Riesiges Schild sorgt für Ärger

Höhenkirchener Verkehrsschild sorgt für Diskussion

Das neue Straßenschild in Höhenkirchen-Siegertsbrunn sorgt für viel Diskussion.
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Das neue Straßenschild in Höhenkirchen-Siegertsbrunn sorgt für viel Diskussion.

Höhenkirchen-Siegertsbrunn – Die Geschichte um den Kreiselbau in Höhenkirchen ist auch eine Geschichte des Verkehrsschilderchaos. Als die Ortsdurchfahrt wegen der Bauarbeiten über Monate gesperrt wurde, war es kein Leichtes, die Beschilderung rund um die Gemeinde so einzurichten, dass Ortsunkundige nicht vor der Baustelle stoppen und umkehren mussten. Damit auch wirklich eindeutig war, wie Autofahrer durch den Ort beziehungsweise eben nicht kommen, waren mehrfache Nachbesserungen nötig. Nach der Fertigstellung im November kam das nächste Schilderproblem auf. 

Denn ein Standort für die Kreiselausschilderung an der Münchner Straße fehlte. „Ganz viele Bürger und Verkehrsteilnehmer haben sich darüber beschwert, dass es dort kein Kreiselschild gibt“, erklärt Neu-Bürgermeisterin Mindy Konwitschny. Mit dem Staatlichen Bauamt Freising, das für die Aufstellung des Schildes zuständig ist, und den Grundstücksbesitzern sei lange nach einem geeigneten Platz gesucht worden. Diese Lösung schien nun Anfang Mai im Eck des Parkplatzes vor dem Däumling-Gebäude gefunden. Aber schon stellten sich die nächsten Probleme. „Ich sehe aus dem Fenster und egal, wo ich hinschaue, sehe ich nur dieses Leinwand- format“, erklärt die Anwohnerin Maria Magdalena Neumann. 

Auch in den sozialen Netzwerken regt sich Ärger über die Dimensionen des Verkehrsschildes. Weil es sich um eine Kreisstraße handelt, sind gesetzlich bestimmte Maße und Schriftgrößen vorgegeben. „Man muss eine gewisse Höhe haben wegen der Lkws und man muss es frühzeitig sehen können“, verdeutlicht Konwitschny. Außerorts könne Neumann das nachvollziehen, aber innerorts sei eine solche Größe unverhältnismäßig. 

Deswegen entschied sich die junge Frau dazu, aus Protest ein Plakat an ihrem Balkon aufzuhängen. „Bei uns haben sich die Leute beschwert, dass unser Banner so hässlich ist. Aber genau darum ging es ja, zu zeigen, wie es uns mit dem Verkehrsschild geht“, erzählt sie. Der Protest sollte sich dagegen richten, dass in der Gemeinde mit zweierlei Maß gemessen wird. „Zum einen müssen Bürger genauestens das Gemeindebaurecht beachten, damit keine Garage oder kein Zaun auch nur ein paar Zentimeter zu hoch ist, und dann wird so ein riesiges Schild hier aufgestellt“, erzählt Neumann verärgert. 

Sie habe überhaupt kein Problem, wenn an der Stelle ein Schild steht, „aber mit Maß und Ziel.“ Und tatsächlich muss das Schild wieder weichen – zumindest in seiner jetzigen Form. Es wurde anders aufgestellt, als mit dem Grundstücksbesitzer des anliegenden Parkplatzes vereinbart und ragt nun auf die Parkfläche. Lkws, die die Geschäfte über den Parkplatz beliefern möchten, können nicht darunter hindurchfahren und die Waren ausladen. Der Eigentümer reichte daraufhin Beschwerde beim Straßenbauamt ein, das nun das Schild korrigieren muss. Es soll dann rund einen Meter kürzer werden und bündig mit der Verkehrsinsel schließen. Weil die Schrift trotz kleinerem Schild nicht verkleinert werden muss, sei es gerade noch zulässig, meint die Rathauschefin. „Das ist das maximale Entgegenkommen, was rechtlich möglich ist.“ 

Dass das Schild auch noch falsch aufgestellt wurde, bestürzt Neumann noch mehr. „Wir sprechen von Mitteln im vierstelligen Bereich, das entspricht beispielsweise der Existenzsicherung für Solo-Selbstständige über vier Monate.“ Konwitschny verstehe die Verärgerung der Anwohner, aber die Gemeinde können keinen Einfluss auf die Vorschriften nehmen, die es einzuhalten gilt. Nun konnte zumindest dem Wunsch vieler Bürger nach dem Kreiselschild nachgekommen werden. „Es wird nie die eine Lösung geben, bei der alle glücklich sind.“ Weil es zumindest etwas kleiner werden soll, haben die betroffenen Anwohner ihren Banner nach ein paar Tagen wieder abgenommen. Das finale Schild soll bis zirka Mitte Juni angebracht werden. Neumann ist auf das Ergebnis gespannt: „Mal sehen, was dabei rauskommt, sonst hängen wir das Plakat wieder auf.“ 

Iris Janda

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