.

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