„Es wird ein Minusgeschäft werden“

Die Freibäder im Landkreis München öffnen wieder

Das Haarer Freibad hat seit 11. Juni geöffnet.
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Das Haarer Freibad hat seit 11. Juni geöffnet.

Landkreis – In der Sonne liegen, ein erfrischendes Getränk schlürfen und zur Abkühlung im kalten Wasser ein paar Bahnen ziehen. So lässt sich der Sommer in vollen Zügen genießen. Doch dieses Jahr kann nicht so unbedarft im Wasser herum geplanscht werden. Regeln müssen beachtet und eingehalten werden, um die Corona-Pandemie weiter in Schach zu halten. Das öffentliche Leben war komplett heruntergefahren. Lockdown.

Doch derzeit verkündet Ministerpräsident Markus Söder eine Lockerung nach der anderen. Damit möchte er den Wünschen der Bevölkerung nach Normalität nachkommen und dabei aber die Gefahren nicht unterschätzen sowie die Sicherung der Gesundheit der Bürger bewahren. Offiziell dürfen Bayerns Freibäder seit Beginn der zweiten Pfingstferienwoche wieder öffnen. Doch nur unter der Umsetzung und Einhaltung eines Sicherheits- beziehungsweise Hygienekonzepts. Im Münchner Landkreis betrifft das genau drei Freibäder – das Unterhachinger Freibad, das Naturbad in Oberhaching und das Haarer Freibad. Doch keines von ihnen hatte zu Söders vorgeschlagenem Termin geöffnet.

Den Anfang im Münchner Landkreis machte das Haarer Freibad. An Fronleichnam öffnete das Freibad seine Türen für, wie im Hygienekonzept geregelt, maximal 400 Badegäste, die sich gleichzeitig auf dem Gelände aufhalten dürfen. Doch nur 80 der Besucher dürfen sich höchstens gleichzeitig im Badebecken aufhalten. Sobald die Wassertemperatur die 22-Grad-Marke übersteigt, wird auch das Nichtschwimmerbecken geöffnet, in dem sich maximal 30 Personen gleichzeitig aufhalten dürfen.

Das Kinderplanschbecken, der Springturm und die Wasserrutsche müssen geschlossen bleiben und außerhalb des Beckens müssen die Besucher ihre Mund- und Nasenbedeckung tragen. Ist das Becken belegt, muss gewartet werden, bis wieder genug Platz ist. Wann das Oberhachinger Naturbad Furth öffnet, steht bisher noch nicht fest. Noch sei das Bad in Abstimmung mit der Gemeinde. „Wir hoffen, dass wir irgendwann im Juli öffnen können. Spätestens aber zu den Sommerferien“, sagt Schriftführerin Hille Rudnitzki. Aktuell sehe der Plan vor, dass das Bad bei seiner Öffnung nur für die rund 3500 Mitglieder zur Verfügung steht.

„Wir freuen uns natürlich, wenn das Bad gut besucht wird, hoffen aber, dass es auch an den Tagen genutzt wird, an denen nicht so gutes Badewetter ist. Beispielsweise zum Tischtennis spielen oder zur Nutzung der Grünanlage“, so Rudnitzki. Wann das Unterhachinger Freibad öffnet, steht hingegen schon fest. Rathaussprecher Simon Hötzl berichtet, das Freibad solle am 1. Juli öffnen. „Die Besucherzahl wird jedoch wie auch in anderen Freibädern beschränkt werden – vermutlich auf 600 bis 700 Menschen, die sich im Freibad aufhalten dürfen.“

Außerdem würde das Unterhachinger Freibad die Sammelduschen und Umkleiden nicht öffnen. Sicher sei bereits auch, dass es aufgrund der Kürze der Saison keine Saisonkarten geben wird. „Wir werden aber in jedem Fall schauen, dass es Eintrittspreise geben wird, die dieser besonderen Situation auch Rechnung tragen.“ Weiter sagt Hötzl: „Deshalb wird nicht der reguläre Tagespreis gelten, sondern wir werden mit einem stark ermäßigten Eintrittspreis arbeiten.“

Genau könne das aber erst nach der Gemeinderatsentscheidung im Juni festgelegt werden. Geplant sei auch ein Online-Ticketing, so wie es der Tierpark Hellabrunn bereits durchführt. Hötzl erklärt: „Das heißt, man wird sich vorher im Internet eine Tageskarte kaufen und sich sein Zeitfenster reservieren müssen. Dann kann man mit dieser Bestätigung an die Freibadkasse treten und wird dann reingelassen. So sollen Schlangen vor dem Freibad vermieden werden.“ Auch soll eine Stornierung möglich gemacht werden. „Wir wollen das Bad an jedem Öffnungstag optimal auslasten und das setzt eben voraus, dass im Falle einer Stornierung jemand anderes das Ticket nutzen kann.

Diese Onlinelösung wird bei uns gerade entwickelt.“ Zudem sollen in Unterhaching Früh- und Abendschwimmer gesondert behandelt werden. „Denn das sind Badegäste, die sich wirklich nur in den Becken und nicht auf der Liegewiese aufhalten.“ Sowohl in den Becken als auch auf den Liegeflächen wird dafür Sorge getragen, dass die notwendigen Abstände eingehalten werden. Auch sei klar, dass „die Entscheidung, das Bad zu öffnen, sicher keine Entscheidung ist, die wir aus wirtschaftlichen Erwägungen treffen. Es wird ein Minusgeschäft werden. Dennoch wollen wir öffnen, weil wir unseren Unterhachinger Bürgern ein Stück Normalität zurückgeben wollen“, so Hötzl.

Zudem können Badegäste so das frisch renovierte Freibad genießen. Die Sanitärbereiche wurden erneuert und auch die Fliesen in den Becken. So kann der Sommer – wenn auch eingeschränkt – kommen.

Melanie Schröpfer

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