Johannifeuer bringt in diesem Jahr Brunnthal nicht zum leuchten

Burschen sagen die für Ende Juni geplante Veranstaltung ab

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Bei malerischem Sonnenuntergang wurde 2018 das Johannifeuer in Brunnthal gefeiert. Dieses Jahr kann die Veranstaltung der Burschen wegen hoher Auflagen der Gemeinde zur Sicherheit nicht stattfinden.

Das beliebte Johannifeuer des Brunnthaler Burschenvereins auf dem Festplatz muss in diesem Jahr ausfallen. Die Burschen haben die für Freitag, 28. Juni, geplante Veranstaltung wegen der aus ihrer Sicht zu hohen gemeindlichen Auflagen abgesagt. Im nächsten Jahr soll in einem leicht veränderten Zuschnitt die traditionsreiche Veranstaltung wieder aufleben.

In den vergangenen Jahren waren regelmäßig über 1000 Besucher aus der Gemeinde und der Region zu dem Event mit großem Feuer, leiblichen Genüssen, Blasmusik und spätabendlichem Barbetrieb samt DJ-Sound auf das Gelände nördlich des Brunnthaler Ortskerns gepilgert. Allerdings wurden angesichts einiger Negativvorfälle in den beiden Vorjahren die Auflagen der Gemeinde auf Empfehlung auch der örtlichen Polizei verschärft. In mehreren Gesprächen hatten Vertreter der Gemeinde und der Burschen lange nach einem für beide Seiten tragbaren Konsens gesucht. Aus dem Ausfall heuer soll neue Kraft für das Fest erwachsen. Künftig ist angedacht, das Johannifeuer jeweils nachmittags beginnen zu lassen und mit einigen zusätzlichen Maßnahmen familienfreundlicher zu gestalten.

Für die Burschen ist der Ausfall heuer ein herber Rückschlag. Bereits früh im Jahr beginnen die gestaffelten Vorbereitungen mit Baumfällungen, Personalrekrutierungen im Security-Bereich, Gastro oder Blockhausbau. An den Vorbereitungen sind regelmäßig über 40 Mitglieder des Vereins beteiligt. Dazu tragen Gemeinde und private Gönner zum Gelingen bei. Derart gelungen sind die mittlerweile weit über die Brunnthaler Ortsgrenze hinaus bekannten Feiern, dass vor allem auch reichlich Publikum aus den stadtnahen Gebieten zum Johannifeuer strömt.

Florian Huber, Albert Hauser, Stefan Hofmann und Felix Inhof (v.l.).

„Die absolute Mehrzahl der Leute ist absolut friedlich und nur in Feierlaune unterwegs“, unterstreicht der Erste Burschen-Vorstand Albert Hauser. Lediglich mit kleinen Grüppchen, meist im alkoholisierten Zustand und von außerhalb des Ortes habe es zuletzt einige Probleme gegeben. „Aber die von Polizei und Gemeinde beschriebenen Vorkommnisse mit Schlägereien waren außerhalb unserer Bannmeile, für die wir beim Johanni-Feuer verantwortlich sind“, unterstreicht Vereins-Kassier Stefan Hofmann. Auch ein Feuer-Verletzungsopfer im Jahr 2017 sei nicht Verschulden des Vereins gewesen. „Am Ende war das Fest heuer aufgrund der hohen Auflagen einfach nicht machbar“, ergänzt der 2. Burschen-Vorstand Florian Huber. Vor allem die hohen Kosten für die Security, eine umfangreiche Einzäunung des Geländes und eine womöglich verkleinerte Bar mit damit geringeren Einnahmen hemmten den Planungsfortschritt.

„Dazu ist es unmöglich, das Fest ausreichend vorzubereiten, wenn wir das Gelände heuer erst am frühen Nachmittag des Veranstaltungstages zur Verfügung haben“, so die Burschen-Vorstände. Eine Kinder-Fahrschule der Verkehrswacht auf Teilen des Geländes hätte das Areal heuer erst verspätet zugänglich gemacht.

Auch wenn das Johannifeuer dieses Jahr ausfällt, ist der gute Wille zur Fortsetzung bei allen Beteiligten erkennbar. Bereits in den Vorgesprächen hatten Gemeindevertreter unter Leitung des Zweiten Bürgermeisters Thomas Mayer Erleichterungen in Aussicht gestellt. So sollte die teure Security unter Auflagen von zunächst geplanten 18 auf 14 Einsatzkräfte reduziert werden. Zudem sollte statt aufwendiger Einzäunung eine Siloplane das Gelände umgeben. Auch die Bannmeile zu verkleinern und die Geländeausleuchtung durch Flutlichter des TSV Brunnthal zu verbessern, war angedacht. Für heuer kam die Verständigung zeitlich zu spät. „Wir könnten die Veranstaltung jetzt auf die Schnelle gar nicht mehr durchführen, weil uns die Zeit bis Ende Juni zu knapp ist“, weiß Hauser.

„Schade“ findet den Ausfall auch Bürgermeister Mayer, selbst Mitglied im Burschenverein. Man habe alles versucht. „Das Johannifeuer ist ein stilvolles Fest“, befindet er. Allerdings müsse „Ziel“ sein, die Akzeptanz dafür in der örtlichen Bevölkerung wieder zu steigern und für externe jugendliche Gruppen zu senken. Früher im Jahr müssten die Gespräche zwischen Gemeinde, Sicherheitsbehörden und Burschen anberaumt werden, der Beginn in den Nachmittag verlegt und um kinder- und familienfreundlichere Elemente von Hüpfburg bis Schminken ergänzt werden. Mayer unterstrich wie der Gemeinderat insgesamt, die Veranstaltung auch in den kommenden Jahren voll unterstützen zu wollen.

Die Burschen sind gesprächsbereit und haben im Gemeinderat auch eine Verkleinerung der Bar angeboten. „Für uns ist das Johannifeuer die wichtigste Veranstaltung im Jahr, die auch unser Vereinsleben und die Aktivitäten mit finanziert“, unterstreicht Hauser. Im kommenden Jahr müsse das Fest „unbedingt wieder stattfinden“. Es sei insgesamt auch eine wichtige Veranstaltung für die Gemeinde. Eine bloße Vergrößerung der eigenen Aktivitäten beim Dorffest im August, wie im Rat vorgeschlagen, genüge nicht. Nächstes Jahr muss das Feuer am Festplatz wieder lodern. Nur den Funkenschlag drum herum gilt es wohl wieder besser zu koordinieren. 

Harald Hettich

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