Eine Gemeinde macht sich schlau

Im Beisein zahlreicher Interessierter eröffnete Bürgermeisterin Ursula Mayer das Bildungsjahr der Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn. Foto: Heimann

Mit einer großen Auftaktveranstaltung hat das Bildungsjahr in Höhenkirchen-Siegertsbrunn begonnen. Zahlreiche Besucher kamen in die Erich-Kästner-Schule, um sich einen Überblick über die mehr als 100 geplanten Veranstaltungen zu verschaffen und Ausschnitte aus dem Musical „My Fair Lady“ anzuschauen.

In der Aula der Schule präsentierten sich an schön dekorierten Ständen unter anderem die VHS SüdOst und der Verein „Wir für Kinder“, die maßgeblich an der Organisation des Bildungsjahrs beteiligt sind, die Musikschule „Dreiklang“, das Kindergartenprojekt „Haus der kleinen Forscher“ sowie der Arbeitskreis „Zusammen leben“ und die Organisatoren der Ländersonntage. Die Besucher konnten Spezialitäten der einzelnen Länder probieren oder sich für wenig Geld kleine Köstlichkeiten kaufen, die die Hauptschüler vorbereitet hatten. Viel Applaus gab es für die Aufführung von Ausschnitten aus dem Musical „My Fair Lady“ der Musikschule „Dreiklang“. Nach Gesundheit, Kultur und Umwelt steht in der Gemeinde, die alle zwei Jahre ein Mottojahr organisiert, heuer die Bildung im Mittelpunkt. „Wer nichts weiß, muss alles glauben“ lautet die Devise, und die Veranstalter sind zuversichtlich, dass die Bürger am Ende des Jahres sehr viel mehr wissen werden. Um den Bürgern einen Anreiz zu geben, an möglichst vielen Veranstaltungen teilzunehmen, hat die Gemeinde ein „Mitmach-Heft“ herausgeben, in dem man sich die besuchten Veranstaltungen abstempeln lassen kann. Diejenigen, die besonders viele Kurse, Vorträge oder Workshops besucht haben, können verschiedene Preise gewinnen. Der Hauptgewinn ist ein Abo für das Nationaltheater in München, kündigte Bürgermeisterin Ursula Mayer (CSU) bei der Auftaktveranstaltung an. Schulbau und Integration Die Rathauschefin erläuterte auch kurz die Idee, die hinter dem Bildungsjahr steckt. Zum einen bekomme Höhenkirchen-Siegertsbrunn 2011 zwei Gebäude, die für die Bildung der Kinder wesentliche Bestandteile sein werden: Das Gymnasium und den Erweiterungsbau der Erich-Kästner-Schule, in dem die Klassen der Gebundenen Ganztagesschule unterrichtet werden. Zum anderen sei es ein Anliegen der Gemeinde, die Integration ausländischer Mitbürger zu fördern. Ein dickes Lob gab es dafür von Karl Heinz Eisfeld. „Ich muss der Gemeinde ein großes Kompliment machen“, sagte der Leiter der VHS Südost. Es sei etwas ganz Besonderes, das Thema in den Mittelpunkt eines Gemeindejahres zu stellen, betonte Eisfeld, der den Zuhörern verschiedene Definitionen vom Begriff Bildung lieferte. Es sei nicht nur wichtig, sich Informationen und Wissen anzueignen. So sei entscheidend, dass man die erlernten Fähigkeiten „lebenspraktisch“ anwenden könne. Zudem erfordere Bildung ethisch verantwortliches Handeln. Sehr verbreitet sei der Glaube, etwas nicht zu können, sagte Eisfeld. Ein Ziel des Bildungsjahrs sei daher auch, verborgene Ressourcen und Kompetenzen, die gewöhnlich nicht in einem Zeugnis festgehalten werden, aufzudecken, sie sichtbar und greifbar zu machen und für den einzelnen als Qualifikation festzustellen. Die VHSSüdost habe deshalb das Projekt „ProfilPASS“ ins Leben gerufen. Mit diesem Pass können Schüler und Erwachsenen jeden Alters ihre ganz persönlichen Kompetenzen – fernab von Benotungen und Bewertungen – feststellen. Dass jeder singen kann, demonstrierte Eisfeld gleich vor Ort. Er animierte die Besucher, den Kanon „Der Hahn ist tot“ zu singen und konnte sie außerdem dazu bewegen, bei einem rhythmischen Klatsch-Spiel mitzumachen. In den nächsten Monaten wird in der Gemeinde einiges geboten. Im Veranstaltungskalender, der von Karin Lutzenberger koordiniert wird, sind Monat für Monat die verschiedensten Kurse und Workshops aufgelistet: Angefangen bei Sprachkursen über wissenschaftliche Vorträge bis hin zu ganz praktischen Dingen wie Socken stricken oder Skat spielen. Ein besonderes Angebot sind die „Ländersonntage“, die jetzt mit England gestartet sind. Die Höhenkirchen-Siegertsbrunner bekommen so Gelegenheit, ausländische Mitbürger und ihre Heimatländer kennen zu lernen, zum Beispiel durch einen Film, landestypische Gerichte oder Musik. hei

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