Bürgerinitiative Dürrnhaar gegründet

Anlässlich einer Informationsveranstaltung zu den Planungen der Gemeinde Aying bezüglich der Kiesgrubenerweiterung im Ort haben sich zahlreiche Anwohner von Dürrnhaar zur „Bürgerinitiative Dürrnhaar“ (BID) zusammengeschlossen. Ihr vorrangiges Ziel: die Erhaltung der Gesundheit, der Lebensqualität sowie des lokalen Umweltschutzes.

Die in Gründung befindliche Initiative verfolgt zunächst eine Klageerhebung vor dem Verwaltungsgericht gegen den Freistaat Bayern. So hat der Freistaat der Firma Ganser im Gemeindegebiet eine Verlängerung der Kiesabgrabungsgenehmigung bis 2037 erteilt. Dürrnhaar ist hinsichtlich Feinstaubbelastung schon heute durch die Staatsstraße 2078 (Rosenheimer Straße) stark beeinträchtigt. Daher fordern die Bürger zumindest die Umsetzung der seit 2008 gültigen EU-Richtlinie 96/62, die besagt, „dass sich unmittelbar betroffene Einzelne im Fall der Gefahr einer Überschreitung der Grenzwerte oder der Alarmschwellen bei den zuständigen nationalen Behörden die Erstellung eines Aktionsplans erwirken können ( …), um die zuständigen Behörden dazu zu bringen, Maßnahmen zur Bekämpfung der Luftverschmutzung zu treffen.“ Darüber hinaus dementiert die Gemeinde inzwischen nicht mehr, dass das von der Firma Ganser im Nachbarort Kirchstockach betriebene Kieswerk mittelfristig nach Dürrnhaar verlegt werden soll, was eine zusätzliche Einschränkung der Luftqualität bedeutet. Die bereits auf dem Areal befindliche Geothermieanlage kann sich nach Auffassung der Bürgerinitiative ebenfalls nur rechnen, wenn sie später anzusiedelnden Gewerben/Industrien zur Verfügung steht. „Wir sind selbst überrascht, wie schnell wir seit der Ortsteilbürgerversammlung am 6. Juni derart viele Anwohner mobil machen und Klage einreichen konnten. Damit haben wir nicht gerechnet“, staunt Initiator Otto Pecher, der die Klage mit dem Hinweis „Feinstauburteil“ erst ins Rollen brachte. Als erster Vorstand vertritt er die Gruppe interimsweise bis zur satzungsgemäßen Wahl, die bei der nächsten Versammlung am 7. Juli stattfindet. Einen weiteren Aspekt sieht der zweite Vorsitzende Franz Fleck: „Viele befürchten zu Recht eine Wertminderung ihrer Grundstücke, und dann werden auch die Banken restriktiver bei der Beleihung.“ Eine Gruppe innerhalb der Bürgerinitiative treibt die Klage gegen das Land Bayern und die Kiesabgrabungsgenehmigung voran und unterstützt diese mit Beiträgen von 500 Euro als Eigentümer bzw. mit 250 Euro als Mieter. Die Bürgerinitiative steht jedoch allen offen. „Viele interessierte Bürger, auch aus umliegenden Orten wie Faistenhaar, Hofolding oder Brunnthal möchten sich unabhängig von dieser Klage aktiv an unseren Zielen beteiligen“, weiß Christine Squarra, die für die Finanzen zuständig ist. So seien Mitglieder der BID nicht automatisch Mitglieder der Klägergemeinschaft und umgekehrt. Der Verein freut sich auch über Anwohner, die den Betrag für die Klagebeteiligung nicht aufbringen können. „Schon die Mitgliedschaft in der BID und Unterstützung in ideeller oder sonstiger Form helfen uns enorm“, ist die gebürtige Dürrnhaarerin überzeugt. Bis zum 30. Juni 2011 haben interessierte Anwohner noch Zeit, sich der Klage der BID anzuschließen. Die Bürgerinitiative steht jedoch allen Interessierten offen. Weitere Infos sind bei der ersten Mitgliederversammlung am 7. Juli, 20 Uhr, im Rulands’ Inn in Dürrnhaar zu erfahren.

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