Das Eltern-Eishockey-Team des ERSC Ottobrunn

Wenn der Papa mit dem Puck auf Torejagd geht

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Die „Igels“ des ERSC Ottobrunn machen fehlende Erfahrung oder Defizite am Puck mit Begeisterung wett. Mannschaftskapitänin ist ERSCO-Geschäftsführerin Christine März (5. v. l.).

Beim ERSC Ottobrunn gibt es seit mehreren Jahren eine Elternmannschaft, die „Igels“. Dort geht es weniger um Tore und Siege, sondern um den Spaß auf dem Eis und die Geselligkeit. Einzige Bedingung, um dort mitspielen zu dürfen: Jeder „Igel“ hat ein Kind, das aktiv am ERSCO-Spielbetrieb teilnimmt.

Der Puck flutscht über die von dicken Wasserpfützen überzogene Eisfläche. Im Dauerregen gerät das Passspiel bei den „Igels“ des ERSC Ottobrunn noch schwerer als ohnehin schon. Das noch immer Dach-freie Eisstadion am Haidgraben vermittelt dem Betrachter wie den Aktiven angesichts der steten Wasser-Güsse von oben einen besonders garstigen Eindruck.

„Heute sieht man sehr gut, wie hilfreich hier ein Dach wäre“, bemerkt Christine März – während sie sich reichlich Wasser vom Trikot kippt. Sie haben es nicht leicht, die „Igels“. Seit vielen Jahren jagen in diesem Spaß-und-Freude-Team die Eltern von Kindern, die beim ERSCO erfolgreich Nachwuchs-Eishockey spielen, selbst der schwarzen Hartgummischeibe hinterher. „Wir haben hier immer wieder absolute Neulinge in unseren Reihen, die vorher nicht einmal Schlittschuh liefen, geschweige denn Eishockey spielten“, sagt die 54 Jahre junge „Igels“-Chefin. Seit fast zehn Jahren ist sie mit von der Partie in einer Truppe, in der auch einige frühere Landesliga-Spieler ihrer Eishockey-Lust frönen. „Inspiriert haben mich einst meine beiden Kinder“, erzählt März. Tochter Nora so Sohn Aron fänden es „cool“, dass auch die Mama im Angriff der Igels nun auf Torejagd geht.

Im rund 30 Köpfe zählenden Kader ist die Spätberufene in Sachen Eishockey eine von nur zwei Damen. „Das dürften gerne ein bisschen mehr werden“, betont die ERSCO-Funktionärin. Seit zehn Jahren betreut sie Teams im Verein und ist auch für die Schulsportbetreuung am Haidgraben verantwortlich. Seit 2008 fungiert März zudem als ERSCO-Geschäftsführerin. „Da ist das Hobby-Eishockey schon ein toller Ausgleich, den ich betreiben möchte, so lange ich einigermaßen fit bin.“

Ehrgeizig wie die Teilzeit-Sturmfrau sind auch die anderen. „Passt genauer, bewegt euch, macht das Abwehrdrittel dicht“, ruft Coach Marcus Ettwein seinen Akteuren in die verregnete Ottobrunner Nacht zu. Immer dienstags ab 22 Uhr steht das Eis den Eltern zur Verfügung. „Das Eisstadion ist derart stark frequentiert durch Schulen und Vereine, dass sonst nichts geht“, erklärt März die Notwendigkeit des späten Trainingsbeginns. Denn absolutes Vorrecht genießt in Ottobrunn der Nachwuchs. Die Erwachsenen-Mannschaften beim ERSCO würden da vor allem dem Zweck dienen, für die Jugend noch eine Spiel-Perspektive zu bieten, wenn sie den Nachwuchsteams entwachsen sind. Ehrgeiz ist aber dennoch bei den „Igels“ zu spüren. Bei den vier bis sechs Freundschafts-Matches pro Spielzeit lassen es die Damen und Herren bisweilen richtig krachen. Gegen ausschließlich Hobbyteams wie die „Ice-Crusher“ aus Germering oder die Landsberg „Turtels“ jagen die „Alten“ dem Puck fast schon wie ihre Jungspunde hinterher. „Bei uns regiert aber der Spaß auf dem Eis und vor allem die leckere Brotzeit hinterher“, betont März die „Igels“-Prioritäten. Harald Hettich

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