Maskiert zum neuen Schnitt

Friseure aus Aying und Höhenkirchen-Siegertsbrunn ziehen Bilanz

Beim Waschen, Schneiden und Föhnen stört in Höhenkirchen-Siegertsbrunn danke dieser Masken-Konstruktion, das der Kunde vor sein Gesicht halten kann, kein Gummiband.
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Beim Waschen, Schneiden und Föhnen stört in Höhenkirchen-Siegertsbrunn danke dieser Masken-Konstruktion, das der Kunde vor sein Gesicht halten kann, kein Gummiband.

Landkreis – Anfang des Monats durften die Friseursalons wieder öffnen. Für viele Kunden eine Erlösung, denn die Haare nehmen keine Rücksicht auf die Corona-Pandemie. Im Gegenteil: Sie sprießen unerbittlich. Anton Arnold aus Aying und Markus Sander aus Höhenkirchen-Siegertsbrunn, sind beide Inhaber eines Friseursalons und berichten über die Umsetzung der Auflagen.

Die Corona-Krise hat bei vielen Selbstständigen für enorme finanzielle Einbußen gesorgt. Durch den Weg seit Anfang Mai zurück in die Normalität können die Unternehmen langsam wieder nach Luft schnappen. So auch die Friseure. Sechs Wochen mussten die Salons geschlossen bleiben. Anton Arnold, der auch dritter Bürgermeister Ayings ist, ist froh über die Öffnungen unter den gesetzlichen Hygienevorschriften, denn die beantragte Soforthilfe ist noch nicht eingegangen. Zumindest die Bestätigung, dass der Antrag bewilligt wurde, ist eingetroffen. 

„Die Fixkosten, wie zum Beispiel die Miete, bleiben ja. Ich denke, zwei Monate Schließung wären das Maximum gewesen.“ Um so erfreulicher war dann der Öffnungstag. Arnold erzählt, wie der erste Tag sehr positiv verlaufen sei. Schon 14 Tage vor der Öffnung habe er seine Handynummer auf dem Anrufbeantworter hinterlegt, sodass Termine schon vergeben werden konnten. „Die Kunden waren zufriedener. Durch die Krise hat sich alles entschleunigt.“ Dadurch waren die Auflagen und die Einhaltung der Hygienestrecke für keinen Friseurbesucher ein Problem. 

Markus Sander, ebenfalls Saloninhaber aus Höhenkirchen-Siegertsbrunn, berichtet, dass der erste Tag auch bei ihm sehr gut losging. Sander bat sein Personal schon etwas früher in den Salon, um sich in Ruhe mit den Abläufen und Umbauten, beziehungsweise den Wänden aus Plexiglas, bekanntmachen zu können. Wichtig sei Sander, dass den Kunden und natürlich auch den Mitarbeitern das Gefühl gegeben wird, gut aufgehoben zu sein. 

Wie in Aying, waren auch die Kunden in Höhenkirchen-Siegertsbrunn sehr euphorisch. „In der ersten Woche sind wir hier gefeiert worden wie große Helden“, erzählt der Friseur. „Die Kunden haben sogar Champagner und Pralinen mitgebracht. Jeder hat sich einfach sehr gefreut, dass es endlich wieder losgeht.“

Die Maske muss beim Haareschneiden dran sein Trotz aller Freude darf die Hygienekette nicht unterbrochen werden. Weder beim Haare- waschen, noch beim Färben oder Schneiden. Dafür müssen sowohl Friseur als auch Kunde einen Mund- und Nasenschutz tragen. Für Masken, deren Bänder um den Kopf gehen oder möglicherweise kaputt gehen können, hält Anton Arnold für seine Kunden Einwegmasken bereit. 

In dem Salon von Markus Sander kommt eine spezielle Konstruktion zum Einsatz, die an die venezianischen Karnevals- masken erinnert. Konzipiert wurde das Gerüst von einem Friseur aus Dresden, Sander hat es nachgebaut. Praktisch, denn so kann nicht versehentlich das Band beim Schneiden der Haare mitgeschnitten werden und stört auch nicht beim Färben. Der Kunde bringt seine eigene Maske mit; diese wird dann an zwei Holzstäben befestigt. Diese Holzstäbe sind unten zusammengeklebt, sodass sie bequem vom Kunden gehalten und vor den entsprechenden Bereich gelegt werden kann. 

„Die Konstruktion kommt sehr gut an, die Kunden finden das Gerüst lustig“, so Sander. Bilanzierend können beide Friseure aus dem Landkreis Süd-Ost also zur Wiedereröffnung nicht klagen. Im Gegenteil: Sander will sogar weiteres Personal einstellen und wie Anton Arnold berichtet, war und ist auffallend, dass einige Neukunden dazugekommen sind, die vermutlich durch die Krise das Denken entwickelt haben, auf Regionalität und Örtlichkeit zu achten. 

Melanie Schröpfer

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