Alle Seiten sind bereit – nur wann geht es los?

Diskussion zum U-Bahn-Ausbau nach Ottobrunn mit MVG-Geschäftsführer

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Ingo Wortmann (3.v.l.) beantwortete zunächst die Fragen der SPD-Politiker aus den betroffenen Gemeinden sowie der stellvertretenden Land­rätin Annette Ganssmüller-Maluche (2.v.r.).

„Wir sind zu jeder Schandtat bereit“, stellte Ingo Wortmann, Geschäftsführer der MVG bei einem Diskussionsabend zum Ausbau der U-Bahn-Linie 5 klar. Zu der Veranstaltung hatten die SPD-Ortsvereine Ottobrunn, Neubiberg, Taufkirchen und Unterhaching Interessierte am vergangenen Montag ins Otto­brunner Wolf-Ferrari-Haus geladen. Und diesem Aufruf waren zahlreiche Bürger gefolgt, rund 130 kamen – „trotz Regen und Wiesn“ wie die Ottobrunner Bürgermeisterkandidatin Sabine Athen bei der Begrüßung betonte.

Ihr sei es wichtig, dass die Bevölkerung frühzeitig über das Thema informiert werde. Viele wüssten gar nicht, dass ein Ausbau der U5 Richtung Otto­brunn überhaupt angedacht sei. Dabei schoss Athen auch gegen die Landesregierung, die zwar mit dem von Markus Söder geplanten Projekt „Bavaria One“ auf Taufkirchner und Ottobrunner Gelände nach den Sternen greife, aber dabei die akuten Probleme für den Bürger außer Acht ließe. „Wenn man zum Mond fliegen will, kann man Kleinigkeiten wie den ÖPNV schon mal vergessen“, erklärte die SPDlerin sarkastisch.

Anschließend an die Begrüßung stellte Wortmann die Aufgabenbereiche der MVG vor. Diese betreibe U-Bahnen, Busse, Tram, MVG-Räder und neuerdings auch das CarSharing-System IsarTiger – alles vorwiegend Dienste innerhalb der Stadt. Allerdings zeigen Beispiele wie Garching, dass es sich auch lohne stadtgrenzenübergreifend zu denken. Im Februar dieses Jahres wurden sechs mögliche Trassenvarianten ausgearbeitet, die von Neuperlach Richtung Ludwig-Bölkow-Campus führen sollen. Die westlichen führen über Unterhaching und Taufkirchen, die östlichen über Ottobrunner Gebiet. Welche Trasse letztendlich gewählt werde, sei, so Wortmann, eine planerische Entscheidung, die von den Gemeinden getroffen werden müsse. Die MVG wirke an dem Ausbau mit, sind aber nicht in der Führung. Wortmann sehe den Landkreis in der Rolle, loszumarschieren. Sie bräuchte einen konkreten Planungsbeschluss.

„Am Landkreis wird es nicht liegen, ob die U5 kommt“, erklärte die stellvertretende Land­rätin Annette Ganssmüller-Maluche bei der anschließenden Diskussion. Es liege vor allem an den Gemeinden, sich auf eine Trasse zu einigen, die Finanzierung sei dann nicht das komplizierteste – auch weil der Freistaat wegen des Hochschulstandorts mitfinanzieren könnte.

Die Neubiberg SPD-Vorsitzende Elisabeth Gerner wollte wissen, von welchem Zeitraum die Rede ist, wenn alles optimal läuft. „Mindestens zehn Jahre“, erklärte Wortmann. Derweil soll es Übergangslösungen für den Hochschulstandort geben. Diesen Zeitraum zweifelte der Zuhörer Jürgen Steinke aus Ottobrunn allerdings stark an. Schließlich müssten sich je nach Trasse fünf bis sechs Gemeinden einigen, Beispiele wie Martinsried zeigten, dass das schon bei einer Gemeinde Jahrzehnte dauern kann.

Dass eine U-Bahn kommen wird, schien am Ende des Abends deutlich. Die Frage nach dem Wann und Wie ist aber noch lange nicht geklärt.

Iris Janda

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