"Was soll das eigentlich alles?"

Diskussionen um Bau von Spielplatz in Riemerling-West

+
So könnte der neue Spielplatz in Riemerling-West aussehen.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung in Hohenbrunn präsentierte eine Architektin die Entwurfspläne für den Bau eines neuen Spielplatzes in Riemerling-West.  Doch obwohl die Kosten stimmten, war sich das Gremium auf einmal nicht mehr einig, ob sie diesen überhaupt wollen. 

Kinder wollen in ihrer Freizeit spielen, toben, rennen und Spaß haben — in diesem Punkt ist sich der Hohenbrunner Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung schon mal einig. Das „Wo“ und „Wie“ waren die großen Fragen.

Konkret ging es um den Spielplatz in Riemerling-West. Dieser ist in die Jahre gekommen, viele Geräte sind kaputt. In der Bauausschussitzung vom August vergangenen Jahres, hatte sich das Gremium bereits dafür ausgesprochen, den Spielplatz wieder auf Vordermann bringen zu lassen. Kostenrahmen: Maximal 300.000 Euro. Architektin Stephanie Hackl vom Büro Hackl und Hofmann präsentierte dem Gemeinderat nun den ersten Planungsentwurf. Entstehen soll ein Spielplatz für Klein und Groß. Neben Schaukeln, Wippen, Rutschen oder Klettergerüsten, plane das Architekturbüro Hackl und Hofmann die Installation einer Tischtennisplatte, eines Streetball-Felds, einer überdachten Sitzgelegenheit mit Feuerschale sowie Work- out-Geräten für Jugendliche und Erwachsene. „Als zusätzliche Option, die nicht mit eingerechnet ist, wäre die Errichtung eines Schotterwegs um das gesamte Areal möglich“, fügte Architektin Stephanie Hackl hinzu. Die Kosten für das Projekt würden sich auf 243.380 Euro plus rund 61.000 Euro Planungskosten also rund 304.500 Euro belaufen, berichtete Mario Illigen, Bautechniker der Gemeinde Hohenbrunn. „Mit den Zusatzoptionen kämen wir auf rund 400.000 Euro“, so Illigen weiter.

Über diesen Entwurf sollte das Gremium abstimmen. Da das Budget, abgesehen von den Zusatzoptionen, eingehalten wurde, reine Formsache also — möchte man meinen.

„Völlig überzogen“ fand Grünen-Rätin Martina Kreder- Strugalla den Planungsaufwand. „Ein bis zwei Geräte sollten ausgetauscht werden“, so ihre Meinung. „Aber jetzt 300.000 Euro oder mehr dafür ausgeben? Was soll das eigentlich?“, fragte sie ans Gremium gewandt. Die Gemeinde habe ohnehin zahlreiche Investitionen zu tätigen und „gibt jetzt das Geld aus, als gäbe es kein Morgen“, monierte sie.

Unterstützung erhielt sie von ihrem Fraktions-Kollegen Wolfgang Schmidthuber: „Der Wald ist in unmittelbarer Nähe, dort können die Kinder in der Natur spielen“, warf er ein. Man habe in Hohenbrunn das Glück, eine ländliche Gemeinde zu sein, da brauche man das „Naturgelände nicht künstlich gestalten“.

Mit einem etwas innovativen Vorschlag meldete sich Grünen-Rätin Gisela Pfaller zu Wort: „Ich bin absolut für den Spielplatz, aber die Eltern sollen das Ganze planen!“ Alle Pläne verwerfen, die Gemeinde solle das selbst in die Hand nehmen — so ihre Meinung. „Da machen wir uns doch lächerlich!“, entgegnete SPD-Rätin Mechthild Heinmüller. Im Bauausschuss habe man das genau so beschlossen, die Architektin sei extra gekommen „und dann sagen wir, wir wollen das doch nicht?“ — „das finde ich nicht richtig!“ Natürlich würden Kinder viele Spielmöglichkeiten in der Natur finden, aber auch Spielplätze würden gerne angenommen und dienten zudem als Familientreffpunkt. „Ich glaube, dass gerade die Seilbahn sehr gut ankommen wird“, sagte sie. Ihr Vorschlag: „Vielleicht können wir ja noch schauen, ob man nicht doch noch die ein oder anderen Kosten einsparen kann.“ Auf diesen Zug sprang auch Bürgermeister Stefan Straßmair (CSU) auf und gab zu bedenken, dass man durch Eigenleistung durch den Bauhof weitere 15.000 bis 20.000 Euro sparen könnte.

Die ganze Debatte so gar nicht verstehen konnte Josef Maier (CSU). „Wir haben das doch alles beschlossen!“ Die Kinder würden von so einem attraktiven Spielplatz aus dem Haus gelockt. „Auch der Spielplatz an der Luitpoldsiedlung wird mit Freude genutzt“, so sein Argument. Er plädierte dafür, den Spielplatz so in Auftrag zu geben. Dieser Meinung war letztlich dann doch auch die Mehrheit des Gremiums, denn mit nur vier Gegenstimmen entschieden sich die Räte für den Bau des Spielplatzes — allerdings ohne Schotterweg.

tb

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Adventskranz-Basteln des Eine-Welt-Kreises St. Magdalena in Ottobrunn
Adventskranz-Basteln des Eine-Welt-Kreises St. Magdalena in Ottobrunn
Abschlussbesprechung im Gemeinderat über Bürgerdialog Hohenbrunn
Abschlussbesprechung im Gemeinderat über Bürgerdialog Hohenbrunn

Kommentare