Weitsichtiger Plan oder riesiger Klotz?

Bürgerwerkstatt zur Dorfmitte in Großhelfendorf

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Die Ortsmitte Großhelfendort soll bebaut werden. Aber wie?

Keine Nägel brauchte es, um an der Bürgerwerkstatt zum Thema Ortsmitte Großhelfendorf teilzunehmen. „Aber Ideen“, betonte die Moderatorin Sonja Epple. Sie und Ayings Bürgermeister Hans Eichler (PWH) konnten mehrere Dutzende Interessierte begrüßen, die zur Hälfte direkt aus Großhelfendorf stammen. Es handelt sich um das ehemalige Grundstück der Raiffeisenbank, das von der Dorfstraße umschlossen wird. Seit 1999 ist die 3.600 Quadratmeter große Fläche im Eigentum der Gemeinde. Im früheren Raiff- eisengebäude sind unter anderem der Verein „Dorfleben und Soziales in der Gemeinde Aying“ (DSGA) und der Wasserversorgungsverband Helfendorf (WVV) untergebracht. Ein Drittel des Grundstücks ist Grünfläche. 2017 hat die Parteiunabhängige Wählergemeinschaft Helfendorf (PWH) eine Umfrage durchgeführt, wie sich Bürger die Dorfmitte vorstellen könnten. Bei den Rückmeldungen war so ziemlich alles dabei: von „zubauen“ bis „keine Bebauung“. Eine städtebauliche Untersuchung wurde durchgeführt. Und bei der Quest AG wurde ein Nutzungs- und Bebauungskonzept abgefragt. Letztere hätte das Grundstück erworben, um es selbst zu entwickeln. Doch der Gemeinderat entschied sich, es in der Hand halten zu wollen. Die Quest AG hat mit Professor Florian Nagler einen versierten Architekten beauftragt, sich Gedanken zu der Bebauung der Gemeindefläche zu machen. Diese waren Grundlage der Präsentation anlässlich der Bürgerwerkstatt. Demnach könnte das Gelände plan gemacht und aufgeschüttet werden. In einem winkelförmigen Neubau („L“-Form) könnten neben dem DSGA und dem WVV auch eine Gastronomie mit 50 Sitzplätzen, die Gemeindebücherei sowie eine Tagespflege untergebracht werden. Alle Einrichtungen würden im Parterre liegen. Es gäbe einen Multifunktionsraum, der von verschiedenen Seiten genutzt werden könnte. Im Obergeschoßbereich sind 13 Wohnungen vorgesehen. Das Gebäude würde eine Tiefgarage erhalten. Im Freibereich wäre „viel Grün“ vorgesehen. Und Platz für den Maibaum.

Gemischt, aber überwiegend positiv wurden diese Überlegungen von den Werkstattteilnehmern aufgenommen. Gabi Huber sprach von einem weitsichtigen Planen. Das Bauvorhaben belebe die Dorfmitte. Eingeworfen wurde von anderen, es handle sich um „einen Klotz“ und die Freifläche sei „ein größerer Garten“. Knackpunkt an dem Gelände ist seine Lage an der Kreisstraße. Andreas Wolf forderte, im Zuge einer möglichen Bebauung hier Änderungen vorzunehmen: „Man sollte der Kreisstraße so viel Verkehr wie möglich wegnehmen.“ Auch eine Einbahnregelung könnte eine Überlegung wert sein. Nach Ansicht von Michael Wöllinger müsse der Lkw-Verkehr umgeleitet werden. Alles recht und schön, gab Bürgermeister Eichler zu. „Aber wie lauten die Vorschläge?“ Beim Thema Kreisstraße gäbe es keine zündende Idee. Und beim Lkw-Verkehr wäre die Lösung wohl eine Umgehungsstraße, die aber nicht sofort da sei. Nun muss sich der Gemeinderat mit den Plänen beschäftigen und ein Konzept verabschieden. Dann müssten die Fördermöglichkeiten abgeklopft werden, um die Finanzierung zu sichern. Denkbar wäre auch, ein Kommunalunternehmen zu gründen. Dann käme es zum Ausschreibungsverfahren für den Planer. Weitere Informationen gibt der Vortrag von Bürgermeister Eichler, der online unter https://aying.de/wp-content/uploads/2018/12/Zukunft-Ortsmitte-Gro%C3%9Fhelfendorf.pdf?x98621 abrufbar ist. 

wjr

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