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Wechselnde Kunstausstellungen in Ottobrunn

Die Gartenlaube der Kunst

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Die koreanische Künstlerin Youlee Ku stellt derzeit in der „Gartenlaube der Kunst“ im Ottobrunner Ortszentrum eine Installation aus.

Hinter dem Ottobrunner Rathaus verbirgt sich ein ungeahnter Schatz: Die Gartenlaube der Kunst. Dort sind wechselnde Ausstellungen von jungen Künstlern öffentlich zu bestaunen.

Eine etwas älteres Gartenhäuschen steht am Rand des Otto­brunner Ortszentrums, hinter dem Rathaus, links neben dem Rosengarten. Wer nicht genau hinschaut, übersieht sie leicht. Wer aber näher kommt, kann erkennen, dass sich etwas in der Laube befindet. Drei Außenwände aus Glas werden durch eine Rückwand aus Holz eingerahmt, wie in einem Schaufenster. Darin schwebt eine Art Ziehharmonika aus Aluminium. Einzelne der Elemente sind blau, gelb oder rot gefärbt. Das Objekt hängt an einem Haken von der Decke und ist in sich selbst etwas verdreht. In dem glänzenden Metall spiegeln sich die Lichter. Nachts ist das Häuschen sogar beleuchtet. Seit 2014 steht die Gartenlaube in Ottobrunn neben dem Domizil des Kunstvereins: Die Idee stammt von Kerol Montagna, einer italienischen Künstlerin, die in Riemerling lebt. Im Rahmen ihrer Abschlussarbeit an der Kunstakademie München brachte sie alte Holz- und Glasbestandteile eines Gewächshauses aus dem Ruhrgebiet nach München und baute sie in Ottobrunn zu einem öffentlichen Ausstellungsraum zusammen. Seitdem wird das Häuschen mit wechselnden Ausstellungen bespielt.

Die aktuelle Installation stammt von Youlee Ku, einer koreanischen Künstlerin, die ebenfalls in München studiert hat. Sie kommt aus der Hauptstadt Seoul und dort werden in einem ihr lieben kleinen Viertel immer mehr der alten Läden geschlossen, erzählt sie. Einst hatten Handwerker und kleine Geschäfte da ihr Domizil. Eine der Straßen sei jetzt komplett verlassen, weil die Mieten für die Menschen zu teuer geworden sind. „Diese Situation hat mich sehr traurig gemacht, aber auch inspiriert“, sagt die Künstlerin. „Bei uns sagt man ,Wir schließen das Rolltor‘, wenn etwas zu Ende ist.“ Das gezwungene dezentrale Wohnen der Menschen sei derzeit auch allgemein ein ganz heißes Thema in Korea, erzählt sie. Aber nicht nur dort. 

In der Gartenlaube der Kunst in Ottobrunn gibt es wechselnde Ausstellungen und Projekte. Kuratorin Kerol Montagna aus Riemerling ist hier im Gespräch mit der koreanischen Künstlerin Youlee Ku.

Nach ihrem Abschluss 2011 in Art und Design in Seoul, lebt Youlee seit 2014 in München und absolvierte ein Diplomstudium der Bildhauerei bei Professor Olaf Metzel an der Akademie der Bildende Künste. Auch Kuratorin Kerol Montagna hat Bildhauerei in den Kunstakademien Bologna und München studiert und arbeitet seit einigen Jahren als freischaffende Künstlerin. Mit etwa drei bis vier Ausstellungen pro Jahr bestückt sie die Gartenlaube, seit 2017 wird sie von Kunsthistoriker Pietro Tondello darin unterstützt. Alle arbeiten ehrenamtlich. Die Gemeinde Ottobrunn übernimmt den Strom und andere Unkosten. Das besondere an der Ausstellungssituation, sei die Umgebung, erklärt Montagna. Sie bestimme den Aufbau der Kunstwerke. „Wir probieren beim Aufstellen oder Aufhängen immer, wie das Werk interagieren kann“, sagt sie. Alle Stangen bewegen sich, machen Licht und Schatten. „Wir haben auch schon Kunstgüsse ausgestellt, die in dieser Umgebung ganz anders wirkten: Wie Pilze und Bäume.“

Die Laube ist kein „white ­cube“, mit vier weißen Wänden, also kein normaler Ausstellungsraum, sagt Montagna. Die Laube interagiere einfach anders mit den Objekten. Es gibt allerdings nicht nur Ausstellungen in dem Gartenhaus, es wird auch als Atelier genutzt. Da es für Künstler am Anfang ihrer Karriere unbezahlbar ist, in München neben der Wohnung auch noch Miete für ein Atelier zu zahlen, bietet das Häuschen dazu eine gute Möglichkeit. Einige der Kunstwerke konnten direkt bei der Vernissage schon verkauft werden. Montagna nimmt dafür keine Provision. Sie will den jungen Künstlern den Einstieg in den Kunstmarkt erleichtern. Auf der Rückseite der Gartenlaube findet sich jeweils eine Erklärung zur aktuellen Ausstellung mit Infomaterial zum Mitnehmen. 

Die Ausstellung von Youlee Ku läuft noch bis zum 22. Juli. Am Samstag, 27. Juli, wird im Rahmen des Ottobrunner Sommerfestes eine Ausstellung von Levin Mayerhöfer eröffnet, ein Illustrator und Street Artist, außerdem gibt es von Kerol Montagna in Zusammenarbeit mit Amelie Gürster ein „happening“ als Mitmachaktion zum Herstellen einer Skulptur aus Müll, sowie einen Info­stand einer Tierschutzvereins. Weitere Informationen zu den wechselnden Ausstellungen und Projekten gibt es bei Kerol Montagna unter www.facebook.com/gartenlaubederkunst/ oder an info.gartenlaubenkunst@gmail.com. Informationen über Youlee Ku gibt es unter www.youleeku.com. 

Claudia Engmann

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